Aufstiegsrunde der Eishockey-Bayernliga: Waldkraiburg verlor gestern Abend 14-Tore-Spiel in Kempten


Der Waldkraiburger Goalie Christoph Lode war bei allen Gegentreffern machtlos und stoppte alles, was haltbar – inklusive Kemptens Stürmer Brendan Harrogate (Foto). Ein selbst für Eishockey-Verhältnisse torreiches Spiel fand am gestrigen Sonntagabend in Kempten ein Ende und erneut ging der EHC Waldkraiburg in dieser Bayernliga-Partie leider als Verlierer vom Eis.


Nach starker Leistung in der zweiten Hälfte des 1. Drittels und im zweiten Durchgang, ließ sich der EHC Waldkraiburg im finalen Durchgang von einem Lauf- und Konterstarken Kempten den Rang ablaufen. Erneut stand auch wieder einer der unsicher wirkenden Hauptschiedsrichter im Fokus, der seine Unparteilichkeit durch konsequente Fehlentscheidungen auf beiden Seiten zeigte und das Spiel in den letzten 20 Minuten sehr zerfahren wirken ließ. Dennoch, das Spiel wurde am Ende nicht vom neutralen Gespann entschieden, sondern von einem starken Kempten und von Löwen, die es nicht mehr vermögen ihren Biss aufs Eis zu bringen.

In den ersten zehn Minuten des Spiels verzeichneten die gastgebenden Sharks eine ganze Reihe an guten Tormöglichkeiten. Einzig Christoph Lode im Tor des EHC Waldkraiburg war es zu verdanken, dass das Spiel nicht bereits zu diesem Zeitpunkt aussichtslos war. In der 12. Minute fiel letztlich das Tor durch Paster, das die Zuschauer schon deutlich eher erwarteten. Dieser Gegentreffer markierte für die Löwen scheinbar einen Weckruf der sie daran erinnerte, dass für einen möglichen Sieg auch eigene Tore vonnöten sind. So erkämpfte sich Michal Popelka an der Bande das Spielgerät und schob dieses nach einem sehenswerten Lauf zum Tor rechts unten in das Tor von Jennifer Harß zum 1:1 Pausenstand.

Der zweite Durchgang war der Spielabschnitt des EHC Waldkraiburg. Gleich in der ersten Minute hatte das Angriffs-Duo Popelka/Neuert in Zusammenarbeit eine Großchance, bevor Fabian Kanzelsberger in der dritten Minute einen Pass von Philipp Seifert nicht in das leere Tor verwerten konnte. Auch Christoph Lode bekam wieder etwas zu tun, so hatte Kemptens Daniel Rau eine riesige Möglichkeit, welche jedoch vom Löwen-Schlussmann zunichte gemacht wurde. Nach gut acht Minuten dann die erste Löwenführung des Abends. An der Bande erkämpfte sich Leon Decker den Puck und zog, mit freier Bahn in Richtung Jennifer Harß. Dort platzierte er das Spielgerät links oben und unhaltbar für die Nationaltorhüterin.

Nur fünf Minuten sollte diese Führung halten bis der Sharks-Spieler Grözinger kam und die Partie mit dem 2:2 wieder ausglich. Ganze 43 Sekunden sollte dieser Ausgleich halten. Erst war es Florian Brenninger, der zum Ende der Saison seinen Torriecher so langsam wiederfindet und auf 2:3 erhöht, nur eineinhalb Minuten später erzielt Christof Hradek das vierte Tor der Löwen. Beflügelt von den beiden Gegentreffern setzte sich der Gastgeber daraufhin im Drittel der Löwen fest. So fiel nach 18 Minuten und 32 Sekunden erst der 3:4 Anschluss und nur 26 Sekunden später, passend zur zweiten Drittelpause der 4:4 Ausgleich.

Man konnte den Kemptnern die Wohltat des Ausgleichs zu Beginn des dritten Drittels förmlich ansehen. Beflügelt und mit zweiter Luft versehen rauschten sie über das Eis und ließen den Löwen nur noch wenig Platz und Möglichkeiten ihr eigenes Spiel zu entwickeln. So fiel erst nach zwei Minuten und nach sechs weiteren Minuten im Drittel das 5:4 und auch das 6:4.

Zwar schoss Jan Loboda von der blauen Linie bei 4 gegen 3 den EHC Waldkraiburg noch einmal in Schlagweite, doch machten die Sharks ab der 53. Minute mit zwei Treffern innerhalb von zwei Minuten alle Hoffnungen zunichte.

Die Löwen nahmen bei eigener Überzahl zwar noch einmal den Torhüter vom Eis und konnten auch noch einen Treffer durch Michal Popelka erzielen, an der Niederlage war hier jedoch nicht mehr zu rütteln.

aha

Foto: Paolo del Grosso

Spielstatistik:

ESC Kempten – EHC Waldkraiburg 8:6 (1:1, 3:3, 4:2,).

EHC Waldkraiburg

Tor: Lode C. (Yeingst).

Abwehr: Lode F.; Kanzelsberger F.; Kanzelsberger A.; Rott; Loboda; Seifert.

Angriff: Neuert; Hradek; Brenninger; Ludwig; Decker; Hipetinger; Popelka; Vogl; Zimmermann;

Tore: 1:0 (12.) Paster (Zimmer, Harrogate); 1:1 (15.) Popelka (Brenninger, Neuert); 1:2 (29.) Decker (Hradek, Vogl); 2:2 (34.) Grözinger (Lepine, Scheffer); 2:3 (35.) Brenninger (Popelka, Neuert); 2:4 (37.) Hradek (Vogl, Decker); 3:4 (39.) Zimmer (Lepine, Harrogate – 5-4 ÜZ); 4:4 (39.) Grözinger (Seider, Oppenberger); 5:4 (43.) Seider (Hermann, Harrogate); 6:4 (49.) Lepine (4-4 ÜZ); 6:5 (50.) Loboda (4-3 ÜZ); 7:5 (53.) Seider (Lepine, Zimmer – 4-3 ÜZ); 8:5 (55.) Seider (Grözinger, Oppenberger); 8:6 (60.) Popelka (Loboda, Hradek – 6-4 ÜZ);

Zuschauer: 576  

Strafzeiten: Waldkraiburg: 20, Kempten: 12 + 10 (Grözinger)