Schwerpunkt verlagert sich auf aufwendige Nachlöscharbeiten am Boden

Der Einsatz am Saurüsselkopf in Ruhpolding läuft weiter planmäßig. Hubschrauber, Drohnen und Bodentrupps arbeiten koordiniert zusammen. Zur Abstimmung der Einsatzräume, der Sicherheitsfragen sowie der Maßnahmen am Boden und aus der Luft wurde eine eigene Koordinierungsstelle eingerichtet.

Die Lage bleibt anspruchsvoll. Der Schwerpunkt der Einsatzmaßnahmen überwiegend in unwegsamen teils sehr steilem Gelände verlagert sich zunehmend auf die Suche und aufwändige Bekämpfung von Glutnestern am Boden. Hintergrund ist, dass viele Glutnester tief im Wurzel- und Bodenbereich sitzen. Solche Brandstellen können aus der Luft nicht zielführende gelöscht werden. Sie müssen vor Ort lokalisiert, geöffnet und gezielt abgelöscht werden. Das bedeutet: Die Nachlöscharbeiten werden in den kommenden Tagen vor allem kleinteilige und körperlich anstrengende Handarbeit sein. Einsatzkräfte müssen sich in schwierigem Gelände zu den betroffenen Bereichen vorarbeiten, Brandstellen freilegen und mit Wasser, Löschrucksäcken und Handwerkzeug ablöschen. Teilweise ist dies nur zu Fuß und mit alpiner Sicherung möglich.

Die Einsatzkräfte der unterschiedlichen Einheiten arbeiten hier Hand in Hand zusammen. Dabei unterstützt die Expertise insbesondere der Bergwacht die Einsatzkräfte in schwer zugänglichem Gelände, beurteilt die sichere Begehbarkeit von Einsatzstellen und begleitet Löschtrupps in Bereichen, in denen alpine Erfahrung und Sicherungstechnik erforderlich sind. In besonders anspruchsvollen Abschnitten können Arbeiten nur mit Spezialkräften, Seilsicherung und entsprechender Ausrüstung durchgeführt werden. Die Drohnenaufklärung wurde ausgewertet. Auf dieser Grundlage wird die weitere Einsatzplanung fortgeschrieben. Dabei geht es insbesondere darum, die schwer zugänglichen Bereiche zu priorisieren und den Einsatz von Bergführern, Gebirgsführern sowie zusätzlichen Unterstützungskräften vorzubereiten.

Der aktuelle Bundeswehreinsatz wurde zunächst bis 11. Mai bewilligt. Die Einsatzstrategie wird weiterhin täglich überprüft und an das Lagebild angepasst. Dabei bleibt das Gelände eine erhebliche Herausforderung. Viele Brandstellen sind nur schwer oder teilweise gar nicht erreichbar. Ohne alpine Begleitung können Löschtrupps in diesen Bereichen nicht eingesetzt werden. Vor diesem Hintergrund kann das bestehende Betretungsverbot inkl. Straßensperre der B 305 in Abstimmung mit der Polizei nicht weiter reduziert werden und muss in der aktuellen Fassung bis voraussichtlich mindestens Anfang kommender Woche aufrechterhalten bleiben.

Auch die Prognose bleibt vorsichtig. Unterirdische Glutnester können jederzeit wieder aufflammen. Zudem wird für das Wochenende weiterhin trockenes, warmes und windiges Wetter erwartet. Dadurch besteht weiterhin die Gefahr, dass sich einzelne Brandstellen erneut entwickeln.

Für die kommenden Tage liegt der Schwerpunkt deshalb auf einer langfristig tragfähigen Organisation der Nachlöscharbeiten. Dazu gehören arbeitsfeste Einrichtungen, geeignete Unterkünfte, ausreichend Personal sowie die notwendige Spezialausrüstung für die Kräfte im Gelände.

Der Katastrophenfall bleibt weiterhin bestehen. Die Bevölkerung wird weiterhin gebeten, das Einsatzgebiet zu meiden, Absperrungen zu beachten und die Einsatzkräfte nicht zu behindern.

Schaufenster