Gesundheitsamt impft am Karolinen-Gymnasium gegen HPV

Infektionen mit dem Humanen Papillomvirus (HPV) zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Sie verursachen oftmals Genitalwarzen und können langfristig zu Krebserkrankungen führen, die sowohl Mädchen als auch Jungen betreffen können. Seit 2006 gibt es eine wirksame Impfung dagegen. Doch bisher ist die Impfquote in der Region Rosenheim im Vergleich zum bayerischen Durchschnitt niedrig. Um das zu ändern, setzt sich das Gesundheitsamt Rosenheim aktiv mit einer Impfkampagne für den Schutz von Kindern und Jugendlichen ein. Am Karolinen-Gymnasium Rosenheim wurden kürzlich Schülerinnen und Schüler der 5. bis 11. Klassen gegen HPV geimpft. Die Aktion ist Teil des landesweiten Projekts „Gemeinsam gegen HPV“ des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention.

Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach betonte: „Bis heute gehört das Humane Papillomvirus zu den Erregern, die häufig unterschätzt werden. HPV-Infektionen können nicht nur Gebärmutterhalskrebs, sondern unter anderem auch Tumore in Mund und Rachen auslösen. Die gute Nachricht ist: Sowohl Mädchen als auch Jungen können sich mit einer HPV-Impfung schützen. Krebsprävention beginnt mit einem kleinen Piks.“

Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim, betont die Bedeutung der HPV-Impfung: „Gebärmutterhalskrebs wird nahezu immer durch Humane Papillomviren verursacht. Er verursacht schweres Leid, kann ein höheres Risiko für Frühgeburten darstellen, auch durch die damit verbundene operative Therapie, und auch einen tödlichen Verlauf nehmen. Gegen eine Infektion mit HPV steht eine hochwirksame Schutzimpfung zur Verfügung, die inzwischen durch die STIKO für alle Kinder und Jugendlichen ab neun Jahren empfohlen wird. Leider sind die Impfquoten in der Region Rosenheim deutlich unterdurchschnittlich. In enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung des Karolinen-Gymnasiums wurden Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern in diesem Schuljahr für das Thema HPV sensibilisiert und im Rahmen einer Schulimpfaktion am 16. März Impfungen angeboten. Dabei wurden 46 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen neun und 17 Jahren gegen die Viruserkrankung geimpft. Wir sehen die Aktion als sehr großen Erfolg.“

Matthias Haus, stellvertretender Schulleiter des Karolinen-Gymnasiums, bekräftigt: „Gesundheit ist am Karolinen-Gymnasium ein wichtiges Thema. Das Thema Impfen ist im Biologie-Lehrplan fest verankert, es gewinnt aber besondere Bedeutung, wenn es konkret und lebensnah wird. Auch deshalb sehen wir die HPV-Impfaktion als ein wertvolles Angebot. Vor allem aber liegt uns die Gesundheit unserer Schülerinnen und Schüler sehr am Herzen; daher haben wir die Impfkampagne gerne unterstützt und danken dem Gesundheitsamt für die exzellente Zusammenarbeit.“

In Deutschland erkranken nach Daten des Robert Koch-Instituts jedes Jahr etwa 7.450 Frauen und 3.000 Männer an Krebserkrankungen, verursacht durch eine Infektion mit HPV. Mit etwa 4.300 jährlich gemeldeten Fällen nimmt bei Frauen der Gebärmutterhalskrebs den größten Anteil an den HPV-bedingten Neuerkrankungen ein. Die aktuelle Studienlage zeigt eine sehr hohe Wirksamkeit der Impfung gegen HPV gegenüber Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen sowie weiteren Krebsarten im Mund- und Rachenraum sowie im Genital- und Analbereich. In Ländern wie Australien mit einer hohen HPV-Impfquote konnte der positive Effekt der Impfung mit einem Rückgang HPV-bedingter Krebserkrankungen auf der Bevölkerungsebene nachgewiesen werden.

Gleichzeitig sind die Impfquoten gegen HPV, insbesondere in der Region Rosenheim, niedrig: Nach den Daten des Robert Koch-Instituts (KV-Impfsurveillance, VacMap) waren im Landkreis Rosenheim im Kalenderjahr 2024 lediglich 39 Prozent der Mädchen im Alter von 15 Jahren vollständig gegen HPV geimpft (in der Stadt Rosenheim: 43 Prozent; bundesweit 55 Prozent) und nur 17 Prozent bei den Jungen (Stadt Rosenheim: 21 Prozent; bundesweit: 36 Prozent).

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für alle Jungen und Mädchen von neun bis 14 Jahren mit zwei Impfstoffdosen im Mindestabstand von fünf Monaten. Falls Impfungen bis zum Alter von 14 Jahren noch nicht durchgeführt wurden, empfiehlt die STIKO Nachholimpfungen bis zum 18. Geburtstag, dann mit drei Impfdosen. Die Impfung sollte idealerweise vor Aufnahme erster sexueller Kontakte durchgeführt werden. HPV-Impfungen werden am Gesundheitsamt Rosenheim sowie in den Praxen von Haus-, Kinder- und Frauenärztinnen und -ärzten durchgeführt.

In Deutschland sammelt und bewertet das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das für die Sicherheit der Impfstoffe zuständig ist, seit 2007 systematisch Daten zu unerwünschten Wirkungen nach einer HPV-Impfung. Basierend auf diesen Daten wurden seit Empfehlung der Impfung 2007 keine schweren unerwünschten Wirkungen gemeldet, die ursächlich in Zusammenhang mit der HPV-Impfung standen.

Obwohl die Impfung einen wichtigen Schutz bietet, ersetzt sie nicht die regelmäßigen Krebsvorsorgeuntersuchungen. Frauen sollten daher weiterhin regelmäßig am Gebärmutterhals-Screening teilnehmen, um frühzeitig Zellveränderungen oder Krebsvorstufen zu erkennen.

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