Bekannter Wasserburger Künstler Johannes „John“ Klinger feiert heute seinen 70. Geburtstag


Er ist wieder zuhause. Jahrzehntelang war er als gefragter Künstler in ganz Deutschland und halb Europa unterwegs, lebte in seinen Schaffenspausen mit seiner Familie am Chiemsee.


Jetzt ist Johannes „John“ Klinger, der lange Zeit ein eigenes künstlerisches Genre prägte, wieder in seiner Heimatstadt Wasserburg angekommen. Am heutigen Samstag feiert der bekannte Künstler, unter anderem ausgezeichnet mit dem Deutschen Werkkunstpreis, seinen 70. Geburtstag.

Klinger zählte über 20 Jahre lang zu den besten und bekanntesten Wandmalern Europas. Er hat Mitte der 80er Jahre moderne Wandmaltechniken entwickelt und durch beispielhafte Projekte und Veröffentlichungen maßgeblich zur Popularität und vor allem auch zu einer neuen Wertschätzung von Farbe in der Architektur beigetragen.

Er gilt als der Wegbereiter der modernen Wandmalerei in Deutschland.

So entwarf er zum Beispiel im Auftrag der Stadt München eine U-Bahnstation und  bemalte Räume des Schlosses Solitude bei Stuttgart. Was nur wenige wissen: Er ist ein kreatives Multitalent. Er hat bemerkenswerte Fachbücher veröffentlicht, nimmt an Kunstausstellungen teil, entwarf Bühnenbilder, führte Regie, illustrierte Bücher, entwickelte Farbfächer für die Innenarchitektur und schuf im Auftrag bekannter, deutscher Farbhersteller kreative Gestaltungstechniken für das Malerhandwerk.

 

 

Begonnen hat er seine Laufbahn mit der Ausbildung beim Münchner Restaurator F.J. Ostenrieder. Dabei ging ihm nicht darum, ein Restaurator zu werden. Er beherzigte den Rat, eine fundierte praktische Grundlage für sein künstlerischen Tätigkeiten zu erwerben.

Ihn interessierte großflächige Malerei und fand in den komplexen Farbaufträgen alter, beinahe vergessener Maltechniken etwas wesensverwandtes.

Weitere wichtige Impulse und fundiertes Wissen bekam er von Josef Sieren, dem Leiter der Residenzwerkstätten in München. 1985 legte Klinger eine Kirchenmaler-Meisterprüfung ab, wo er sich mit Freskomalerei beschäftigte. Längst hatte der Künstler das schlummernde Potential klassischer Maltechniken erkannt und entwickelte sie über Jahre weiter.

Er suchte nach neuen Ausdrucksformen und setzte damit überraschende Trends und neue Maßstäbe in der Innenarchitektur. Die Resonanz in den Fachmedien war entsprechend groß. Durch dieses Wirken gelangte der innovativen Umgang mit Farbe wieder ins breitere Bewusstsein der Öffentlichkeit. In den folgenden Jahren konnte er immer spannendere Projekte mit so namhaften Auftraggebern, wie Hilton-Hotels, Microsoft oder Münchner Rückversicherung realisieren.

Er wurde bei all jenen Bauvorhaben ein gesuchter und bevorzugter Künstler, zu deren Verwirklichung der Einsatz von Farbe eine herausragende Rolle spielte – wie zum Beispiel bei den vielfach preisgekrönten Hotels des Europa-Parks.

Und da ist die Frage nach Arbeiten von Johannes Klinger in der Region:

Für die Stadt Wasserburg hat er, noch in den 80er Jahren, die Embleme und Logos für die 850-Jahrfeier entworfen, ebenso die Plakate für das damalige Bürgerspiel.

Zum Buch „Bairische Sagen“ von Hans Baumgartner, in dem es um meist mündliche Überlieferungen aus dem Landkreis geht, lieferte er Federzeichnungen. Die Stadt Wasserburg besitzt eines der raren Wasserburg-Arbeiten des Künstlers.

Und da ist sein Buch über die Inn-Salzach Städte, in dem es um die kulturelle Einzigartigkeit dieser Städte geht, um ihre Besonderheiten, ihre schützenswerte Schönheit.

„Im Kern meiner Arbeit“, so Klinger, „geht es um den Lebensraum als unverwechselbaren Ort. Das ist etwas, was gerade im Zeitalter beliebiger Massenproduktion und wachsender Austauschbarkeit immer wichtiger wird. Zu dieser eher unzeitgemäßen Sichtweise war meine Jugend in Wasserburg sicherlich förderlich.“

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Gemeinsam mit der Giessner Künstlerin Ana Stauffenberg entwickelte Johannes Klinger  Bilder  mit dreidimensionalen Bildraum.