Der Juli-Arbeitsmarkt-Bericht für den Landkreis und die Region


Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote für den Juli 2021 bei 2,4 Prozent – vor einem Jahr lag sie noch bei 3,2 Prozent.


Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 3.527. Hier sind 2.190 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, drei mehr als im Vormonat.

Bis zum Zähltag am vergangenen Sonntag, 25. Juli, lagen 4.312 Anzeigen für „Konjunkturelle Kurzarbeit“ für 39.624 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte vor.

Das Jobcenter Landkreis Rosenheim kümmert sich um 1.337 arbeitslose SGB II-Kunden*innen, 49 weniger als im Juni. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.306 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.665 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Zum Ausbildungsmarkt (Stichtag 13. Juli 2021):

Unbesetzte Ausbildungsstellen: 632; Bewerber*innen auf Stellensuche: 310.

Top 3 Berufe unbesetzte Ausbildungsstellen: Kaufmann/-frau Einzelhandel (63); Verkäufer*in (43); Handelsfachwirt*in (Ausbildung) (31).

Top 3 Berufe Bewerber*innen: Verkäufer*in (19); Kaufmann/-frau Einzelhandel (17); Kaufmann/-frau Büromanagement (17).

„Es freut mich, dass sich der Arbeitsmarkt der Region weiterhin positiv entwickelt. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen ist im Juli um 360 auf 8.240 zurückgegangen und liegt damit deutlich (-2.330) unter dem Wert von vor einem Jahr“, sagt Michael Schankweiler, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim.

„Diese Entwicklung ist deshalb so erfreulich, weil die Arbeitslosigkeit in der Zeit vor der Corona-Pandemie üblicherweise im Juli angestiegen ist.“ Mit Blick auf die einzelnen Personengruppen fügt er hinzu:

„Bei den über 50-Jährigen (-210) ist die Zahl der bei uns gemeldeten Menschen genauso zurückgegangen wie bei den Personen mit ausländischem Pass (-200) und den Menschen mit Schwerbehinderung (-30). Bei den unter 25Jährigen (+110) ist die Zahl der als arbeitslos gemeldeten Menschen hingegen – wie um diese Jahreszeit üblich – angestiegen.

Die jungen Frauen und Männer melden sich nach ihrem Schulabschluss oder der abgeschlossenen Berufsausbildung bei uns. Viele von ihnen werden sich jedoch wohl im Herbst wieder abmelden, weil sie beispielsweise eine höhere Schule besuchen oder studieren.“

Die Arbeitslosenquote beträgt 2,7 Prozent. Sie liegt um 0,1 Prozentpunkte unter dem Vormonatsniveau und um 0,7 Prozentpunkte unter dem von vor einem Jahr.

Als weiterhin positiv bewertet Schankweiler die Entwicklung auf dem Stellenmarkt: „Die Betriebe haben im Juli 1.330 neu zu besetzende Stellen gemeldet. Das waren mehr als im Vormonat und auch mehr als vor einem Jahr. Die Zahlreiche Angebote gibt es unter anderem in den Berufsfeldern Medizinische Gesundheitsberufe (470) (u.a. (Zahn)Medizinische*r Fachangestellte*r), Verkauf (430) und Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe (u.a. Maschinen-/Anlagenführer*in) (330).“

Er weist jedoch darauf hin, dass sich die Arbeitslosigkeit nach wie vor auf einem hohen Niveau befindet: „Im Juli waren knapp 1.600 Personen mehr arbeitslos gemeldet als vor zwei Jahren, also den Zeiten vor der Coronapandemie“, sagt Schankweiler. „Mit Blick auf die einzelnen Personengruppen fällt auf, dass vor allem bei den über 50Jährigen (+840) noch deutlich mehr Bewerber*innen gemeldet sind als im Juli 2019.

Und auch die Zahl der Menschen, die unsere Unterstützung schon länger als zwölf Monate benötigen und die deshalb als langzeitarbeitslos gelten, ist in dem Zeitraum stark angestiegen (+960). Deshalb ist es umso erfreulicher, dass die Arbeitslosenzahl auch bei dieser Personengruppe im vergangenen Monat um 100 zurückgegangen ist“, erklärt er und führt weiter aus:

„Viele der von Langzeitarbeitslosigkeit betroffenen Personen wechseln, wenn ihr Arbeitslosengeld ausläuft von der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch (SGB) III) in die Betreuung der Jobcenter nach dem SGB II. Dies ist eine mögliche Erklärung dafür, dass die Zahl der Kunden*innen bei den Jobcentern (-50) im Vergleich zu vor einem Jahr deutlich weniger zurückgegangen ist, als im SGB III-Bereich (-2.280).“

Der Geschäftsführung der Rosenheimer Arbeitsagentur ist es nach wie vor sehr wichtig, dass möglichst viele Bewerber*innen, Arbeitnehmer*innen und Betriebe von ihren Angeboten profitieren. Michael Vontra, der Geschäftsführer des operativen Bereichs, sagt: „Eine gute Qualifizierung ist der beste Garant gegen Arbeitslosigkeit. Wir beraten und unterstützen gerne und können ein breites Spektrum an individuellen Fördermaßnahmen anbieten. „Interessierte Bewerber*innen, Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen können ihre*n Ansprechpartner*in bei der Arbeitsvermittlung, bzw. beim Arbeitgeberservice, ansprechen.“

Abschließend wirft Michael Schankweiler einen Blick auf den Ausbildungsmarkt, wo im Juli – wie um diese Jahreszeit üblich – viel Bewegung herrscht. „Wir beobachten, dass die Betriebe nach wie vor sehr engagiert sind, um sich ihre Auszubildenden und damit die Fachkräfte von Morgen zu sichern. Ausbildungsmessen zum gegenseitigen Kennenlernen waren in den vergangenen Monaten fast ausschließlich in digitaler Form möglich. Zudem kamen Praktika, die häufig der Türöffner für eine betriebliche Ausbildung sind, nur selten zustande.

Bei sinkenden Inzidenzwerten bieten die Unternehmen diese nun wieder verstärkt an und stehen in engem Kontakt zu unserem Arbeitgeberservice. Bewerber*innen nutzen die Möglichkeit von einem ein- bis zweitägigen Schnupperpraktikum, nach dem dann im Idealfall ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen wird“, sagt er.

Direkt an die Jugendlichen gewandt fügt Schankweiler hinzu: „Die Chancen einen Ausbildungsplatz zu finden sind auch jetzt noch sehr gut, vor allem dann, wenn Sie ein wenig flexibel sind. Im Juli standen in unserem Agenturbezirk 650 junge Frauen und Männer, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, 1.530 unbesetzten Lehrstellen gegenüber. Rein rechnerisch sind somit 2,35 Ausbildungsstellen je Bewerber*in gemeldet. Zahlreiche Angebote sind unter anderem noch im Verkauf (Verkäufer*in / Kauffrau / -mann Einzelhandel) (300), für Medizinische*r und Zahnmedizinische*r Fachangestellte*r (100), für Handelsfachwirt*in (Ausbildung) (90), für Koch/Köchin (70) und Hotelkaufleute (70) gemeldet.

Aber auch in anderen Bereichen wie Metall, Elektro, Bau sowie in der Lagerwirtschaft und in den Berufsgruppen Büro/Finanz-/Versicherungsdienstleistungen gibt es noch Stellen. Melden Sie sich am besten gleich unter der Rufnummer 08031 202-222 oder per Mail an Rosenheim.Berufsberatung@arbeitsagentur.de bei unseren Berufsberatern*innen. Diese unterstützen Sie bei der Stellensuche und bei den Bewerbungen. Ich drücke Ihnen die Daumen, damit es mit einer Lehrstelle klappt!“

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent (Vormonat: 4,6 Prozent; Juli 2020 5,6 Prozent). Derzeit sind 582 Bürger*innen ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden*innen, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, verringerte sich die Arbeitslosenzahl um 32 auf 750. Für 832 arbeitslose SGB II-Kunden*innen, 60 weniger als im Juni, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.112 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.654 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum Zähltag am 25. Juli lagen seit Beginn der Coronapandemie 1.408 Anzeigen für „Konjunkturelle Kurzarbeit“ für 13.745 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte vor.

Zum Ausbildungsmarkt (Stichtag 13. Juli 2021):

Unbesetzte Ausbildungsstellen: 205; Bewerber*innen auf Stellensuche: 141.

Top 3 Berufe unbesetzte Ausbildungsstellen: Kaufmann/-frau Einzelhandel (30); Handelsfachwirt*in (Ausbildung) (17); Verkäufer*in (15).

Top 3 Berufe Bewerber*innen: Verkäufer*in (24); Medizinische*r Fachangestellte*r (12); Kfz-Mechatroniker*in – Pkw-Technik (11).

  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Juli eine Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent auf (Vormonat: 2,7 Prozent; Juli 2020: 3,0 Prozent). Das entspricht 759 beschäftigungslosen Bürgern*innen. Davon sind 1.159 Männer und Frauen, 71 weniger als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 600 Betroffene, 73 weniger als im Juni, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.017 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.580 sogenannten Bedarfs-gemeinschaften leben.

Bis zum Zähltag am 25. Juli lagen seit Beginn der Coronapandemie 2.071 Anzeigen für „Konjunkturelle Kurzarbeit“ für 17.286 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte vor.

Zum Ausbildungsmarkt (Stichtag 13. Juli 2021):

Unbesetzte Ausbildungsstellen: 334; Bewerber*innen auf Stellensuche: 110.

Top 3 Berufe unbesetzte Ausbildungsstellen: Kaufmann/-frau Einzelhandel (52); Verkäufer*in (25); Handelsfachwirt*in (Ausbildung) (18).

Top 3 Berufe Bewerber*innen: Kaufmann/-frau Einzelhandel (9); Verkäufer*in (9); Kfz-Mechatroniker*in – Pkw-Technik (7).

  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 372 Bürger*innen arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 2,5 Prozent (Vormonat: 2,6 Prozent; Juli 2020: 3,0 Prozent) entspricht. Davon sind 919 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 66 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II-Empfänger*innen nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als „zugelassener kommunaler Träger“ (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 453 Arbeitslose gemeldet, 14 weniger als im Juni. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.100 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 872 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum Zähltag am 25. Juli lagen seit Beginn der Coronapandemie 2.201 Anzeigen für „Konjunkturelle Kurzarbeit“ für 20.077 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte vor.

Zum Ausbildungsmarkt (Stichtag 13. Juli 2021):

Unbesetzte Ausbildungsstellen: 363; Bewerber*innen auf Stellensuche: 92.

Top 3 Berufe unbesetzte Ausbildungsstellen: Koch/Köchin (43); Kaufmann/-frau Einzelhandel (41); Hotelfachmann/-frau (40).

Top 3 Berufe Bewerber*innen: Tischler*in (6); Kaufmann/-frau Einzelhandel (6);  Kfz-Mechatroniker*in – Pkw-Technik (5).