Die aktuellen Corona-Zahlen für Stadt und Landkreis Rosenheim - 50 Prozent mehr Infektionen als Woche zuvor


Der Corona-Wochenbericht des Landratsamtes heute mit einer neuen Grafik zur Belegung der Klinikbetten – siehe Foto.


Das Gesundheitsamt Rosenheim weist darauf hin, dass sich das Infektionsgeschehen in der Region in der vergangenen Woche noch einmal deutlich gesteigert hat – wie laufend berichtet bei uns. Die Infektionszahlen sind weiter stark angestiegen.

30 Corona-Patienten werden derzeit in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich aktuell zwölf Patienten mit schweren Verläufen auf einer Intensivstation.

536 Personen sind seit dem Ausbruch der Pandemie an der Erkrankung gestorben (Landkreis: 469, Stadt: 67) – in der vergangenen Woche gab es leider in Stadt und Landkreis fünf weitere Corona-Todesfälle (wir berichteten).

Hiervon war eine Person unter 60 Jahre alt, eine Person zwischen 60 und 80 Jahre und drei Personen über 80 Jahre. 

Die Inzidenz von 200 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen wurde in der Stadt bis auf zwei Tage an allen Tagen überschritten. Damit liegt die kreisfreie Stadt Rosenheim auf dem RKI-Dashboard heute wiederum auf einem unerfreulichen Platz 1 der Rangliste in Bayern und auf Rang 3 in Deutschland.

Auch im Landkreis ist es zu einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen gekommen. Seit vergangenem Dienstag wird hier die Inzidenz von 100 überschritten – wie berichtet.

Dem Gesundheitsamt Rosenheim wurden täglich zwischen 28 und 128 neue Fälle (insgesamt 482 Neumeldungen, Vorwoche: 343) gemeldet.

Überwiegend sind Ungeimpfte bei den neuen, offiziell registrierten Fällen betroffen – etwa jeder Zehnte der Neuinfizierten seit gut einem Monat (1. August) war vollständig geimpft.

Die bekannten Hauptursachen der Ansteckungen sind Reiserückkehrer und Übertragungen im familiären Umfeld.

Die Bettenbelegung in den Kliniken in Stadt und Landkreis lag in den letzten Tagen täglich zwischen 12 bis 28 Patienten auf Normalstation und bis zu zwölf auf Intensivstationen. Insgesamt ist die Bettenbelegung somit weitgehend konstant zur Vorwoche geblieben mit leichter Tendenz zur Abnahme auf den Normal- und Zunahme auf den Intensivstationen. 

Die Kontaktpersonen-Nachverfolgung könne durch das Gesundheitsamt sowohl im Bereich der Indexfälle, als auch bei den Kontaktpersonen tagesaktuell nicht mehr sichergestellt werden.

Zur Verbesserung der Kapazitäten werden Einstellungsverfahren mit Hochdruck betrieben, der zeitliche Umfang des Einsatzes bei den sogenannten Springern wieder aufgestockt und Reservisten aktiviert.

Der Blick auf die aktuellen Zahlen aus den Gemeinden:

Bewertung des Infektionsgeschehens durch Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes:

„Derzeit ist die Lage in den Kliniken in Stadt und Landkreis gottlob noch konstant und moderat. Auch wenn aktuell noch ganz überwiegend die Erwachsenen im Altersbereich von 18 bis 59 Jahren von den Übertragungen betroffen sind, so bereitet mir dennoch die Dynamik der Infektionsübertragungen durch die Delta-Variante erhebliche Sorgen.

Wir sind bildlich gesprochen mit viel zu hoher Geschwindigkeit in Richtung Herbst unterwegs.

In der kühleren Jahreszeit ist ohnehin mit einer Zunahme des Infektionsgeschehens zu rechnen. Gleichzeitig sind die Impfzahlen in der Region viel zu niedrig, um die Welle entscheidend herunterbremsen zu können. Logische Folge wird sein, dass es zur Zunahme schwerer Fälle – auch in den jüngeren Altersgruppen – kommen wird und die Belastung der Kliniken vor allem im Intensivbereich ansteigen wird.

Die durch die Staatsregierung neu eingeführte „3G-Regel“ wird allein eine Kontrolle des Infektionsgeschehens nicht bewerkstelligen können, so dass bei einer sich abzeichnenden, prekären Lage in der stationären Versorgung auch wieder über weitere beschränkende Infektionsschutzmaßnahmen nachgedacht werden muss …“

Impfungen:

Insgesamt sind bis gestern in Stadt und Landkreis Rosenheim 201.253 Schutzimpfungen gegen COVID-19 erfolgt, überwiegend in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern sowie dem gemeinsamen Impfzentrum auf der Loretowiese.

103.246 davon waren Erstimpfungen, 96.608 Zweitimpfungen. Insgesamt 11.200 dieser Impfungen wurden vor allem in stationären Einrichtungen in Stadt und Landkreis verabreicht.

Bis gestern haben niedergelassene Ärzte insgesamt 144.324 Erst- und Zweitimpfungen durchgeführt. Die Arztpraxen handeln unabhängig vom Impfzentrum Rosenheim.

Die dezentralen Sonderimpfaktionen für alle ab zwölf Jahren würden weiterhin gut angenommen, so das Amt.

Es sind weitere Impftage in verschiedenen Gemeinden geplant.

Ort und Zeit der Sonderimpfaktionen können unter https://www.landkreis-rosenheim.de/impfzentrum-loretowiese/?findTab=#impfzentrum-loretowiese-sonderimpftage eingesehen werden.

Dabei werden jeweils die Impfstoffe von Biontech/ Pfizer und Johnson & Johnson zu Verfügung stehen, eine Terminvereinbarung vorab ist nicht notwendig. Wir berichteten ausführlich …

Fallzahlenentwicklung (Datenstand des Gesundheitsamtes Rosenheim):

Seit dem letzten Wochenbericht wurden dem Gesundheitsamt 482 neue Fälle (zuletzt 343) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 19.138 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 14.814, Stadt: 4.324).

Seit 1. August wurden 1158 neue Fällen registriert, davon waren

984 (85 Prozent) ungeimpft,

67 (5,8 Prozent) waren entweder unvollständig geimpft oder die abschließende Impfung lag weniger als 15 Tage zurück.

Bei 107 Personen mit vollständiger Impfung waren 82 symptomatisch erkrankt (gemäß Definition sogenannte Impfdurchbrüche), zwei Personen (0,2 Prozent) mussten stationär behandelt werden.

Seit dem letzten Wochenbericht wurden 482 neue Fällen registriert, davon waren 433 (89,8 Prozent) ungeimpft, 20 (4,1 Prozent) waren entweder unvollständig geimpft oder die abschließende Impfung lag weniger als 15 Tage zurück. Bei 29 Personen mit vollständiger Impfung waren 17 (3,5 Prozent) symptomatisch erkrankt (gemäß Definition sogenannte Impfdurchbrüche), keine Person musste stationär behandelt werden.

Bislang wurden dem Gesundheitsamt 3.148 Fälle (Landkreis 2.399, Stadt 749) (am 26.08.2021: 3.128) einer bestätigten besorgniserregenden Variante gemeldet. In einem Fall handelt es sich um die Beta- (südafrikanische) (B1.351), in 17 Fällen um die Gamma- (brasilianische) (P1), in 80 Fällen um die Delta- (indische) (B.1.617.2) und in allen anderen Fällen um die Alpha- (britische) Variante (B.1.1.7). Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 26.08.2021 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 20 Fälle der Delta Variante gemeldet. Alle Fälle sind bei der Gesamtfallzahl von COVID-19-Fällen enthalten.