Eishockey-Bayernliga: Nun wartet ab morgen die Abstiegsrunde auf den EHC

Schön und märchenhaft hätte sie werden können, die Geschichte des EHC Waldkraiburg in der Eishockey-Bayernliga-Saison 2025/2026. Doch nicht jede Geschichte hat ein Happy End – zumindest nicht für jeden Protagonisten.
Nach einer erneut über 40 Minuten stark gespielten Partie im entscheidenden Spiel gegen die Peißenberg Miners zeigten die Gäste abermals ihre Comeback-Qualitäten und drehten einen 4:2-Vorsprung der EHC-Löwen in der Overtime zu einem 5:4-Sieg.
Damit ziehen die Peißenberg Miners – nicht unverdient – gemeinsam mit dem TEV Miesbach noch in die Playoffs ein, während der VfE Ulm und die Löwen den bitteren Weg in die Abstiegsrunde antreten müssen.
Dort treffen die Waldkraiburger bereits am morgigen Freitag um 19 Uhr zu Hause auf den ERSC Amberg, ehe sie am kommenden Sonntag um 17.30 Uhr in Geretsried gefordert sind.
Denkbar gut starteten die Löwen in die Partie gegen Peißenberg. Nach nur fünfeinhalb Minuten brachten sich die Waldstädter erstmals auf die Anzeigetafel. René Mertz ließ sich nach Zuspiel von Leon Decker und Philipp Lode als Torschütze feiern. Rund drei Minuten später glichen die Gäste jedoch aus. Weiland Parrish, der unermüdliche Goalgetter der Peißenberger, erzielte den Treffer zum 1:1. Noch im selben Abschnitt schlugen jedoch erneut die Löwen zurück. Kapitän Nico Vogl brachte sein Team mit dem 2:1 wieder in Führung.
Zwar gelang den Gästen früh im zweiten Drittel der erneute Ausgleich, doch ließen sich die Waldkraiburger davon nicht beeindrucken. In eigener Unterzahl – bereits zum 13. Mal in dieser Saison – schnappte sich Vogl den Puck, hätte mit Jakub Šrámek noch eine Anspielstation gehabt, entschied sich jedoch für den eigenen Abschluss und vollendete eiskalt zum 3:2. Nicht einmal drei Minuten später erhöhte Šrámek selbst auf 4:2, indem er am schnellsten schaltete und einen im Torraum freiliegenden Puck hinter Peißenberg-Keeper Nagel über die Linie drückte. Mit diesem Spielstand ging es in die zweite Pause.
Im dritten Durchgang vergaßen die Löwen jedoch zum wiederholten Male in dieser Saison, wie effizient verteidigt wird. So ermöglichten sie es den Gästen, in der 44. Minute zunächst durch Weiland Parrish den Anschluss zu erzielen und in der 48. Minute sogar den Ausgleich herzustellen. Trotz weiterer Möglichkeiten auf beiden Seiten blieb es im Schlussabschnitt bei diesem Spielstand, sodass die Entscheidung in der Overtime fallen musste.
Dort dauerte es lediglich 26 Sekunden, ehe Ryan Murphy einen sauber platzierten Schuss im Tor der Löwen unterbrachte und bei Spielern wie Fans der Miners alle Dämme brechen ließ.
Am morgigen Freitag beginnt für die Löwen gegen Amberg nun das große Zittern.
Diese Situation ist Fluch und zugleich Segen des Eishockeysports in der Bayernliga. Selbst als Mannschaft, die in der stärkeren Tabellenhälfte abschloss – der EHC Waldkraiburg belegte Rang acht –, ist man nicht davor gefeit, am Ende dennoch um den Klassenerhalt kämpfen zu müssen. Um genau das zu verhindern, stehen für die Löwen nun zunächst sechs Partien gegen drei verschiedene Gegner an. ERSC Amberg (Platz 15), ESC Geretsried (Platz 13) und EA Schongau (Platz 11) heißen die Konkurrenten um den Verbleib in der Liga in der „Abstiegsrunde A“ der Bayernliga.
Auch hier gilt es, wie bereits in der Hauptrunde, Punkte zu sammeln, um sich nach drei intensiven Wochen möglichst Platz eins oder zwei zu sichern. In diesem Fall hätte man mit dem Abstieg nichts mehr zu tun. Gelingt dies nicht, spielen die verbliebenen vier Teams – die jeweils zwei Letztplatzierten aus den beiden Gruppen – in K.-o.-Spielen gegeneinander aus, wer den Gang in die Landesliga antreten muss.
Eines steht fest: Diesen Weg möchten die Waldkraiburger Löwen kein weiteres Mal gehen und sie werden sich mit allem, was sie haben, dagegen stemmen. Beachtet werden muss jedoch, dass sich viele der beteiligten Teams – auch aus den unteren Tabellenregionen – noch einmal verstärkt haben.
Die Löwen hingegen müssen auf ihren Top-Mann Andris Džeriņš verzichten und treten insgesamt mit einem ausgedünnten Kader an. Dennoch zeigten die Pre-Play-off-Spiele eindrucksvoll, welches Potenzial in diesem Team steckt.
Eine Teilnahme an den Playoffs wäre keineswegs überraschend gewesen, die sportliche Qualität ist vorhanden. Wenn es nun gelingt, diese Stärke mit der nötigen Konzentration über die volle Spielzeit hinweg auf das Eis zu bringen, sollte der EHC Waldkraiburg in dieser Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben.
AHA
Foto: Yasmin Neumann
Schaufenster

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