In zwei Wochen 40 Corona-Todesfälle - Vor allem erneut Altenheime von Ausbrüchen betroffen - Der Wochenbericht des Landratsamtes


Seit dem letzten Corona-Wochenbericht wurden dem Gesundheitsamt 3.008 neue Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Dem Gesundheitsamt wurden erneut 20 Personen gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben sind. Das sind nun 40 Corona-Todesfälle in nur zwei Wochen!


235 Corona-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär in den Kliniken behandelt. Hiervon befinden sich insgesamt 35 Patienten mit schweren Verläufen auf einer Intensivstation.

In den Heimen in Stadt und Landkreis seien seit dem letzten Wochenbericht die Krankheitsfälle bei Bewohnern und auch bei Mitarbeitern weiter angestiegen, so die Behörde heute. Dabei sei der Anteil der positiv getesteten, vollständig geimpften Bewohner weiterhin beunruhigend hoch.

Etwa je die Hälfte der betroffenen Mitarbeiter in den Heimen sei geimpft oder ungeimpft gewesen.

So bestanden Corona-Infektionsgeschehen in der letzten Woche in 32 Alten- und Pflegeheimen bei 

249 Bewohnern (201 davon waren vollständig geimpft = 81%).

und 166 Mitarbeitern (75 nicht geimpft, 77 vollständig geimpft, drei unvollständig geimpft, in elf Fällen unbekannt).

Von fünf Heimbewohner, die ins Krankenhaus mussten waren vier vollständig geimpft.

Die hohe Zahl der positiv getesteten Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist dabei keineswegs Beweis einer fehlenden Impfeffektivität sondern vielmehr Ausdruck dafür, dass aufgrund nachlassender Schutzwirkung bei den Betagten und Hochbetagten dringend Auffrischimpfungen erforderlich sind, wenn die Impfserie vor einem halben Jahr stattfand. Sofern bislang keine Impfung erfolgte oder nicht vollständig geimpft wurde, sollten dringend Nachholimpfungen verabreicht werden. „Ich appelliere noch einmal nachdrücklich an alle Beschäftigten in der Pflege und Therapie, dem Service und dem Reinigungsdienst in Pflegeheimen sowie an die Angehörigen der Pflegebedürftigen, die sich bislang noch nicht für eine Impfung entscheiden konnten, sich einen vollständigen Impfschutz geben zu lassen. Ungeimpfte setzen die in den Einrichtungen betreuten und behandelten Bewohnerinnen und Bewohner einer unnötigen Gefahr aus. Ich finde diese Haltung auch ethisch nicht vertretbar“, verdeutlicht Hierl.

 Bewertung des Infektionsgeschehens durch Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim

„Die Lage in Stadt und Landkreis ist weiterhin dramatisch. Keinesfalls dürfen wir uns hinreißen lassen, aufgrund der sinkenden Inzidenz ‚Entwarnung‘ zu geben. In der Region Rosenheim sind in der letzten Woche lediglich bei den täglichen Fallzahlen die absoluten Spitzenwerte der Vorwoche zwischen 800 und 1.100 ausgeblieben. Weiterhin stecken sich jeden Tag zwischen 500 und 600 Personen mit dem Virus an.

Dies führt dazu, dass auch weiterhin unweigerlich schwerste Erkrankungen entstehen, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Da hilft kein Schönreden. Vorsichtig optimistisch können wir sein, dass die strengen Beschränkungsmaßnahmen, die ja in der Region 18 schon seit längerem bestehen, endlich greifen. Die gilt es aber auch weiterhin strikt einzuhalten.

Jede Bürgerin und jeder Bürger ist aufgerufen, im Alltag die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten. Die Impfung ist für mich persönlich absolut ethische Verpflichtung und Dienst an der Gesellschaft.“ 

Impfungen:

Insgesamt sind bis zum 02.12.2021 in Stadt und Landkreis Rosenheim 241.640 Schutzimpfungen gegen COVID-19 erfolgt, überwiegend in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern sowie dem gemeinsamen Impfzentrum auf der Loretowiese. 114.647 davon waren Erstimpfungen, 109.104 Abschlussimpfungen (Zweitimpfung oder einfache Impfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson) und 17.889 Auffrischungsimpfungen. Insgesamt 13.088 Impfungen wurden in stationären Einrichtungen in Stadt und Landkreis verabreicht. 7.089 Impfungen wurden an Sonderimpftagen durchgeführt. Es ist ein deutlicher Anstieg bei der Nachfrage nach Impfungen gegen das Coronavirus zu verzeichnen, erfreulicherweise auch bei den Erstimpfungen. Impfungen im Impfzentrum können aktuell nicht mehr ohne vorherige Terminvereinbarung durchgeführt werden.

Seit dem 31.03. bis einschließlich 02.12.2021 haben niedergelassene Ärzte insgesamt 191.155 Erst-, Abschluss- und Auffrischungsimpfungen durchgeführt. Die Arztpraxen handeln unabhängig vom Impfzentrum Rosenheim.

Jeder impfwillige Bürger ab zwölf Jahren erhält direkt nach der Registrierung die Möglichkeit zur Vereinbarung eines Impftermins im Impfzentrum. Auf diesem Weg ist eine Impfung mit einem überschaubaren zeitlichen Aufwand möglich.

Weiterhin dürfen sich alle Bürger für die Impfung gegen COVID-19 unter www.impfzentren.bayern registrieren, ausnahmsweise auch telefonisch unter der Rufnummer 08031/ 365 8899.

Auf diesen Wegen können Termine für Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen vereinbart werden. Impfungen im Impfzentrum können aktuell nicht mehr ohne vorherige Terminvereinbarung durchgeführt werden. Das Impfzentrum Rosenheim ist nun täglich von 8 bis 17 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr, geöffnet. Derzeit werden die Kapazitäten des Impfzentrums Rosenheim erweitert, so das Amt heute.

Der Blick auf die Gemeinden: