Bau- und Umweltausschuss Haag will keine weitere Kiesgrube - Erschließungssituation ist nicht optimal


Eine neue Kiesgrube soll südlich der B12 auf der Höhe von Sinkenbach entstehen. Einen Antrag dazu behandelte er Bau- und Umweltausschuss Haag in seiner jüngsten Sitzung. Das gemeindliche Einvernehmen wurde aufgrund Stimmengleichheit nicht erteilt – jetzt entscheidet das Landratsamt.


Für 15 Jahre sind die Abgrabungen laut Antrag angesetzt, nach 18 Jahren sollen die Wiederverfüllung und Rekultivierung abgeschlossen sein. Der Kiesabbau finde auf einer im Regionalplan vorgesehenen festgelegten Vorrangfläche ab. Trotzdem sprachen sich einige Ausschussmitglieder gegen das Vorhaben aus.

„Ich finde furchtbar, dass wir schon wieder ein neues Loch aufgraben“, betonte Stefan Högenauer (CSU). „Es sind noch genügend Gruben da, bei denen die Löcher immer tiefer, größer und breiter werden“, deshalb könne er dem Vorhaben einer neuen Kiesgrube nicht zustimmen. „Es entsteht eine Mondlandschaft“, kritisierte er und sprach zudem die Erschließungssituation an. „Fußgänger und Radfahrer nutzten den Weg neben der B12, es wäre nicht optimal, das mit LKW-Verkehr zu mischen.“

Dr. Bernhard Grabmeyer (FWH) merkte ebenfalls an: „Wir wollen, dass es vorwärts geht mit der Rekultivierung.“ Bevor eine neue Grube entstehe, sollen die bestehenden aufgefüllt werden. „Erst das Eine und dann das Neue.“ Bürgermeisterin Sissi Schätz aber betonte, der Antragsteller habe mit den übrigen Kiesabbauunternehmern nichts zu tun und „wir können ihm nicht zum Vorwurf machen, wenn andere nicht rechtzeitig rekultiviert haben“.

Auf Nachfrage von Herbert Zeilinger (WFH), was die Gemeinde tun könne, um die neue Kiesgrube zu verhindern, erklärte die Rathaus-Chefin: „Wir haben schon mehrmals erlebt, dass bei Nicht-Erteilen des gemeindlichen Einvernehmens das Landratsamt diese Beschlüsse ersetzt und dem Antrag stattgegeben hat.“ Auch in diesem Fall rechne sie mit einem solchen Ausgang.

Josef Hederer (PWG) merkte an, der Ausschuss solle „trotzdem Farbe bekennen“. Er selbst nutze den Weg, auf dem künftig Lastwagenfahrer entgegenkommen werden. „Dort sind Kinderwägen, Jogger und Radfahrer unterwegs.“ Deshalb solle eine Forderung in den Beschluss aufgenommen werden, dass das gemeindliche Einvernehmen nur erteilt werde, wenn die Zufahrt nicht entlang des Fuß- und Radweges erfolge.

Auch Klaus Breitreiner (CSU) stimmte zu: „Das schaut furchtbar aus.“ Allerdings betonte er auch, dass sich die Gemeinde nicht dagegen wehren könne. „Wir wollen alle bauen und brauchen alle Arbeit“, dafür brauche es Kiesabbaugebiete. Deshalb wolle er dem Antrag zustimmen. Gleichzeitig wolle er aber „bei der anderen Kiesgrube Druck aufbauen, dass sie geschlossen wird“.

Der Beschluss über das gemeindliche Einvernehmen für die neue Kiesgrube südlich der B12 auf Höhe von Sinkenbach brachte Stimmengleichheit mit 5:5. Damit sei der Vorschlag abgelehnt. Im nächsten Schritt werde sich zeigen, ob das Landratsamt den vom Bau- und Umweltausschuss gefassten Beschluss ersetzt und den Kiesabbau genehmigt.