Tangos, Pré­ludes, wildes Zeug: Am Samstag ein Solo-Konzert im Wasserburger Rathaussaal

Fünfzig Jahre saß der Komponist und Pianist, Arrangeur und Filmemacher Peter Ludwig (Foto unten) aus Wasserburg improvisierend, begleitend und konzertierend am Flügel. Jetzt begibt er sich auf seine Abschieds-Tour. Am kommenden Samstag, 11. April, spielt er im Rathaussaal Wasserburg noch einmal ein Konzert solo. Beginn ist um 20 Uhr.

In seiner Kindheit drangen Mozart, Beethoven und Schubert in den Nächten durch dünne Wände in seinen beginnenden Schlaf. Hier begann sein Weg. In den 68ern flutete er mit seiner Hammond-Orgel Clubs und Rock-Festivals mit anarchistischer Musik. Bei einem Band-Wettbewerb gewann er mit einer Eigenkomposition, so die Jury, den ersten Preis, was ihn maßlos empörte. Damals war eine Komposition in diesem Genre noch eine Amtsanmaßung.

Der Zufall legte ihm Jahre später argentinische Tangos auf den Plattenteller. Die Essenz dieser Musik war ihm vertraut. Unvergessen aus der Kinderzeit. Er komponierte seine ersten Tangos. Den letzten erst vor wenigen Jahren. Lange Zeit als Improvisateur und mit verschiedensten Ensembles unterwegs gewesen, fasste er letztes Jahr den Plan, noch einmal als Solist mit seinen Kompositionen aufzutreten. Auf seiner Abschieds-Tournee will er seine Tangos, seine Pré­ludes und anderes wildes Zeug spielen, wie er sagt.

Aber es gibt dabei einen fundamentalen Unterschied: Bei Konzerten mit seinen Ensembles lagen immer Noten auf seinem Flügel. Jahrzehnte. Jetzt legt er sie beiseite. Alle PianistInnen, die er so bewundert, spielen ohne Noten. Martha Argerich, Bill Evans, Roberto Firpo, Polina Osetinskaya oder Lennie Tristano. Zu hoch gegriffen? Nein. Nur der Traum vom Fliegen, den Absturz im Blick.

Tickets: Bei Bücher Herzog in Wasserburg und an der Abendkasse.

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