Haager Talent Jakob Herzog (14) vom TSV Wasserburg unter Deutschlands zehn besten Blockmehrkämpfern


Als Jakob Herzog vor zwei Wochen bei den Bayerischen Blockmehrkampfmeisterschaften in Ingolstadt inmitten des Wettkampfes verletzungsbedingt aufgeben musste, war zunächst unklar, ob er bei den Deutschen Meisterschaften der U16 in Markt Schwaben an den Start gehen würde können – einfach zu groß waren die Schmerzen im Hüftbereich nach dem vorangegangenen Wettkampf.


Doch dank reduzierter Trainingsbelastung und unter Einsatz der Stoßwellentherapie – durchgeführt durch den Wasserburger Sportmediziner Dr. Sebastian Sinz und dessen Team – schien Jakobs Traum von der ersten Teilnahme an Deutschen Meisterschaften wieder im Bereich des Möglichen zu liegen. Und so ging er auch in Erfüllung:

Nach einem umfangreichen Aufwärmprogramm startete der junge Athlet des TSV Wasserburg gut in seinen ersten Bewerb im Blockmehrkampf Wurf der M14, den 80-Meter Hürdensprint.

Vom Start weg kam er gut in den Sprintrhythmus und war mit den ersten drei Läufern auf Augenhöhe. Doch bei der vorletzten Hürde bekam er versehentlich einen kleinen Schlag des neben ihm laufenden Teilnehmers ab, welcher Jakob vollkommen aus dem Tritt brachte und ihn vor der letzten Hürde stark an Geschwindigkeit einbüßen ließ. So zeigte die Anzeigentafel anstatt einer niedrigen 12 Sekunden-Zeit lediglich 13,07 Sekunden an.

Nach kurzer Unterbrechung ging es gleich zur nächsten Disziplin – dem Diskuswurf. Nach zwei mäßigen Versuchen beim Einwerfen (Probewürfe) ließ Jakob in seinem ersten Wettkampfversuch eine solide Weite von 32,46 Meter mit dem 1kg-Diskus folgen. Leider konnte er diese Leistung infolge der letzten beiden verbliebenen Versuche nicht weiter steigern und blieb damit knapp fünf Meter unter seiner Bestleistung.

Bei optimalen Außentemperaturen und zeitweise strahlendem Sonnenschein stand nun der 100-Meter Sprint auf dem Programm. Hier lief der 14-jährige Haager persönliche Bestleistung in 12,83 Sekunden.

Allerdings machte sich nun der nervige Hüftbeuge-Muskel bemerkbar und vor dem anschließenden Weitsprungbewerb verordnete Trainer Marinus seinem Schützling erst mal eine 5minütige Einheit an der Faszienrolle mit anschließendem Stretching, um die Muskulatur wieder weich zu bekommen.

Nachdem Jakob seinen Weitsprunganlauf ausgemessen und nur einen Probesprung aus vollem Anlauf gemacht hatte, um die Belastung für die Hüftbeugemuskulatur möglichst gering zu halten, sprang er mit 5,11m eine gute Weite, mit der er im Mittelfeld aller Teilnehmer landete.

Leider blieb er im abschließenden Kugelstoß-Wettbewerb mit 9,99 Metern einen ganzen Meter unter seiner persönlichen Bestweite. Diesen Ausrutscher nutzen der in dieser Disziplin mit 14,33 Metern groß auftrumpfende Lokalmatador Gröninger Andreas (LG Sempt) sowie Preß Stefan vom TSV Reichertshofen aus, um im Gesamtklassement noch an Jakob vorbeizuziehen.

Zwar wäre unter anderen Voraussetzungen sicherlich mehr drin gewesen, aber mit insgesamt 2.521 Punkten und Gesamtrang zehn bei seiner ersten Teilnahme an Deutschen Jugendmeisterschaften dürfen Jakob und sein Umfeld durchaus zufrieden sein.

Allein dass er sich für die Teilnahme qualifizieren konnte, ist bereits ein großer Erfolg für den jungen Burschen.

Den Deutschen Meistertitel im Block Wurf der Jugend M14 sicherte sich Wydmuch Emil vom SV Halle mit 2.868 Punkten knapp vor Nauck Oskar (SC DHfK Leipzig e.V.) mit 2.864 Punkten.

MZ