Mehrere Förder-Projekte unterstützen bei der Sicherung des Stadtarchivs Wasserburg

„Unser Archiv kann sich sehen lassen“, stieg Bürgermeister Michael Kölbl in die Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Wasserburger Stadtrats ein. Hierzu begrüßte er Stadtarchivar Matthias Haupt, der einen kurzen Überblick über die Bestandserhaltungsprojekte der vergangenen Jahre gab.


Mit insgesamt etwa 3.000 Laufmeter Umfang und 5.000 Urkunden aus dem Spätmittelalter und der Frühneuzeit sei das Stadtarchiv Wasserburg „eines der vollständigsten und reichhaltigsten Archive in Altbayern“, so Haupt in seinem Vortrag. Um die Objekte, die teilweise bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen, zu erhalten und Altbestände zu sichern, habe er sich bereits seit 2011 um so genannte KEK-Förder-Projekte beworben. Die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) wurde in dem Jahr gegründet und unterstützte Wasserburg mit dem Modellprojekt „Feuer und Wasser“. Ausgangslage dafür war der Stadtbrand aus 1874, durch den Wasser in das Archiv eingetreten sei und „massive Schäden“ verursacht habe. Schimmelbefall, Fettablagerungen und Ruß waren die Folge.

Um die Erhaltung der Karten- und Plansammlung ging es dann im KEK-Projekt „Vorsorge im Großformat. Hand in Hand zur Schonung des Objekts“ in 2013. Hierbei wurden eingestaubte, verschmutzte und zerknickte Bauzeichnungen, die teilweise bis 1800 zurückgehen, restauriert „und in dem Zuge digitalisiert“, so der Stadtarchivar. Ein Jahr später war das Bildarchiv Fokus der Förderung bei dem Projekt „Nachhaltiger Schutz für die heterogene Bildarchivsammlung“. Etwa 40.000 Fotografien, die bis in die 1860er Jahre zurückreichen, mussten alterungsbeständig verpackt werden. Das in dem Zuge der Projekte erstellte Schadenskataster ermögliche einen Überblick. Dadurch konnte in 2015, 2018 und 2019 bei den Anschlussprojekten der Restaurierung des Altarchivs effektiver gearbeitet werden.

„Etwa die Hälfte der zu restaurierenden Objekte konnte bereits behandelt werden“, betonte der Stadtarchivar. In einem Ausblick machte er deutlich, dass noch einige Pläne restauriert werden müssen, auch habe man sich „noch nicht mit den Beständen des 19. Jahrhunderts beschäftigt“. Außerdem sollen auch Bibliotheksbestände gesichert werden.

In einem Archiv „ist das Wissen aus Jahrhunderten“ angesammelt, so Dr. Hermann Budenhofer (Frei Wähler reitmehring). Doch solle dieses nicht nur aufbewahrt werden, sondern auch zugänglich sein. Deshalb wollte er wissen, ob auf die Objekte zugegriffen werden kann. Das sei möglich, so der Stadtarchivar. Angefragte Objekte werden in dem Zuge auch gleich digitalisiert. Auf die Frage von Armin Sinzinger (Wasserburger Block), wie viel bereits digitalisiert sei, antwortete Haupt, das betreffe hauptsächlich den „Bestand, der oft genutzt wird“. Geplant sei allerdings „bis 2023 komplett online“ zu sein.