So viele Maßnahmen: Vorstand Georg Reinthaler zog Bilanz bei der Jahresversammlung des Landschaftspflegeverbands Rosenheim


Mit einem Wiesensamen-Erntegerät hat der Landschaftspflegeverband Rosenheim einige Hektar artenreichen Grünlands besammelt, hier am Hitzelsberg in Bernau am Chiemsee – siehe Foto. Die Jahreshauptversammlung dieses Landschaftspflegeverbands Rosenheim fand jetzt in der Gemeinde Rohrdorf statt. Nach Grußworten des gastgebenden Bürgermeisters Simon Hausstetter, der auch Vorstandsmitglied im LPV ist, begrüßte der Vorsitzende Georg Reinthaler (Bürgermeister Eiselfing) die Mitglieder, die ins Hotel zur Post in Rohrdorf gekommen waren und die Gemeinde Stephanskirchen als 29. Mitgliedsgemeinde. Reinthaler bedankte sich bei allen Mitgliedern (Landkreis, Gemeinden, Verbands- und Einzelmitglieder) für die Unterstützung des Verbands.


Besonders betonte er die gute und reibungslose Zusammenarbeit der drei Interessensgruppen (Landwirtschaft, Kommunen und Naturschutz) in der Vorstandschaft und im gesamten Verband.

In seinem Bericht ging Reinthaler auf Beschlüsse der vergangenen Vorstandssitzungen ein. So berichtete er unter anderem, dass der LPV Rosenheim Ende 2020 seine Geschäftsstelle vom Stadtzentrum Rosenheim nach Söchtenau verlegt hat. Ortseinsichten auf den Pflegeflächen seien so rascher und kurzfristiger durchführbar. Für Mitglieder und für die Landschaftspflege tätige Landwirte sei die Geschäftsstelle nun gut erreichbar.

LPV-Geschäftsführer Markus Höper und die Fachkräfte berichteten über die Tätigkeiten im letzten Jahr: Dazu gehörten die Mahd von Moorwiesen (Streuwiesen) und Magerwiesen, zahlreiche Almpflegemaßnahmen, die Anlage von Hecken und Streuobstwiesen sowie die Gewinnung von Wiesensamen aus artenreichen Extensivwiesen.

Neben der klassischen Landschaftspflegearbeit auf rund 1.000 Hektar im gesamten Landkreis Rosenheim auf rund 500 Einzelflächen gab es auch neue Aufgaben für den LPV, darunter die Anlage von Dauer-Blühflächen und die Beratung zu Ausgleichsflächen von Mitgliedsgemeinden.

Für die Anlage von insektenfreundlichen Wiesen hat sich der LPV Rosenheim für ein DVL-Projekt (Deutscher Verband der Landschaftspflegeverbände) beworben und kann unter dem Motto „NATÜRLICH BAYERN“ bis 2022 geförderte Maßnahmen durchführen, die insektenfreundliche Biotope herstellen.

So konnten 2021 umfangreiche Beerntungen auf ausgewählten Wildblumenwiesen durchgeführt werden. Das gewonnene Saatgut wird im Anschluss zur Aufwertung von artenarmen Wiesen verwendet werden.

Zwei spannende Aufgaben im letzten Vereinsjahr waren die Anlage eines Auwaldes entlang der Murn an der Gemeindegrenze zwischen Vogtareuth und Griesstätt in enger Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde Rosenheim und den angrenzenden Waldeigentümern sowie der Aufbau eines Beweidungskonzepts mit Dexter-Rindern zur Pflege von Weideflächen. Diese Rinder zeichnen sich durch ein sehr ursprüngliches Fressverhalten aus – so entfernen sie als vierbeinige Landschaftspfleger alten Grasfilz, Schilf und Brombeeren.

Vorstand Georg Reinthaler bedankte sich auch bei allen Grundeigentümern, die den Verband in seiner Arbeit unterstützen. „Wie schon in den Jahren zuvor, wurden heuer in keinem anderen Landkreis in Oberbayern so viele Landschaftspflegemaßnahmen durchgeführt wie in Rosenheim.“

Die Maßnahmen wie Moor- und Streuwiesenpflege, Streuobst- und Heckenpflanzungen, die Pflege von Almwiesen, Beweidungsprojekte und das Anlegen von Blühflächen und Kleingewässern kommen der heimischen Natur und somit der Allgemeinheit zugute.

gr

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