Nach langer Zeit in der Pandemie: Pflicht zur Kontaktdatenerfassung entfällt in ganz Bayern - Mit Ausnahmen

Den Namen bitte, die Adresse und Telefonnummer – das wird es nun beim Pizza-Essen oder an der Kino-Kasse nicht mehr heißen: Nach langer Zeit in der Pandemie entfällt ab kommenden Freitag in ganz Bayern in den meisten Bereichen die Pflicht zur Kontaktdatenerfassung.


Eingeführt, um nahe Kontakte von Infizierten in der Corona-Pandemie schnell ausfindig machen und eben eventuell in Quarantäne schicken zu können. Das heißt: In der Gastronomie, im Vereinsleben und bei kulturellen Veranstaltungen müssen die Bürger nun also keine persönlichen Daten mehr angeben, um die Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen.

Konkret betrifft das unter anderem Kino- oder Restaurantbesuche. Das hat das bayerische Kabinett gestern beschlossen.

Die Staatsregierung verbiete die Erhebung von Kontaktdaten aber nicht, betonte Staatskanzleichef Florian Herrmann – wie der Bayerische Rundfunk berichtet.  In den nun gestrichenen Bereichen bringe die Erfassung der Kontaktdaten keinen Mehrwert mehr für die Gesundheitsämter, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek. Man gebe damit aber nicht grundsätzlich die Ermittlung von Kontaktpersonen auf.

Die Ausnahmen: Weiterhin erfasst werden müssen die Kontaktdaten bei geschlossenen Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern – laut Herrmann gilt das sowohl innen als auch außen. Zudem müssen die Kontaktdaten weiter in (Tanz-)Clubs und Diskotheken erhoben werden. Auch bei körpernahen Dienstleistungen und in Gemeinschaftsunterkünften (etwa Schlafsälen in Jugendherbergen oder Berghütten) müssen Kontakte noch erfasst werden.

Ende August hatte die Staatsregierung noch erklärt, gerade mit Blick auf das wieder ansteigende Corona-Infektionsgeschehen bleibe es weiter wichtig, Ansteckungen schnell zu erkennen und Infektionsketten gezielt zu unterbrechen.

Quelle BR