Der Arbeitsmarkt-Bericht für den Landkreis zum Monat September

Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 2,4 Prozent – im September vor einem Jahr lag sie bei 3,2 Prozent. Die Zahl der arbeitslosen Menschen insgesamt für den Landkreis beträgt 3.436. Hier sind 2.123 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 148 weniger als im Vormonat.


Bis zum Zähltag am vergangenen Sonntag lagen für den Monat September sechs Anzeigen für „Konjunkturelle Kurzarbeit“ für insgesamt 75 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte vor.

Das Jobcenter Landkreis Rosenheim kümmert sich um 1.313 arbeitslose SGB II-Kunden/innen, 31 weniger als im August. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.113 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.534 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

„Der regionale Arbeitsmarkt holt weiter auf und nähert sich Schritt für Schritt dem Niveau von 2019. Die Zahl der Menschen, die im ganzen Agenturbezirk arbeitslos gemeldet sind, ist weiter zurückgegangen (-510). Sie liegt jetzt bei 7.840 und damit deutlich (-2.410) unter dem Wert von vor einem Jahr und um 760 über dem Wert von September 2019.

Es freut mich besonders, dass die Zahl der arbeitslosen Menschen bei allen Personengruppen, also auch bei denjenigen, die schon länger als zwölf Monate bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter gemeldet sind und die deshalb als langzeitarbeitslos gelten, zurückgegangen ist“, sagt Michael Schankweiler, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim.

„Dabei macht es sich bemerkbar, dass die Personalverantwortlichen aus dem Urlaub zurückgekehrt sind: Die eingegangenen Bewerbungen werden gesichtet, Vorstellungsgespräche geführt und es kommt zu Einstellungen. Der Personalbedarf ist da und die Betriebe halten an ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fest. So lag die Zahl der Menschen, die sich bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern abgemeldet haben, im September mit 2.700 deutlich (+500) über der der Menschen, die sich neu oder erneut gemeldet haben.“

Die Arbeitslosenquote beträgt 2,5 Prozent. Sie liegt um 0,8 Prozentpunkte unter dem Wert von vor einem Jahr und um 0,2 Prozentpunkte über dem von vor zwei Jahren.

Der Leiter des operativen Bereichs, Michael Vontra, fügt zur Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hinzu:

„Der Personalbedarf zeigt sich auch dadurch, dass die Zahl der offenen Stellen im September weiter zugenommen hat. Aktuell sind mit 5.260 Arbeitsplatzangeboten mehr gemeldet als vor einem (3.780) und vor zwei Jahren (5.080). Die Betriebe suchen vor allem Fachkräfte.

Es waren zuletzt 2.680 Frauen und Männer mit dieser Qualifikation bei uns arbeitslos gemeldet, 1.100 weniger als vor einem Jahr und 260 weniger als vor zwei Jahren. Dem gegenüber stehen 3.000 Stellenangebote. Rein rechnerisch ist somit mehr als eine Stelle je Bewerber/in gemeldet. Viele Angebote – und auch mehr als vor zwei Jahren – gibt unter anderem in den Berufsgruppen (Innen-)Ausbauberufe (u.a. Maurer/in; Maler/in), Medizinische Gesundheitsberufe (u.a. Medizinische/r Fachangestellte/r) und Erziehung / soziale/hauswirtschaftliche Berufe (u.a. Kinderbetreuung/Sozialarbeit)“, sagt er.

„Im Helferbereich sind 1.210 Stellenangebote gemeldet. Die Zahl der Menschen, die als arbeitslos registriert sind, ist in den vergangenen zwölf Monaten moderater (-760) auf 3.090 zurückgegangen und liegt deutlich (+780) über dem Wert von vor zwei Jahren. Rein rechnerisch sind hier zwei bis drei Bewerber/innen je Stelle gemeldet“, betont Vontra.

Er fügt hinzu, dass Qualifizierung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie für Betriebe gleichermaßen wichtig ist, um sich richtig für die Zukunft aufzustellen und Arbeitsplätze zu sichern.

„Nutzen Sie die Zeit des Aufschwungs. Kommen Sie auf uns zu und lassen Sie sich über die vielseitigen Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten beraten. Diese beginnen bei der Kontaktaufnahme zwischen Bewerber/in und Betrieb. Und sie gehen weiter über eine sogenannte Probearbeit bis hin zu Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten, die sogar bis zum Berufsabschluss reichen“, sagt er.

„Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können sich an unsere Kolleginnen und Kollegen wenden, die „Berufsberatung im Erwerbsleben“ (www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rosenheim/berufsberatung-im-erwerbsleben) anbieten. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber finden unter www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rd-by/weiterbildung-qualifizierungsoffensive Informationen zu den Themen „Personal finden, binden, weiterbilden“. Zudem stehen die Kolleginnen und Kollegen vom Arbeitgeberservice unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20 für Fragen zur Verfügung.“

Vontra: „Es ist uns sehr wichtig, Kundinnen und Kunden individuell zu beraten. Ich möchte deshalb speziell auch alle, bei denen die Kinderbetreuung mit Beginn des Kindergarten- oder Schuljahres nun gesichert ist, einladen, sich bei uns zu melden. Wir haben in unserem Haus zwei Kolleginnen, die bei ihrer Beratung speziell auf die Herausforderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf eingehen. Unsere Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (Tel. 08031 / 202-381) und unsere Wiedereinstiegsberaterin (Tel. 08031 / 202-484) helfen Ihnen gerne.“

Ein Blick auf den Ausbildungsmarkt

Anfang September hat das Berufsausbildungsjahr offiziell begonnen.

Doch gibt es im Agenturbezirk Rosenheim junge Menschen, die noch keinen Ausbildungsplatz haben – noch genauso wie Betriebe, die händeringend nach einer Auszubildenden / einem Auszubildenden suchen.

Der Rosenheimer Agenturleitung ist die Ausbildung junger Menschen wichtig. Michael Schankweiler sagt hierzu: „Es bestehen nach wie vor gute Chancen noch in diesem Herbst in die Ausbildung zu starten. In den meisten Berufen ist dies noch bis Dezember möglich. Unsere Berufsberaterinnen und Berufsberater informieren gerne über die Berufe, in denen es noch offene Ausbildungsstellen gibt und geben Tipps zu Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen.“

Direkt an die jungen Menschen gewandt fügt der Agenturleiter hinzu: „Vereinbaren Sie am besten gleich unter der Rufnummer 08031-202-222 oder per E-Mail an Rosenheim.Berufsberatung@arbeitsagentur.de einen Termin für ein Gespräch – persönlich, telefonisch oder via Video. Neben dem Besuch einer weiterführenden Schule oder der Aufnahme eines Studiums bildet auch eine duale Ausbildung eine ideale Grundlage für Ihren weiteren Lebensweg. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie Ihren beruflichen Weg finden.“

Die ausführlichen Zahlen zum Berufsberatungsjahr vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 werden am 28. Oktober 2021 veröffentlicht. 

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent (Vormonat: 4,3 Prozent; September 2020: 5,5 Prozent). Derzeit sind 535 Bürger/innen ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden/innen, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, verringerte sich die Arbeitslosenzahl um 55 auf 680. Für 855 arbeitslose SGB II-Kunden/innen, 15 mehr als im August, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.005 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.595 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum Zähltag am 26. September lagen für den Monat September keine Anzeigen für „Konjunkturelle Kurzarbeit“ vor.

  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im September eine Arbeitslosenquote von 2,2 Prozent auf (Vormonat: 2,5 Prozent; September 2020: 3,0 Prozent). Das entspricht 559 beschäftigungslosen Bürgerinnen und Bürgern. Davon sind 1.037 Männer und Frauen, 180 weniger als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 522 Betroffene, 47 weniger als im August, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.883 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.489 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum Zähltag am 26. September lag im Monat September die Zahl der Anzeigen für „Konjunkturelle Kurzarbeit“ unter drei und wird deshalb nicht detailliert ausgewiesen.

  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 306 Bürgerinnen und Bürger arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 2,3 Prozent (Vormonat: 2,5 Prozent; September 2020: 2,8 Prozent) entspricht. Davon sind 856 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 82 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II-Empfänger/innen nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als „zugelassener kommunaler Träger“ (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 450 Menschen arbeitslos gemeldet, 16 mehr als im August. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.045 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 834 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum Zähltag am 26. September lag im Monat September die Zahl der Anzeigen für „Konjunkturelle Kurzarbeit“ unter drei und wird deshalb nicht detailliert ausgewiesen.