Gemeinderat Haag stimmt mehrheitlich für die vorgestellten Entwürfe


Die Planungen zum Umbau des Zehentstadels in Haag schreiten voran. Um die aktuellen Entwürfe und eingearbeiteten Änderungswünsche vorzustellen, kamen Architekt Udo Rieger und Landschaftsarchitekt Robert Kerfers in die jüngste Sitzung des Gemeinderats. Um den Architekten zu ermöglichen, ihren Zeitplan miteinander abzustimmen, war ein positives Votum der einzelnen Bereiche seitens des Gremiums Ziel der Sitzung.


Mit 3D-Animationen und ausgearbeiteten Entwürfen machte Architekt Rieger die Pläne im Zehentstadel für das Gremium greifbar. Dabei wurden der lichtdurchflutete Pfarrsaal genauso sichtbar wie die Wendeltreppe zur Bücherei sowie die vorgesehene Arbeits- und Leseecke. Den offenen Bereich hinter der Brüstung der Arbeitspulte hielt Hans Urban (CSU) für gefährlich, denn „Kinder steigen drauf“. Sollte es Bedenken geben, werde diese Stelle laut Rieger mit Plexiglas oder einem Netz abgesichert. Dr. Bernhard Grabmeyer (FWG) merkte an, dass beim Entwurf der Bibliothek etwa ein Drittel weniger Bücher untergebracht werden können als aktuell, auch aufgrund der Standorte der Regale. Diese können allerdings in der Ausführung umgeplant werden, wie der Architekt erklärte.

Der östliche Teil des Zehentstadels sorgte im Gremium für die Grundsatzdiskussion, ob im Multifunktionsraum mit Bühne eine Stufenanlage für das Auditorium geplant werden soll. Zwar werde hier auf eine Kinomöblierung bewusst verzichtet, aber durch die Stufen „lässt sich vieles machen, vieles aber auch nicht“, bemerkte Urban. So können etwa Sportgruppen den Raum nicht nutzen. Hier verwies Rieger allerdings auf den ebenerdigen Pfarrsaal, außerdem erweitere die Gemeinde mit der Stufenanlage das „vielfältige Angebot und gibt die Chance auf unterschiedliche Nutzung“. Weil außerdem ein Teil des Cafés unter der Sitzgelegenheit geplant ist, bedeute eine Umplanung einen enormen Eingriff in den Entwurf. Bürgermeisterin Sissi Schätz wies außerdem darauf hin, dass der Raum nicht nur als Kino, sondern auch „für Vereinsvorträge oder andere Veranstaltungen wie Lesungen oder Konzerte“ eine ideale Publikumsfläche biete. „Was wir dringend brauchen ist die Kleinkunst“, betonte Eva Rehbein (SPD) und auch Siegfried Maier (SPD) wolle durch diese Umsetzung „Kultur in Haag ermöglichen“.

Architekt Rieger rechnet für den kompletten Umbau mit Außenbereich und Technik mit etwa 9,22 Millionen Euro. Bei positiver Abstimmung könne im Laufe des kommenden Jahres mit den Bauarbeiten im Westteil begonnen werden. In Pfarrsaal und Bücherei sah er „die höchste Dringlichkeit“, alle weiteren Bauabschnitte seien noch nicht definiert.

Zuletzt stellte Landschaftsarchitekt Kerfers die eingearbeiteten Anregungen für die Außenanlagen vor. So seien mehr Sitzmöglichkeiten und Fahrradbügel im Norden des Gebäudes geplant als noch im ersten Entwurf (wir berichteten) und der Fußgängerbereich zwischen Zehentstadel und Rathaus auf zwei Meter erweitert. Die Treppe an der Südseite sei nun um einen halben Meter von der Fahrbahn abgerückt. Mit großer Mehrheit stimmte der Haager Gemeinderat für die Entwurfsplanung der Außenanlagen und sogar einstimmig für das Pfarrheim und die Bibliothek. Auch der Mittelteil und das Café erhielten mehrheitliche Zustimmung. Etwas knapper fiel das Votum beim Entwurf des Multifunktionsraums aus, der trotzdem mit 10:6 Stimmen mehrheitlich Zustimmung fand. Diese Entwurfsplanung sei laut der Rathauschefin nötig, um nun die Fördersituation genauer zu klären.