Katastrophenalarm im Landkreis Traunstein - Lage ist nach wie vor nicht unter Kontrolle
Nach der ersten Lagebesprechung am Dienstagmorgen informiert das Landratsamt Traunstein über den aktuellen Stand zum Waldbrand am Saurüsselkopf in der Gemeinde Ruhpolding. Die Lage im Einsatzgebiet blieb auch in der Nacht dynamisch. Durch einen Windrichtungswechsel kam es zu Rauchausbreitung sowie zu Ausbreitungstendenzen in Richtung Norden und Süden. Die Westseite bereitete nach derzeitiger Einschätzung weniger Probleme. Auf der Ostseite kam es zu einer Ausbreitung, teilweise auch mit Steinschlag. Durch bereits in der Nacht veranlasste Nachalarmierungen und weitere Maßnahmen konnte dort eine Stabilisierung erreicht werden. Auch auf der Nordseite wurde eine Ausbreitung festgestellt. Auf der Südseite nahmen Hitzeentwicklung und Flammenbildung zu. Die Lage im Bereich der Landesgrenze wird besonders beobachtet.
Der Hubschrauberbetrieb war in der Nacht aus Sicherheitsgründen eingestellt. Für den heutigen Einsatztag sind insgesamt rund zehn Hubschrauber im Einsatz beziehungsweise eingeplant, darunter auch Unterstützung durch die Bundeswehr. Die genaue Zahl der eingesetzten Luftfahrzeuge kann sich lageabhängig verändern.
In der Nacht waren rund 150 Einsatzkräfte eingebunden. Für den heutigen Tag wird mit rund 250 Einsatzkräften gerechnet. Beobachtungsposten werden durch Abwurfkoordinatoren ergänzt, um die Löschmaßnahmen aus der Luft gezielt zu unterstützen. Weitere Einsatzmittel und Kräfte befinden sich lageabhängig im Zulauf beziehungsweise in Vorbereitung.
Rettungsdienst und Forst meldeten für die Nacht keine besonderen Vorkommnisse. Auch die technische Einsatzunterstützung wurde weitergeführt, unter anderem durch die Versorgung mit Akkus für Funkgeräte. Von Seiten der Gemeinde wurde insbesondere Rauchentwicklung wahrgenommen.
Durch den Windrichtungswechsel in der Nacht und der aktuellen Wetterlage kann es insbesondere im Bereich Ruhpolding, Laubau, Chiemgau Arena sowie je nach Windverhältnissen auch in angrenzenden Bereichen zu Rauch- und Geruchswahrnehmungen kommen. Nach derzeitigem Stand besteht weiterhin keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung. Vorsorglich wird empfohlen, bei wahrnehmbarem Rauch oder Ascheregen Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungsanlagen nach Möglichkeit vorübergehend auszuschalten. Personen mit Atemwegserkrankungen sollten körperliche Anstrengungen im Freien in den betroffenen Bereichen vorsorglich vermeiden. Die Lage wird fortlaufend beobachtet und bewertet.
Die Brandbekämpfung wird voraussichtlich auch über den heutigen Tag hinaus andauern. Aufgrund der umfangreichen Luftunterstützung ist im Bereich Ruhpolding, Laubau und Chiemgau Arena mit zahlreichen Flugbewegungen und entsprechender Lärmentwicklung zu rechnen.
Für die Bevölkerung gilt weiterhin: Das Einsatzgebiet darf nicht aufgesucht werden. Die Bürger werden dringend gebeten, den Bereich weiträumig zu meiden und Zufahrtswege für Einsatzkräfte freizuhalten. Die bestehenden Betretungs- und Befahrungsverbote sowie die Verkehrssperre auf der B305 bleiben bestehen. Jede zusätzliche Bewegung im Einsatzraum kann die Arbeit der Einsatzkräfte behindern und zusätzliche Risiken verursachen.
Zur Brandursache liegen weiterhin keine gesicherten Erkenntnisse vor. Die Klärung der Ursache ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.
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