Gemeinderat verabschiedet Haushalt 2026 - Hohe Gewerbesteuereinnahmen von rund zehn Millionen Euro
Die Gemeinde Amerang blickt trotz weltweiter Krisen auf eine weiterhin solide finanzielle Lage. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der Haushaltsplan für das Jahr 2026 mit einem Gesamtvolumen von über 23 Millionen Euro sowie die Finanzplanung bis 2029 einstimmig verabschiedet. Bürgermeister Konrad Linner bezeichnete die Situation treffend mit dem Begriff des Kämmerers als „bescheidenen Wohlstand“: Man sei zwar nicht die reichste Gemeinde, aber finanziell gut ausgestattet.
Kämmerer Anton Görgmayr konnte rückblickend für das Jahr 2025 eine außergewöhnliche Bilanz ziehen. Die Gewerbesteuer entwickelte sich mit rund 10 Millionen Euro massiv über dem ursprünglichen Ansatz von 5 Millionen Euro. Das voraussichtliche Ergebnis ist ein Zeichen für die überaus positive wirtschaftliche Entwicklung der örtlichen Betriebe, resultiert aber auch aus Nachzahlungen für Vorjahre. Natürlich sind die Mehreinnahmen auch auf Nachzahlungen aus Vorjahren zurückzuführen.
Auch die Einkommensteuerbeteiligung sowie die weiteren Steuerbeteiligungen waren in etwa plangemäß. Dies führte zu einem Einnahmenüberschuss im Verwaltungshaushalt von 5,1 Millionen Euro, der dem Vermögenshaushalt zugeführt werden konnte. Zum Jahresende 2025 kletterte die Rücklage dadurch auf rund 9,2 Millionen Euro, während die Schulden bei etwa 4,43 Millionen Euro lagen. Erfreulich war auch wieder die durchgehende Liquidität der Gemeindekasse, sodass keine Kassenkredite in Anspruch genommen werden mussten.
Der Haushalt 2026: Investitionen trotz Rückzahlungen
Für das Jahr 2026 plant die Gemeinde mit einem Gesamtvolumen von 23,4 Millionen Euro (Vorjahr: 24,3 Millionen Euro). Der Verwaltungshaushalt steigt dabei um rund 5 % auf 13.344.600 Euro an. Wichtigste Einnahmequelle der Gemeinde bleibt die Gewerbesteuer. Bei dieser kalkuliert die Kämmerei mit einem Ansatz von 5 Millionen Euro wieder vorsichtiger. Ein Grund hierfür sind bereits bekannte, siebenstellige Rückzahlungen aus Vorauszahlungen, zudem könne sich die lokale Wirtschaft nicht völlig von der Entwicklung des Weltmarktes entkoppeln.
Dennoch bleibt die Investitionskraft im Vermögenshaushalt mit einem Volumen von über 10.047.400 Euro auf hohem Niveau. Im Bereich der Baugebiete startet im Frühjahr die Erschließung in Kirchensur, wobei die Vergabe der Leistungen mit 857.000 Euro erfreulicherweise rund 25 % unter der ursprünglichen Kostenberechnung lag.
Auch für das Baugebiet Schlossfeld Süd sind 717.000 Euro für die Erschließung sowie 530.000 Euro für die Oberflächenentwässerung eingestellt. Ein weiteres Großprojekt ist der neue Geh- und Radweg nach Unterratting, dessen Bau im Mai 2026 beginnt. Die Kosten hierfür belaufen sich inklusive Nebenkosten auf etwa 1,8 Millionen Euro, wobei die Gemeinde mit einer hohen Förderung von 75 % rechnet.
Diskussion um Grundsteuer-Hebesätze
Ein kontroverser Punkt der Sitzung war die Grundsteuer. Gemeinderat Christian Staber forderte angesichts deutlicher Mehreinnahmen bei der Grundsteuer B eine Senkung der Hebesätze, um das Geld bei den Bürgern zu belassen.
Kämmerer Görgmayr betonte: „Die Grundsteuerthematik hat an und für sich mit dem Haushalt jetzt nur indirekt zu tun, wie andere Einnahmen und Ausgaben auch.“ Man müsse in einer gesonderten Sitzung die Hebesatz-Satzung ändern beziehungsweise neu erlassen. Im Haushalt sei ja quasi nur der Ansatz zu nennen.
Bürgermeister Linner gab jedoch zu bedenken, dass eine sofortige Anpassung der Verwaltung eine enorme Mehrarbeit bescheren würde, da 2.000 Bescheide neu erlassen werden müssten. Man einigte sich schließlich darauf, die Auswertung der Ergebnisse durch den Freistaat im Laufe des Jahres 2026 abzuwarten. Vielleicht ergeben sich dadurch neue Nivellierungshebesätze für Kreisumlage und man könne das Thema für das Haushaltsjahr 2027 erneut behandeln.
Ausblick: „Dicke Brocken“ in der Finanzplanung
Trotz der aktuell soliden Lage mahnte Görgmayr zur Weitsicht. Aufgrund der enormen Steuerkraft des Ausnahmejahres 2025 kommt auf die Gemeinde im Jahr 2027 eine Rekord-Kreisumlage von voraussichtlich über 6 Millionen Euro zu. In diesem Jahr wird die erforderliche Zuführung zum Vermögenshaushalt nach aktueller Planung nicht erreicht werden können. „Wenn man ein super Jahr gehabt hat, muss man zwei Jahre später büßen“, erklärte Bürgermeister Linner das System der Umlagekraft.
Dank der hohen Rücklage von derzeit 9,2 Millionen Euro kann Amerang diese Phase jedoch ohne neue Kredite überbrücken, sodass der Rücklagenstand bis 2027 zwar auf etwa 6 Millionen Euro sinken, sich danach aber wieder stabilisieren wird.
Abschließend lobten die Ratsmitglieder die Arbeit der Finanzverwaltung um Kämmerer Anton Görgmayr für die solide Haushaltsführung sowie die transparente Darstellung. Der Gemeinderat verabschiedete sowohl die Haushaltssatzung 2026 als auch die Finanzplanung bis 2029 jeweils einstimmig.
RB
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