Auch Schützenbrüder klopften für zusätzliche Gelder bei der Stadt an


Zäher Vereinsalltag in der Region: Die stets wechselnden Regeln und Einschränkungen bringen Vereine an ihre Grenzen. Gestern Abend hat der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Wasserburg zwei Bitten behandelt, bei denen um zusätzliche Gelder geworben wird.


Soll es einen noch höheren Zuschuss der Stadt für die Basketball-Abteilung des TSV Wasserburg geben? Wäre es stimmig, den Schützenbrüdern eine Erhöhung des jährlichen Betrags zu gewähren? Zwei Vereine aus der Stadt hatten sich an die Verwaltung gewandt und um monetäre Zusatzleistungen gebeten.

Ein Fakt, der definitiv nicht wegzudrängen ist, war eindeutig: Infolge der Corona-Krise sind die Vereine in ihren Leistungsfähigkeiten stark eingeschränkt. Dennoch seien alle Verbindlichkeiten zu bestreiten.

Für die Basketball-Abteilung brachen monatelang bereits die Einnahmen aus Zuschauerkarten weg, was die Verantwortlichen zum Anlass nahmen und um eine Erhöhung des jährlichen Zuschusses um weitere 2.000 Euro auf dann 20.000 Euro baten.

Einleuchtend für alle seien die schweren Zeiten und fehlenden Sponsorengelder, hieß es in der Diskussion. Dennoch gewähre die Stadt dem Basketballsport ohnehin bereits einen großen Säckel an Geldern, weshalb man von einer weiteren Erhöhung des Jahreszuschusses absehen möchte.

„Wir sehen gerade in dieser schweren Zeit und den coronabedingten Einschränkungen viele Abteilungen in einer angespannten Situation“, betont Stadtoberhaupt Michael Kölbl. Deshalb plädiere er für einen grundsätzlichen Weitblick und nicht lediglich für die Basketball-Abteilung. Man stehe dem Hauptverein immer für Gespräche zur Verfügung, um Nöte zu besprechen.

Was ist gerechtfertigt – wann wird es unverhältnismäßig?

Die Basketball-Abteilung erhalte für die Jugendarbeit im Verein bereits seit der Spielsaison 2017/2018 einen laufenden Zuschuss von 18.000 Euro – statt bislang in Jahren zuvor 15.000 Euro. Auch die Erhöhung der allgemeinen Sportfördermittel sei eine weitere gute Aufstockung gewesen. „Als Ausgleich für die Einnahmeausfälle in Folge der Maßnahme zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Jahr 2021 wurden die Sportfördermittel (sogenannte Vereinspauschalen) verdoppelt“, heißt es in den Vorworten zum Beschlussvorschlag.

Edith Stürmlinger erinnerte an die große Imageaufwertung, die Wasserburg durch die Basketball-Erfolge erhalten habe. „Es wäre daher eine schöne Sache, hier dem neuen Antrag auf zusätzliche 2.000 Euro stattzugeben“, so die dritte Bürgermeisterin.

Sie beantragte daher, den jährlichen Betrag von 18.000 Euro sehr wohl auf 20.000 Euro aufzuschlagen. Schlussendlich haben die werbenden Worte Stürmlingers aber nichts gebracht, sie stimmte allein für den erhöhten Zuschuss. Somit bleibt es bei den bisherigen Geldern.

Schützenbrüder möchten alles gut schaffen

Die Schützenbrüder Wasserburg, ein eingetragener Verein, sind Mieter der Stadtwerke Wasserburg oben im Badriazentrum. Seit Mai 2007 wird jährlich ein Zuschuss in Höhe von 5.000 Euro gewährt, um unter anderem die Kosten für den Schießstand mit zu unterstützen.

Damit die Verbindlichkeiten auch weiterhin zu schaffen seien, haben die Schützen jetzt um eine Erhöhung auf zukünftig 6.000 Euro gebeten. Dadurch sehe man sich weiter in der Lage, die Begleichung der Miete inklusive der Nebenkosten für den Schießstand am Badria zu schaffen.

Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses stimmten für die Erhöhung. Werner Gartner lobte, dass die Schützenbrüder ohnehin stetig versuchen würden, die finanziellen Belange aus eigenen Kräften zu stemmen. Nun können sich die Schützen auf die zusätzlich 1000 Euro ab diesem Jahr freuen.

RM