Antrag von CSU und FW zugestimmt - Sebastian Friesinger: „Fordern keinen pauschalen Abschuss, sondern eine Bestandsregulierung"

Sie fordern, den Schutzstatus des Wolfes herabzusetzen: Nach dem Umwelt- und dem Kreisausschuss hat gestern auch der Kreistag einem Antrag der Fraktionen von CSU und Freien Wählern zum Thema Wolf zugestimmt – mit 37:19 Stimmen. Darin wird die Staatsregierung aufgefordert, sich gegenüber Bund und der EU für eine Herabsetzung des Schutzstatus des Wolfes einzusetzen.


Zudem soll für die Bewertung des Erhaltungszustandes des Wolfes die staatenübergreifende Wolfspopulation betrachtet werden. Gleichzeitig müssten auch die Erfahrungen der europäischen Nachbarn stärker eingebunden und ein staatenübergreifendes Monitoring etabliert werden. Dem Beschluss war eine lange und intensive Diskussion vorausgegangen.

Sebastian Friesinger von der CSU und Josef Lausch von den Freien Wählern hatten zu Beginn der Diskussionen noch einmal die Beweggründe des Antrages erläutert. So fordere man keinen pauschalen Abschuss des Wolfes, sondern eine Bestandsregulierung.

Josef Lausch berichtete von Problemen in anderen Regionen Deutschlands, in denen sich bereits Wölfe angesiedelt hätten.
In der anschließenden Diskussion kamen die Ängste der Almbauern und Landwirte zur Sprache.
Es brauche Lösungen, wie der Wolf auf Distanz zu den Nutztieren gehalten werden könne. Schutzzäune oder Herdenschutzhunde seien in puncto Kosten, Aufwand und in einem touristisch stark frequentierten Gebiet keine Lösung, hieß es.

Zudem seien betroffene Landwirte immer in der Beweispflicht, wenn es um Ausgleichszahlungen gehe. Auf der anderen Seite wurde aber auch auf die Bedeutung großer Beutegreifer wie Wolf oder Luchs bei der Bestandsregulierung anderer Tiere in Wäldern hingewiesen. Darum brauche es Schutzmaßnahmen, Entschädigungen und sachliche Einzellösungen.
Ein weiterer Diskussionspunkt war die Sinnhaftigkeit des Antrages, da der Landkreis keine rechtliche Handhabe habe, solche Forderungen durchzusetzen. Zudem würden die angeregten Punkte bereits auf höherer politischen Ebene überprüft, diskutiert und seien zum Teil bereits in der Planung. Dennoch wurde der Antrag auch als ein wichtiges Handwerkszeug der politischen Willensbildung von unten nach oben und als Unterstützung der Staatsregierung gesehen.

Einen weiteren Antrag der AfD-Fraktion zum Thema Wolf lehnten die Kreisräte hingegen mit 6:42 Stimmen ab. Darin waren unter anderem eine gezielte Entnahme des Wolfes bei einer entstehenden Rudelbildung in stärker besiedelten Region, von verhaltensauffälligen Tieren, Wolfshybriden und Tieren in der näheren Umgebung von großen Weidebetrieben und landwirtschaftlicher Wildtierhaltung vorgesehen.

Die Staatsregierung sollte aufgefordert werden, den Wolf in die Verordnung über die Zulassung von Ausnahmen von den Schutzvorschriften für besonders geschützte Tier- und Pflanzenarten, die Artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung, kurz AAV, aufzunehmen. Zudem wurde eine unbürokratische Entschädigungshürde für Nutztierhalter im Zusammenhang mit Rissen in Höhe von bis zu 500 Euro jährlich ohne aufwendigen Nachweis gefordert.