Fußball-Bayernliga: Wasserburg unterliegt mit 0:3


In der ersten Aktion des Spiels versuchte Landsbergs Dennis Hoffmann mit seinem schwächeren linken Fuß einen weiten Ball auf den Flügel zu schlagen. Hoffmann verzog, der Ball ging weit ins Aus und der 30-Jährige schalt sich lautstark selbst ob seiner technischen Mängel. Während seiner Tirade gegen sich selbst musste Hoffmann laut lachen, er amüsierte sich köstlich – und strahlte dabei diese Siegessicherheit aus, die dem TSV Landsberg innewohnt und zum derzeit heißesten Team der Liga macht. Nicht nur durch den 3:0-Erfolg vom Wochenende gegen den TSV Wasserburg.


 

An dieser Stelle muss auch erwähnt sein, dass Hoffmann nicht für den Spielaufbau zuständig ist. Der Regionalliga-Veteran räumt im Mittelfeld ab, damit die Feinfüße vor ihm glänzen können. Und das taten sie. Spieler wie Steffen Krautschneider und Muriz Salemovic würden jeder Regionalligamannschaft gut zu Gesicht stehen, in der Bayernliga haben sie meist leichtes Spiel. Mit einer im Amateurfußball selten gesehenen Eleganz geben sie der Landsberger Offensive eine Qualität, die an guten Tagen nicht zu verteidigen ist. Dass Krautschneider einen guten Tag haben würde, war bereits nach acht Minuten klar.

Die Wasserburger Hintermannschaft konnte eine Hereingabe von der rechten Grundlinie nicht aus der Gefahrenzone befördern, sodass das Leder erneut in den Sechzehner kam, wo Krautschneider aus der Drehung ins lange Eck traf. Die Löwen wehrten sich nach Kräften, doch in der 42. Minute wurde ein Ballverlust in der eigenen Hälfte böse bestraft, als Kevin Gutia am Ende einer schnellen Ballstafette Dominic Zmugg gefühlvoll zum 2:0 überlupfte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Markus Grübl, Wasserburgs bis dato bester Spieler der Saison, das Feld mit einer Schulterverletzung bereits verlassen.

 

Der Unterschied zwischen einer Spitzenmannschaft und herkömmlichen Teams zeigte sich direkt vor und unmittelbar nach der Pause. Mit dem Halbzeitpfiff hatte Wasserburgs Leon Simeth den Anschlusstreffer auf dem Fuß, scheiterte jedoch an Schlussmann Daniel Witetschek. Die Löwen schöpften Hoffnung, da die Landsberger Abwehr nicht unüberwindbar schien. Trainer Niki Wiedmann justierte in der Pause an der Aufstellung und brachte mit Bruno Ferreira Goncalves eine frische Offensivkraft, musste aber exakt 30 Sekunden nach Wiederanpfiff feststellen, dass alles Feintuning umsonst war. Luca Wollens hatte da mit einem abgefälschten Schuss zum 3:0 getroffen (46.).

 

Nun musste einem angst und bange werden um die Löwen, doch diese brachen nicht komplett ein und erspielten sich eine Reihe guter Torchancen. Dreimal lief ein Innstädter allein auf des Gegners Tor, doch entweder wurde der Ball zu weit vorgelegt, zu schwach abgeschlossen oder der Angreifer stand vermeintlich im Abseits. Wenn solche Gelegenheiten ungenutzt bleiben, öffnet sich gegen einen überlegenen Gegner die Tür zurück ins Spiel keinen Spalt. „Das Schlimme an der Niederlage ist, dass wir kein schlechtes Spiel gemacht haben“, konstatierte Co-Trainer Matthias Haas nach der Partie. Landsberg war an diesem Tag schlichtweg eine Nummer zu groß.

 

Wasserburg: Zmugg, Grübl (ab 34. Wohlfahrt), Maxi Hain, Knauer, Neumeier, Renger, Höhensteiger, Schaberl (ab 70. Stephan), Dukic (ab 63. Barthuber), Simeth (ab 46. Ferreira Goncalves), Kobl (ab 70. Vorderwestner)

 

Tore: 1:0 Steffen Krautschneider (8.), 2:0 Kevin Gutia (42.), 3:0 Luca Wollens (46.)

 

Zuschauer: 275

 

JAH