Zur Zeugnisvergabe und immer - Wie sich das digitale Lernen auf die Zensuren ausgewirkt hat, das wird sich kommende Woche zeigen


Zwar hatten in vielen Schulwochen 2021 viele Schüler auch im Altlandkreis ihren Eltern immer wieder die eher ungewöhnliche Frage gestellt – „Wann darf ich endlich wieder in die Schule?“. Trotzdem ist die Freude auf die bevorstehenden Sommerferien groß.  Nächste Woche nun steht aber zuvor noch die Zeugnisvergabe an.


In diesem Schuljahr wurden nicht nur Englisch-Vokabeln gepaukt – nein, es kamen auch „neue“ deutsche Begriffe wie Inzidenzwert, Wechselmodell, Distanzunterricht und Bundesnotbremse hinzu.

Als anstrengend und nervig beschrieben viele Schülerinnen und Schüler, die sich mit ihren Sorgen an das Kinder- und Jugendtelefon der „Nummer gegen Kummer“ beim Kinderschutzbund Rosenheim wandten, die Situation im Homeschooling oder die Maskenpflicht in der Schule.

„Die anfängliche Begeisterung für Videokonferenzen flaute schnell ab und die indirekte Begleitung durch Lehrkräfte, der fehlende Kontakt zu Mitschüler*innen, eine oftmals unzureichende technische Ausstattung, und keine Aussicht auf Normalität ließen die Motivation zuhause bei vielen allmählich schwinden. So weiß es eine langjährige Beraterin durch viele Gespräche mit Kindern und Jugendlichen.

Wie sich das digitale Lernen auf die Zensuren ausgewirkt hat, wird sich nun zeigen.

Das kann die Vorfreude auf einen unbeschwerten Sommer bei manchen Schüler:innen trüben. Denn auch die diesjährige Zeugnisvergabe kann Kummer bereiten oder zu Konflikten innerhalb von Familien führen.

Ein offenes Ohr für alle Sorgen

Die Telefonberater:innen der „Nummer gegen Kummer“ haben auch bei Zeugnissorgen ein offenes Ohr für Kinder, Jugendliche und Eltern.

Denn für viele Eltern war es in Zeiten der Pandemie ebenso ein besonderes Schuljahr. Mütter und Väter sprachen am Elterntelefon der „Nummer gegen Kummer“ von Überforderung und Erschöpfungszuständen in Folge der Doppelbelastungen.

Auch teilten sie Ängste, dass ihre Kinder in ihren Leistungen nun nicht mehr mithalten können, weil sich das Homeschooling nur schwerlich umsetzen ließ.

Dorothée Ortner, Koordinatorin beim Kinderschutzbund Rosenheim, beschreibt: „Es gab erheblichen Redebedarf am Elterntelefon. Die Probleme Zuhause nahmen teilweise zu, die Kontakte im eigenen Umfeld gleichzeitig ab. Es war und ist uns daher nach wie vor ein großes Anliegen, auch für Mütter und Väter erreichbar zu sein, ihre Sorgen aufzufangen und ihnen Mut zu machen.“

Auch in der Region erreichbar

Das Elterntelefon ist aktuell montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, dienstags und donnerstags sogar bis 19 Uhr, unter 0800 111 0 550 zu erreichen.

Kinder und Jugendliche finden montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter der Rufnummer 116 111 Unterstützung am Kinder- und Jugendtelefon oder rund um die Uhr bei der Online-Beratung unter www.nummergegenkummer.de.

Alle Beratungsangebote sind anonym und kostenlos erreichbar.

Die speziell für ihre Aufgaben ausgebildeten Beraterinnen und Berater hören zu und überlegen gemeinsam mit den Kindern, Jugendlichen und Eltern, welche Lösungswege es geben kann.

Über Nummer gegen Kummer e.V.

Nummer gegen Kummer e.V. ist der Dachverband für örtliche Vereine, die in Deutschland ein Kinder- und Jugendtelefon und Elterntelefon betreiben. Die derzeit 91 lokalen Träger der Beratungstelefone sind überwiegend örtliche Verbände des Deutschen Kinderschutzbundes sowie anderer Wohlfahrtsverbände. Dieses Netzwerk stellt das deutschlandweit größte kostenfreie, telefonische Beratungsangebot für Kinder, Jugendliche und Eltern dar.

Speziell ausgebildete, ehrenamtlich engagierte Berater*innen unterstützen die Anrufenden im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe bei Alltagsproblemen und in schwierigen Lebenssituationen. Zur Finanzierung des Netzwerkes bemühen sich Nummer gegen Kummer e.V. bundesweit und seine Trägervereine lokal um Spenden von Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen.

Nummer gegen Kummer e.V. ist aus dem Deutschen Kinderschutzbund hervorgegangen und diesem als Mitglied in seiner Zielsetzung verbunden. Der Dachverband ist Mitglied bei Child Helpline International.

Nummer gegen Kummer e.V. wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und unterstützt durch die Deutsche Telekom.

Jeder Anruf an den Beratungstelefonen ist kostenlos, die Verbindungsgebühren trägt die Deutsche Telekom AG, Kooperationspartner von Nummer gegen Kummer e.V. seit 1991.

Elterntelefon unter 0800 – 111 0 550
Mo – Fr von 9 – 17 Uhr sowie Di und Do von 17 – 19 Uhr

Kinder- und Jugendtelefon unter 116 111
Mo – Sa von 14 bis 20 Uhr

Online-Beratung für Kinder und Jugendliche per Mail und Chat unter www.nummergegenkummer.de

Weitere Informationen unter www.nummergegenkummer.de