Fast 900 freie Ausbildungsplätze in Stadt und Landkreis Rosenheim


Die Auswirkungen der Corona-Pandemie bekommt auch der Ausbildungsstellenmarkt in Stadt und Landkreis Rosenheim weiterhin zu spüren. Vielen Betrieben fehlen laut IHK für München und Oberbayern vor allem Bewerberinnen und Bewerber. Zahlen der Bundesagentur für Arbeit von Ende Juni zufolge gibt es aktuell in der Stadt 235 und im Landkreis 660 unbesetzte Lehrstellen. Diesem Angebot stehen in der Stadt 184 noch unversorgte Bewerberinnen und Bewerber gegenüber, im Landkreis sind es 416. Rein rechnerisch kommen damit in der Stadt auf jeden unversorgten Bewerber und jede unversorgte Bewerberin 1,3 Lehrstellen und im Landkreis 1,6 Lehrstellen.


„Unsere Ausbildungsbetriebe setzen weiter auf die Ausbildung von eigenem Fachkräf- tenachwuchs. Sie werden ihrer unternehmerischen und gesellschaftlichen Verantwortung mehr als gerecht und bieten mehr Lehrstellen an als es Bewerber gibt“, sagt Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Rosenheim. Durch die Corona- Pandemie seien heuer wie auch im Vorjahr nahezu alle Maßnahmen zur Berufsorientierung ausgefallen. Schnupperpraktika, Ausbildungsmessen und persönliche Bewerbungsgespräche konnten oftmals gar nicht oder in nur sehr eingeschränkter Form statt- finden. Auch die wichtige Bewerbungsphase im Frühjahr habe unter dem Lockdown ge- litten. Die IHK in der Region steht im engen Kontakt mit Schulen, Unternehmen und der Jugendsozialarbeit an Schulen, um jedem Interessierten und jeder Interessierten eine Chancen beziehungsweise Möglichkeit zu geben, einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden.

Bensegger betont: „Wir setzen auf einen Aufholeffekt bis zum Beginn des Ausbildungs- jahres im September. Unversorgte oder unentschlossene Schulabgänger haben noch immer alle Chancen, eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden. Durch die Corona- Beschränkungen haben sich viele Abläufe verzögert. Im Vergleich zu den Vorjahren dürf- ten so manche Ausbildungsverträge mit zwei oder drei Monaten Verspätung abge- schlossen werden. Auch dieses Jahr ist es unser Ziel, dass jeder ausbildungswillige Schulabgänger auch eine Ausbildung antritt.“

Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber um die freien Ausbildungsplätze ist in der Stadt um 16 Prozent zurückgegangen und im Landkreis sogar um fast 18 Prozent, so die Daten der Arbeitsagentur. Deren Angaben beziehen sich dabei auf alle Bereiche des Ausbildungsstellenmarkts, der neben dem IHK-Bereich (Betriebe in Industrie, Handel und Dienstleistungen) auch das Handwerk, die freien Berufe und den öffentlichen Dienst umfasst. Bei der Anzahl der angebotenen Lehrstellen verbuchte die Arbeitsagentur da- gegen für die Stadt Rosenheim ein Plus von 6,3 Prozent und im Landkreis ein Plus von 2,5 Prozent.

„Nachdem im vergangenen Jahr zahlreiche Lehrstellen unbesetzt geblieben sind, haben manche Betriebe die aktive Suche nach Auszubildenden aufgegeben. Für die nach wie vor von Corona-Beschränkungen betroffenen Branchen wie Gastronomie, Tourismus oder im Veranstaltungsbereich ist die Situation weiterhin sehr schwierig. Selbst wer Aus- bildungsplätze anbietet, hat dort mitunter große Probleme, überhaupt Bewerber zu finden“, so Bensegger weiter.

Die IHK für München und Oberbayern verzeichnete im ersten Halbjahr für den Regie- rungsbezirk Oberbayern 8.362 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, ein Minus von knapp sechs Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Die IHK steht für rund 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse und betreut in der Stadt Rosenheim rund 240 und im Landkreis Rosenheim mehr als 480 Ausbildungsbetriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistungen.

Für Unternehmen und Bewerber bieten die IHKs eine bundesweite Lehrstellenbörse unter www.ihk-lehrstellenboerse.de an.