Österreich hielt gestern die Polizei auf Trab - Wiesnverbote und 160 Liegestützen als Buße

Das Rosenheimer Herbstfest steuerte gestern auf seinen Höhepunkt zu – den zweiten Wiesn-Samstag. Der Andrang war enorm, resümiert die Polizei am heutigen Sonntag-Vormittag. War das Wetter über den Nachmittag noch regnerisch, lachte später die Sonne herunter und eine warme Nacht folgte. So nutzten alle ausgiebig die Gelegenheit, um sich auf der Festwiese zu vergnügen. Dabei kam es zu vorgerückter Stunde auf dem Festgelände aber auch zu einigen Vorfällen, die die Wiesnwache beschäftigten …

„Wasser Marsch“ – zum Dienstbeginn traf die Wiesnwache in einem Grünstreifen zum Festgelände auf acht junge Männer aus dem schönen Bundesland Tirol. Aufgereiht standen sie da und packten gerade ihre Hemden in die teils noch geöffneten Latze der Lederhosen. Sie hatten wohl einiges an Gerstensaft in sich hineingeschüttet, der jetzt wieder seinen natürlichen Weg ins Freie suchte. Die kräftigen Männer waren einsichtig und taten noch vor Ort Buße. Niederliegend reihten sie sich jetzt auf und so pumpte jeder für sich 20 Liegestütz vor der Wiesnwache …

Zweimal Gerlos – einmal St. Johann – nicht einmal innerhalb von 15 Minuten tauchten drei Österreicher an drei unterschiedlichen Bierbuden auf und es gab Stress. Vermutlich tranken sie nicht, sondern schütteten das hopfige Getränk in sich hinein. Ob sich die Männer aus Gerlos kannten, konnte nicht mehr herausgefunden werden. Was aber alle Drei gemeinsam hatten, waren die Alkoholwerte. Fast punktgenau hatte jeder von ihnen zwei Promille intus. Und noch eins war ihnen gleich – jeder bekam ein Wiesnverbot.

„Ola Policia“ – diese Worte rief ein 39-jähriger Mann aus der Slowakei einer Beamtin der Wiesnwache zu. Bis dahin war alles soweit in Ordnung. Doch dann vergriff sich der Mann im wahrsten Sinne des Wortes. Er fasste der Polizistin an das Gesäß und kniff sie. Eine Grenze war überschritten. Der 39-Jährige wurde zur Wiesnwache gebracht und ein Wiesnverbot ausgesprochen. Mit seinen knapp zwei Promille war der Slowake deutlich angetrunken. Ein Ermittlungsverfahren wegen sexueller Beleidigung wurde eingeleitet.

Immerhin noch Socken und ein Hemd – fast im Adamskostüm wurde ein 27-Jähriger aus Kufstein am Rande des Herbstfestes angetroffen. Als Bekleidung trug er nur noch Socken und sein Hemd um die Hüfte gebunden. Hose, Schuhe, Weste – alles irgendwo verstreut, so die Erklärung des Mannes. Aber auch für solche Fälle ist die Polizei gerüstet. Vielleicht modetechnisch nicht en vogue, aber zweckmäßig. Ihm wurde ein weißer, polizeilicher Spurensicherungs-Anzug gegeben. Dann ging es in ein Taxi und ab nach Tirol.

Unterstützung österreichische Verkehrspolizei – die Wiesnwache wird von Beamten aus Österreich unterstützt. Dass jetzt auch die österreichische Verkehrspolizei Hilfe leistet, war sozusagen neu. An der Kreuzung vor der Rosenheimer Dienststelle stand plötzlich nämlich ein 18-Jähriger aus Tirol. Eifrig versuchte er, den Verkehr zu lenken und wuchtete seine Arme kreuz und quer. Aber so richtig funktionierte das dann doch nicht, keiner der Autofahrer nahm ihn ernst und alle ignorierten seine Zeichen und Weisungen. Die Polizei beendete den Einsatz. Er wurde mit den polizeilichen Worten entlassen, jetzt brav auf das grüne Fußgängersymbol an der Ampel, den Wiesntrommler zu schauen und dann über die Straße zu gehen. Ergebnis: Als Angehöriger der Verkehrspolizei ist der 18-Jährige nicht geeignet.

Pannenfahrzeug auf Fahrbahn – was es nicht alles rund um das Herbstfest gibt. Sogar ein liegengebliebenes Fahrzeug, eine Art Pannenfahrzeug. Das Gefährt verlor in der rasanten Fahrt wohl den ein oder anderen Reifen und wurde dann vom Besitzer leider achtlos zurückgelassen. Völlig allein Stand der Eigenbau (Foto) herum. Erste polizeiliche Ermittlungen ergaben, dass damit wohl für einen Junggesellen-Abschied flüssige Nahrung transportiert worden war …

 

 

 

 

 

 

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