Applaus für Markus H. Rosenmüller gestern am Stoa: Rotzbub, ein Film mit bissigem Humor, aber vor allem eine berührende Geschichte vom Anderssein


Es sind die absoluten Highlights am Stoa bei Edling, wenn alles passt – die ‚Prominenz‘ grad so wie der Kumpel von nebenan einem gegenüber sitzt und ein unglaublicher Sternenhimmel die besondere Sommernacht erhellt!


Genau so war’s gestern Abend, als der Filmregisseur Markus H. Rosenmüller zu Gast war, um im Altlandkreis den Kinofreunden als Vorpremiere seinen allerersten Animationsfilm vorzustellen. Rotzbub – so der Titel.

Mit dabei war der beliebte Schauspieler Milan Peschel. Denn im September wird Rosenmüllers neue Kinokomödie BECKENRAND SHERIFF Premiere feiern – mit Milan Peschel in der Hauptrolle. Gestern sorgte schon die Vorschau zu diesem neuen Film für extrem viele Lacher …

Unser Foto zeigt von links Milan Peschel mit dem Wasserburger Utopia-Kinochef Rainer Gottwald und mit Marcus H. Rosenmüller, dem Erfolgs-Regisseur.

Wos soi ma sogn: Schee war’s – und schod für alle, die ned dabei waren.

Foto: Renate Drax

Ein Animationsfilm für Erwachsene, das klingt erst einmal fremd. Die Besucher waren hochgespannt. Der Stil und die Zeichnungen von ROTZBUB basieren auf dem Figurenkosmos des vor fünf Jahren verstorbenen, österreichischen Karikaturisten, Grafiker und Cartoonisten Manfred Deix. Die Geschichte ist inspiriert von seiner Biografie und seinem Blick auf die Welt.

Genial dazu erneut die Musik von Filmmusiker Gerd Baumann, der dem Altlandkreis längst bestens bekannt ist.

Erst im Dezember wird der Rotzbub in die Kinos kommen, wie Rosenmüller gestern sagte.

Mit bissigem Humor und politischer Brisanz erzählt der Film vom Mut, enge Wertesysteme zu hinterfragen und vom Mut, seine Träume zu leben.

Denn in Siegheilkirchen, einem Ort im erzkatholisch geprägten Hinterland der Alpenrepublik, hadert in den 1960er Jahren der von allen nur Rotzbub genannte Sohn braver Wirtsleute mit der spießigen Enge seiner Heimat.

Doch sein Zeichentalent, das sich unaufhaltsam Bahn bricht, verschafft nicht nur seinem eigenen Unmut ein Ventil. Er unterhält damit auch noch seine Mitschüler, gibt die lächerlichen Obrigkeiten einer Orgie schamlosen Gelächters preis und rettet endlich seine Angebetete, die wunderschöne Mariolina, vor den bösartigen Nachstellungen einiger Ewiggestriger.

Also wie gesagt – hochpolitisch und bissig-komisch lassen Marcus H. Rosenmüller und Santiago Lopez die Deixsche Welt auf der Leinwand erstehen.

Und dabei so lebendig werden, dass man manchmal vergisst, dass man animierten Figuren – und keinen echten – zuschaut.