... zwischen Au am Inn und Mittergars doch eine Hängebrücke gebaut würde? - Neue Serie der Wasserburger Stimme, Teil 2


Was wurde aus dem Vorhaben, zwischen den Ortschaften Mittergars und Au eine Hängebrücke für Fußgänger und Radfahrer zu bauen? Einige Initiatoren hatten nach umfangreicher Recherche und Sammlung von Infos die Projektplanung vorangetrieben. Im Jahr 2016 dann der „Todesstoß“ für die mögliche Hängebrücke: Der Garser Gemeinderat hatte sich gegen die Brücke ausgesprochen. Erst wenn ein passender Betreiber gefunden würde, sei man bereit, dem Projekt Unterstützung in Form eines Zuschusses in Höhe von 100.000 Euro zu gewähren.


Eine Machbarkeitsstudie samt Kostenrechnung war in Auftrag gegeben. Ein erfahrener Architekt, der solche Projekte unter anderem in Österreich mitbetreute, konnte alle Fakten und Möglichkeiten für eine Hängebrücke über dem Inn erläutern. Die damalige Kostenschätzung: 800.000 Euro. Der zu diesem Zeitpunkt amtierende Mühldorfer Landrat Georg Huber signalisierte, über verschiedene Fördertöpfe große Summen für das Projekt zu beantragen. Als Betreiber wollten sich damals aber weder der Landkreis selbst, noch die Gemeinde Gars einsetzen lassen.

„Benutzung auf eigene Gefahr“ klappt nicht

„Großer Punkt war damals schon die Haftung und wer die Brücke als Betreiber unterhalten und Pflegen soll“, heißt es vom amtierenden Bürgermeister aus Gars, Robert Otter. Er sei sich sicher, dass es eine Aufwertung für die gesamte Region wäre, und sowohl den Tourismus aber auch die örtlichen Familien begeistern würde. „Jetzt, wo es sich andeutet, dass es in Au am Inn bald wieder zwei attraktive Gastronomiebetriebe geben wird, wäre es natürlich besonders interessant, wieder eine Direktverbindung zwischen Mittergars und Au zu ermöglichen“, so das Garser Gemeindeoberhaupt.

Doch weil sich kein Betreiber finden und die Kommune selbst dies nicht stemmen könne, liege eine Realisierung in weiter Ferne, betont Otter weiter. Nachfolgekosten und Haftungsübernahme seien wichtige Punkte, ohne deren Klärung solch ein Projekt nicht funktionieren werde.

„Schade“ finden die einstigen Initiatoren, die sich gerne eine solche Aufwertung der Region gewünscht hätten und schon vor Jahren großes Engagement bei der Projektentwicklung aufbrachten. Jahrzehntelang gab es in dem Bereich, in dem die Brücke hätte sein können, einen Fährbetrieb, der die Ortschaften Mittergars und Au am Inn näher zusammenrücken ließ.

Möglichkeit der Innquerung besteht zukünftig vielleicht

Ganz ausschließen wolle er es nicht, dass in Zukunft eine direkte Querung über den Inn möglich sei, hieß es aus dem Rathaus: „Es gibt in Amsterdam ein Testprojekt mit autonomen Booten, die von einer Seite der Grachten zur anderen Menschen befördern können“, erzählt der Garser Rathauschef weiter. Er finde diese Idee nicht schlecht, könne sie doch auch als Alternative zur kostenintensiven Brücke diskutiert werden. „Hier könnte man möglicherweise auch energetisch gelungen mit Strom aus der nächsten Umgebung die Boote betreiben“, überlegt Otter.

Sicherlich sei das alles Zukunftsmusik, doch die Gedanken seien durchaus erlaubt, um das Gemeindegebiet noch attraktiver zu gestalten. Die autonomen Boote (Roboats genannt) könnten so programmiert werden, dass man nicht nur von A nach B über den Inn gefahren werde, sondern auch noch ein Stückchen entlang der Innstrecke Fahrzeit verbringen könnte. „So hätte man vielleicht auch eine Möglichkeit, das Festland vom Inn aus anzusehen“, schwelgt der Bürgermeister.

Es sei noch alles ein niederländisches Pilotprojekt, doch er sei gespannt, wie sich diese Testphase entwickle, so Otter abschließend. Schön fände er es definitiv, da sich Au ja auch touristisch wieder neugestalte und dort auch gern genutzte Radwege münden.

Wer sich über das Pilotprojekt der autonomen Boote informieren möchte, kann dies mit folgendem Infovideo auf Youtube tun.

Von Regina Mittermair