Wasserburg gleicht gegen Kottern Rückstand aus und bleibt dran


Über 300 Zuschauer – für Winter und 2G ein ausgesprochen guter Wert – kamen am Samstagnachmittag in die Altstadt und sahen, dass die Löwen wissen, wie Abstiegskampf geht. Die Betonung liegt hierbei auf „Kampf“, denn auf schwer bespielbarem Geläuf lieferten sich der TSV 1880 Wasserburg und der TSV Kottern eine wahre Schlacht um jeden Grashalm. Entsprechend war die Begegnung von Zweikämpfen und vor allem Kopfbällen geprägt, denn beide Teams operierten viel mit weiten Bällen.
 
„Wir wussten, was das heute für ein Spiel wird. Ich hatte eigentlich meinen gesamten Kader zur Verfügung, aber ausgerechnet Armin Rausch fiel kurzfristig aus,“ ärgerte sich Gäste-Trainer Matthias Günes. Stoßstürmer Rausch ist 1,93-Meter groß und hätte mit seiner Kopfballstärke enormen Einfluss nehmen können. Obwohl die Löwen mit Marko Dukic im Sturm auch keinen Hünen aufboten, waren sie in diesem Spiel der langen Bälle besser und eroberten vor allem die zweiten Bälle. Trotz einer Vielzahl an Ecken, Einwürfen und Flanken, die in den Strafraum von Kottern flogen, blieben die im Zweikampf bissigen Löwen vor dem Tor jedoch zahnlos. Die einzige wirklich nennenswerte Chance des ersten Durchgangs bot sich den Gästen kurz vor dem Pausenpfiff: Sezer Yazir verfehlte per Seitfallzieher das Tor nur um Haaresbreite.


Nach dem Seitenwechsel prüfte Marko Dukic mit einem Schlenzer Torhüter Tobias Heiland, der mit einer sehenswerten Parade zum Retter wurde. In der 52. Minute bewies auf der Gegenseite Achim Speiser, weshalb er Kotterns Lebensversicherung ist. Vom torgefährlichen Angreifer war davor (und auch danach) gar nichts zu sehen, doch nach einem schnell vorgetragenen Konter über die linke Außenbahn vollstreckte der 24-Jährige am kurzen Pfosten in Torjägermanier und erzielte sein 14. Saisontor im 22. Spiel.

Wie so oft in dieser Saison mussten die Löwen einem Rückstand hinterherlaufen, doch die Mannschaft von Matthias Pongratz bäumte sich auf und drängte auf den Ausgleich. Nun wurden die Innstädter plötzlich viel gefährlicher und Heiland musste sein ganzes Können aufbieten, um einen Knauer-Kopfball zur Ecke zu lenken (68.). Diese Ecke brachte jedoch den Ausgleich, denn der eingewechselte Michael Barthuber wuchtete den Ball aus sieben Metern per Kopf in die Maschen (69.). Jetzt waren die Löwen am Drücker, es dauerte aber bis zur Schlussphase, ehe die Chancen für den Lucky-Punch kamen. Zunächst hielt Heiland eine Volleyabnahme von Barthuber (86.) bravourös, ehe der Keeper Glück hatte, dass ein Barthuber-Kopfball knapp am Pfosten vorbeitrudelte, nachdem sich Heiland verschätzt hatte (88.). So blieb es beim 1:1, das einerseits immerhin einen Punkt nach Rückstand bedeutet, allerdings auch weiter auf den ersehnten Befreiungsschlag warten lässt.
Wasserburg: Boschner, Stephan, Knauer, Kokocinski, Lindner, Maxi Hain, Höhensteiger, Neumeier, Goncalves (ab 62. Barthuber), Denz (ab 85. Reiter), Dukic
 
Tore: 0:1 Achim Speiser (52.), 1:1 Michael Barthuber (69.)
 
Zuschauer: 305

JAH / Foto: Pfuhl