Bürgerinitiative „Gegen Gasbohren Halfing“ freut sich über Bekanntmachung 


Am gestrigen Mittwoch fand das 4. Dialogforum zur geplanten Erdgasförderung in Halfing statt. Auf Gesuch von Barbara Bschorr von der Bürgerinitiative „Wir Haflinger“ durften sich neben den aktiven Teilnehmern dieses Mal auch passive Teilnehmer per Zoom einklinken, um alle Interessierten größtmögliche Information zu Gewährleisten. „Uns ist die transparente und umfassende Information unserer Mitbürger sehr wichtig“, so Bschorr. Nachdem der erste Tagesordnungspunkt, die Vorstellung des Hydrogeologischen Gutachtens, welches die Firma Wintershall in Auftrag gegeben hatte, durch das beauftragte Ingenieurbüro erläutert wurde, gaben die Vertreter der Firma „Wintershall DEA“ eine unerwartete Wendung bekannt: So habe man eine Neubewertung des  Portfolios vorgenommen und stelle das Projekt einer geplanten Gasbohrung in Halfing/Irlach ein.


 

Erst vor Weihnachten hatte die Bürgerinitiative „Gegen Gasbohren in Halfing“, Andy Gheorghiu und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ein Schreiben an Staatsminister Aiwanger mit der Bitte gesendet, das Bergamt Südbayern anzuweisen, die Aufsuchungserlaubnis Grafing zu widerrufen. In dem Schreiben legten die Absender durch detailliert und mit Angabe der entsprechenden Rechtsquellen dar, dass diese Bergbauberechtigungen rechtswidrig und ohne die entschiedene, vorgeschriebene Gemeindebeteiligung erteilt und verlängert wurden.

Im Laufe des letzten Jahres hatten sich die Bürgerinitiative „Gegen Gasbohren in Halfing“ formiert. Die Online-Petition, welche durch diese Initiative ins Leben Gerufen wurde hat zum jetzigen Zeitpunkt über 4.800 Stimmen erreicht. „Eine Erdgasförderung im 21 Jahrhundert mit all Ihren Klima- und Umweltfolgen war von Anfang an irrwitzig. Nun muss konsequenter Weise die rechtliche Aufhebung erfolgen“, so Andrea Aicher, Gründerin der Bürgerinitiative „Gegen Gasbohren in Halfing“.

Die bereits bestehende Bürgerinitiative „Pro Halfing“ und einige Mitglieder der Bürgerinitiative „Wir Haflinger“ setzten sich fast ein Jahr lang stark dafür ein, das Projekt zu verhindern. Die in Halfing avisierten Bohrstellen wären inmitten von Wasser-­ und Naturschutzgebieten entstanden. „Wir sind froh, dass unser vehementer Widerstand basierend auf Fakten endlich Früchte getragen hat“, sagt Helmut Dörner von der BI Pro Halfing.

Im Laufe des Jahres erhielten die örtlichen Initiativen Unterstützung aus ganz Deutschland und solidarisierten sich mit betroffenen Bürgern aus Öl- und Gasförderregionen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Kassel, um nicht nur den Widerstand gegen die Gasbohrung in Halfing sondern gegen weltweite Projekte zum Beispiel in Sibirien und Argentinien, wo das „Wintershall“ jeweils die klima-, umwelt- und gesundheitsfeindliche Fracking-Fördermethode einsetzt.

 

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