Quer durch alle Branchen: Viele Betriebe suchen händeringend nach Personal - Der Arbeitsmarkt-Bericht für Oktober


Die Betriebe suchen händeringend nach neuen Mitarbeitern/innen: In Zahlen ausgedrückt bedeutet das, dass die Zahl der gemeldeten Stellen im Oktober mit 5.220 über dem Wert von vor einem Jahr (3.920) und auch von vor zwei Jahren (4.930) lag. Das ist ein Fazit aus dem aktuellen Arbeitsmarkt-Bericht der heimischen Agentur für Arbeit für den Monat oOtober!


Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote derzeit bei 2,2 Prozent (Oktober 2020: 3,0 Prozent). Die Zahl der arbeitslosen Menschen insgesamt für den Landkreis beträgt 3165. Hier sind 1.898 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 225 weniger als im Vormonat.

Beim Jobcenter Landkreis Rosenheim sind 1.267 arbeitslose SGB II-Kunden*innen registriert, 46 weniger als im September. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.019 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.466 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

„Auch im Oktober setzte sich die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt fort. In den witterungsabhängigen Berufsgruppen Hotellerie/Tourismus, Bau- und Baunebengewerbe sowie Garten- und Landschaftsbau konnte aufgrund der anhaltend milden Temperaturen weitergearbeitet werden und es ist bisher kaum zu Freistellungen über die Wintermonate gekommen. Die Zahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind, ist weiter um 660 auf 7.180 zurückgegangen. Der Wert liegt damit deutlich (-2.600) unter dem von vor einem Jahr und nur noch marginal (+390) über dem Wert von vor zwei Jahren“, sagt Michael Vontra, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Rosenheim.

„Dabei gibt es attraktive Möglichkeiten, das angestammte Fachpersonal über die Wintermonate weiter zu beschäftigen. Die Zeit, in der weniger Arbeit anfällt, kann gut für Qualifizierungen und Weiterbildungen bis zum Berufsabschluss genutzt werden. Die Kosten dafür und der Arbeitsentgeltzuschuss können – wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind – bis zu 100 Prozent übernommen werden.

Für die Stadt und den Landkreis Rosenheim beraten Anna Buschmann (Tel. 08031/202-425), Ivana Reischl (Tel. 08031/202-279) und Franziska Schmaus (Tel.  08031/202-232) und für die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen Elke Neugebauer (Tel. 08024/9047-52). I

m Baugewerbe ist im Winterhalbjahr z. B. eine Qualifizierung vom/von der/dem Helfer/in zunächst zum/zur Hochbaufacharbeiter/in (1. Jahr) und danach zur/m Maurer/in (abgeschlossene Berufsausbildung) (2. Jahr) möglich.

Mehr Informationen stehen unter anderem im Internet unter www.arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung.“ Vontra fügt hinzu: „Leider ist es nicht immer möglich, die Beschäftigung über die Wintermonate fortzusetzen. Vielleicht ergeben sich für die Betroffenen jedoch Möglichkeiten, wenn sie über die Grenzen des eigenen Berufs oder der Region schauen. Corinna Böning (Tel. 08031/202-553) und Bernhard Schober (Tel. 08031/202-568) von der EURES-Beratung informieren auch über Beschäftigungsmöglichkeiten im Ausland.

Informationen stehen im Internet unter www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rosenheim/eures.“

Die Arbeitslosenquote gesamt im Agenturbezirk ist um 0,2 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent zurückgegangen (Oktober 2020: 3,2 Prozent; Oktober 2019: 2,2 Prozent).

Um 660 Menschen mehr haben sich aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet als sich neu oder erneut gemeldet haben. Dabei ist die Anzahl der als arbeitslos gemeldeten Menschen erfreulicherweise in so gut wie allen Berufsgruppen gesunken“, sagt Vontra und führt weiter aus:

„Diese Entwicklung unterstreicht eine aktuelle Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das ist die „Denkfabrik“ der Bundesagentur für Arbeit: Daraus geht hervor, dass die Beschäftigung in unserem Agenturbezirk 2022 um mehr als 2,0 Prozent weiter zunehmen und die Arbeitslosigkeit auf einem niedrigen Niveau verharren wird.

Fachkräfte zu sichern ist heutzutage das A und O und diese werden in einigen Bereichen bereits wieder knapp. So waren in den Berufsgruppen Maschinen- und Fahrzeugtechnik (u.a. Kfz-Mechatroniker/in) zuletzt 200 Bewerber/innen und 340 Arbeitsplatzangebote gemeldet. In den medizinischen Gesundheitsberufen (u.a. (Zahn)Medizinische/r Fachangestellte/r) war die Relation 220 Bewerber/innen zu 470 Stellenangebote.

Ich möchte Betriebe einladen, sich am besten gleich bei uns zu melden und sich über Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren. Diese reichen von der Kontaktaufnahme und dem Kennenlernen – auch in Form von Probearbeit – über die Einarbeitung mit entsprechenden Qualifizierungen bis zu Weiterbildungen am Arbeitsplatz bis hin zum Berufsabschluss. Die Kolleginnen und Kollegen vom Arbeitgeberservice beraten dazu unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20.“

Er sagt weiter zur positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt: „Erfreulicherweise profitieren alle Personengruppen davon: Unter 25- und über 50Jährige genauso wie Menschen mit ausländischem Pass und Menschen mit Schwerbehinderung. Bei ihnen allen sind weniger Menschen arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr. Und auch bei den Personen, die bereits länger als zwölf Monate bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter gemeldet sind und die deshalb als langzeitarbeitslos gelten, ist die Gruppe erneut kleiner geworden“, sagt er. „Besonders viel Bewegung ist um diese Jahreszeit bei den unter 25-Jährigen:

Einige junge Frauen und Männer haben in den vergangenen Wochen noch eine Ausbildung begonnen, andere haben sich wegen Schulbesuchs oder der Aufnahme eines Studiums abgemeldet. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist bei dieser Personengruppe deutlich um 200 auf 590 gesunken.“

Vontra appelliert an die Jugendlichen, die noch nach einem Ausbildungsplatz für heuer suchen, sich am besten gleich unter der Rufnummer 08031 / 202-222 bei den Berufsberatern*innen zu melden. „Die Kolleginnen und Kollegen halten Angebote für Berufsausbildungsstellen mit Starttermin sofort bereit und geben wertvolle Tipps zu Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen. Melden Sie sich schnell bei uns und wir unterstützen Sie, damit es mit der Ausbildung doch noch in diesem Jahr klappt. Denn der Einstieg ist oft noch bis Jahresende möglich.“ (Der Abschlussbericht zum Berufsberatungsjahr 2020/2021 wird in diesem Monat separat veröffentlicht).

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent (Vormonat: 4,2; Oktober 2020: 5,3 Prozent). Derzeit sind 403 Bürger*innen ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden*innen, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, sank die Arbeitslosenzahl um 95 auf 585 Betroffene. Für 818 arbeitslose SGB II-Kunden*innen, 37 weniger als im September, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.948 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.543 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
  • Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen beträgt die Arbeitslosenquote 2,0 Prozent (Vormonat: 2,2; Oktober 2020: 3,0 Prozent). Das entspricht 443 beschäftigungslosen Bürgern*innen. Davon sind 941 Männer und Frauen, 96 weniger als vor einem Monat, in den Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 502 Betroffene, 20 weniger als im September, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.809 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.447 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 169 Bürger*innen arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 2,1 Prozent (Vormonat: 2,3; Oktober 2020: 2,6 Prozent) entspricht. Davon sind 767 arbeitslose Männer und Frauen bei der Arbeitsagentur in Holzkirchen gemeldet, 89 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger*innen nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als „zugelassener kommunaler Träger“ (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 402 Arbeitslose gemeldet, 48 weniger als im September. Insgesamt betreut das Jobcenter 964 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 779 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.