Neue Ausstellungsfläche im Rosenheimer Stadtarchiv wird eröffnet
Rosenheim hat viel zu erzählen – und manches davon liegt seit Jahrzehnten gut verwahrt im Stadtarchiv. Künftig können Bürgerinnen und Bürger diesen Geschichten noch näherkommen: Das Stadtarchiv Rosenheim eröffnet am Dienstag, 29. September, um 18 Uhr eine neue Ausstellungsfläche.
Damit entsteht ein neuer Ort, an dem Rosenheimer Stadtgeschichte sichtbar und erlebbar wird. In wechselnden Ausstellungen gibt das Stadtarchiv künftig Einblicke in die vielfältigen Schätze seiner Bestände – von historischen Dokumenten und Fotografien bis hin zu weiteren besonderen Exponaten.
Den Auftakt macht die Ausstellung „Rosenheims Gedächtnis: Das Stadtarchiv im Wandel der Zeit“. Sie nimmt die Besucher mit auf eine Reise durch die Geschichte des Archivs und beantwortet Fragen wie diese: Wie ist das Stadtarchiv eigentlich entstanden? Was wird dort aufbewahrt? Und wie können Bürger die Bestände selbst nutzen?
Zur Eröffnung sprechen Rosenheims Dritte Bürgermeisterin Gabriele Leicht und Kulturreferent Wolfgang Hauck Grußworte. Anschließend stellt Dr. Christian Höschler, Leiter des Stadtarchivs, das Konzept der neuen Ausstellungsfläche vor. Die Eröffnung ist öffentlich und barrierefrei zugänglich.
Der Zugang erfolgt über den gemeinsamen Garten von Stadtarchiv und Städtischer Galerie – Reichenbachstraße 1a.
Zum Foto:
Petrus von Wiechs wurde um 1380 in Rosenheim geboren und studierte zunächst an der Universität Wien Theologie. Ab 1403 lebte er 13 Jahre lang im italienischen Benediktinerkloster Subiaco. 1416 übersiedelte er unter der Leitung seines Lehrers und Mentors Nikolaus Seyringer, damals Rektor der Universität Wien, nach Konstanz. Ab 1418 läßt sich Petrus als Prior des damals schon sehr berühmten Klosters Melk nachweisen. In den 1420er Jahren war er auf Wunsch des bayerischen Herzogs in der Freisinger Diözese bei der Reformation der bayerischen Benediktinerklöster aktiv. Später widmete er sich diesen reformatorischen Tätigkeiten auch in Salzburger Klöstern.
Während seiner zahlreichen Reisen beschäftigte er sich mit ausgedehnten philosophischen und theologischen Studien, die ihn auch durch den Umgang mit den großen Gelehrten seiner Zeit zu einem bedeutenden Wissenschaftler, Dichter und Geschichtsschreiber werden ließen.
Das Hauptwerk seiner zahlreichen Schriften ist das „Roseum Memoriale“, das Petrus von Rosenheim um 1436 abgeschlossen hat. Das Werk besteht aus lateinischen Memorialversen über die Heilige Schrift. Jedes Kapitel des alten und neuen Testamentes ist seinem Hauptinhalt nach in einem Distichon behandelt, so dass über diese Verse jedes Bibelzitat leicht auffindbar war.
Damit landete Petrus von Rosenheim einen „Bestseller“, der in fast allen europäischen Klöstern in Gebrauch war und nach Erfindung der Buchdruckerkunst an acht verschiedenen Druckorten nachgedruckt wurde.
Foto: Stadtarchiv Rosenheim
Schaufenster


Hinterlassen Sie einen Kommentar