Große Auszeichnung gestern für Eckart Irion aus Unterreit als Persönlichkeit der Biobranche mit herausragendem Einsatz


Eine Staatsmedaille für langjähriges, ehrenamtliches Engagement in den ökologischen Anbauverbänden – sie ging gestern auch nach Unterreit!


Eckart Irion wurde feierlich ausgezeichnet bei einem Festakt in der Münchner Residenz.

Ein besonderer Mann mit einer besonderen Leidenschaft: Er erforscht und züchtet neue Getreidesorten. Dabei hält er sich an das uralte Prinzip der Auslese.

Neben Roggen, Weizen und Hafer erforscht er auch den Emmer, eine 8000 Jahre alte Weizenart, die irgendwann in Vergessenheit geriet.

Gutes Saatgut kann nicht aus dem Labor kommen, findet Eckart Irion, sondern muss in einer natürlichen Umgebung heranreifen, in einem streng kontrolliertem Kreislauf: Deshalb baut er das Futter für seine Kühe, Pferde, Hühner und Enten selber an und diese liefern wiederum den Dünger für das Getreide

Die Forschungsarbeit seines Vereins für Pflanzenzucht in Unterreit – Hof Grub e.V. – wird vor allem durch die Fördermitglieder getragen. Das sind Freunde von Hof Grub, aber auch einfach Menschen, die sagen: Das, was ihr macht, das scheint wichtig für die Zukunft zu sein.

Der Zweck des Vereins ist die Pflanzenforschung auf der Grundlage der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners.

Das Foto zeigt ihn mit dem Amtschef des Agrarministeriums, Hubert Bittlmayer (links) sowie mit Hubert Heigl (rechts), dem Vorsitzenden der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau.

Der Hof Grub
Landschaft
Geologisch betrachtet ist Grub eine eiszeitliche Mulde. Es liegt ein bisschen zurückgezogen und ist auf drei Seiten umhüllt von Wald. Der Hof hat ca. 8,5ha. Davon sind 1 ha Acker, 6 ha Wiesen (teilweise hängig) und 1,5 ha Wald.

Je nach Standort auf Grub kann man immer neue Blickwinkel entdecken. Es gibt Hügel, Ebenen, Flächen und Mulden. Manchmal hat man ca. 15 verschiedene Baumarten im Blick und auch Feldgehölze sind immer wieder in die Landschaft eingemischt.

Gebäude

Das Haupthaus ist dreistöckig mit einer Grundfläche von jew. ca. 100m². In dem Haus sind Büroräumlichkeiten, ein Holzbackofen, die Labore, Wohnraum für Mitarbeiter, Küche, der Saal sowie die Betriebsleiterwohnung. Zusätzlich gibt es noch eine Ferienwohnung die auf der Seite des Stalls angebaut wurde.

Tiere
Auf dem Hof war immer eine Vielfalt der Tiere – Kühe, Pferde, Hühner, Enten, Bienen, Katzen. Aktuell ist der Tierbestand aber auf einem reduzierten Maß, d.h. eine Haflingerstute, eine Katze, ein paar Bienenvölker und ca. 10 Pensionsrinder auf der Sommerweide.

Stall und Nebengebäude
Das sind der Anbindekuhstall mit Heuboden und Milchkammer, die Scheune, der Holzschuppen mit Hühnerstall, die Maschinenhalle, eine weitere Maschinenhalle und das Bienenhäuschen. Ein Bauernhof eben.

Netzwerk und Nachbarn
Grub ist vor Ort eingebettet in eine kleine biologisch-dynamische Hofgemeinschaft. Darunter die Betriebe von Michael Ackermann (Hof Kasten), Volker Röll und die pädagogische Initiative auf Hof Tausend.

Daruber hinaus ist Grub in der Arbeitsgemeinschaft biologisch-dynamischer Bauern im Chiemgau, welche sich im Winter einmal monatlich auf Grub treffen.

Je nach Interesse hat der Verein Erfahrungen und Kontakte zu einer Anzahl von Getreidezuchtkollegen, mit denen bereits gemeinsame Projekte realisiert wurden.

Alljährlich im Spätsommer präsentiert sich die bayerische Bio-Branche mit ihrer ganzen Vielfalt. Mit über 200 Veranstaltungen unter dem Motto „Bio macht Sinn!“ bieten die Bayerischen Bio-Erlebnistage auch nach 21 Jahren in Folge allen Besucherinnen und Besuchern einen interessanten Einblick in die Produktion ökologischer Lebensmittel.

Bis zum 10. Oktober laden Bio-Bauern, Bio-Verarbeiter, Naturkostläden Bio-Gastronomen und Öko-Modellregionen in ganz Bayern dazu ein, einen Blick hinter die Kulissen der Öko-Produktion zu werfen.

„Bei den Bio-Erlebnistagen können die Verbraucherinnen und Verbraucher mit allen Sinnen erleben und erfahren, wo und wie ihre Bio-Lebensmittel produziert werden. Hier gibt es immer wieder viel zu entdecken, aber auch von den in der Produktion engagierten Menschen vor Ort viel Wissenswertes über ökologische Landwirtschaft und Lebensmittel zu lernen“, sagte der Amtschef des Agrarministeriums Hubert Bittlmayer, der am gestrigen Dienstag in Vertretung von Ministerin Michaela Kaniber bei einem Festakt in der Münchner Residenz die Bio-Erlebnistage offiziell eröffnete.

Seit mittlerweile 21 Jahren sind die Bio-Erlebnistage, die gemeinsam mit der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau durchgeführt werden, zu einer echten Erfolgsgeschichte geworden. In diesen zwei Jahrzehnten hat die beliebte Veranstaltungsreihe rund fünf Millionen Besucher angelockt. Dieser große Erfolg und die überaus positive Entwicklung des Ökolandbaus in Bayern ist für Ministerin Kaniber ohne das große Engagement vieler Menschen nicht möglich gewesen.

Bei dem Festakt erhielten daher insgesamt 21 Persönlichkeiten der Biobranche für ihren herausragenden Einsatz aus den Händen des Amtschefs die Auszeichnung der Ministerin.

Einen Bayerischen Löwen gab es für besondere Pionierleistungen in der fachlichen Aus- und Fortbildung, Staatsmedaillen in Silber für besondere Pionierleistungen bei der Verarbeitung und Vermarktung von Erzeugnissen des ökologischen Landbaus sowie Staatsmedaillen für langjähriges vorbildliches und ehrenamtliches Engagement in den vier Öko-Anbauverbänden Bioland, Naturland, Demeter und Bio-kreis für die Förderung des ökologischen Landbaus.

Bayern ist Deutschlands größter Erzeuger von ökologischen Lebensmitteln, hier wirtschaften 30 Prozent aller deutschen Ökobetriebe.

Die rund 11.000 bayerischen Betriebe bewirtschaften insgesamt 390.000 Hektar nach ökologischen Vorgaben. Dazu kommen rund 5.400 Bio-Unternehmen in Verarbeitung und Handel.

Die Bio-Erlebnistage sind ein wichtiger Baustein im Landesprogramm „BioRegio 2030“, mit dem der Ökolandbau in Bayern deutlich vorangebracht wird.

Das Gesamtprogramm der 21. Bio-Erlebnistage und Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen in allen Regierungsbezirken sind unter www.bioerlebnistage.de zu finden.

Foto Hauke Seyfarth/StMELF