Es durfte gefeiert werden - nach einem Jahr, in dem „schulfrei zu haben" stressig wurde: Berührende Abi-Feier und Standing Ovations der Eltern


In eleganten Kleidern – so manches in der Hoffnungsfarbe grün – oder in schicken Anzügen und in Tracht und vor allem mit einem Lächeln! Die Abiturienten des Luitpold-Gymnasiums in Wasserburg hatten sich gestern Nachmittag schick gemacht und sie waren fröhlich bei ihrer großen Abschlussfeier in der neuen Aula ihrer Schule. Sie alle hatten es geschafft!


Denn nun war sie für immer vorbei – ihre Schulzeit: Alle 68 jungen Frauen und Männer erhielten ihr Abitur-Zeugnis 2021 überreicht.

Anders als noch im vergangenen Jahr konnten die Abiturienten heuer gemeinsam mit ihren Eltern in der neugestalteten Schulaula ihren Abschluss feiern. Kurz  habe es laut Schulleiterin Verena Grillhösl (rechts im Bild) so ausgesehen, als seien die Beschränkungen schlimmer als im Vorjahr – aber nun waren gestern zumindest wieder die Eltern mit dabei.

Gemeinsam konnte eine abwechslungsreiche, kreative und emotionale Verabschiedung gefeiert werden.

Schon mehrere bekannte Persönlichkeiten haben an dieser Schule in Wasserburg ihr Abitur gemacht. Landrat Otto Lederer zählte hier Olympiasieger Matthias Baumann, Kabarettist Michael Altinger und Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl auf, die früher auch an der Stelle der Abiturienten saßen und auf ihre Zeugnisse und den Schritt ins Leben warteten: „Und jetzt sitzt ihr hier.“

Ihre Flexibilität und Stärke, ihren eigenen Weg zu gehen, hätten die Abiturienten vor allem in den vergangenen anderthalb Jahren bewiesen – die Corona-Pandmie verlangte von diesem G8-Jahrgang viel. Nur ein einziges Oberstufen-Semester von insgesamt vier war ‚unter normalen Bedingungen‘ absolviert worden.

Auch Bürgermeister Kölbl thematisierte in seinen Grußworten die „Fernbeziehung“ zur Schule am Computer. Denn „soziales Miteinander gehört ins Schulleben“.  Und Markus Schwalb, der Vorsitzende des Elternbeirats, betonte: „Schule ist mehr als Unterricht.“ Nun aber gehe der Weg weiter. Und gerade in Fragen wie Pandemiebekämpfung, Klimawandel und Bewahrung der Demokratie brauche es Impulse junger Erwachsener, so Schwalb.

„Es gibt viel zu tun, ihr könnt euch viel engagieren“, griff Edith Stürmlinger von der Luitpoldiana Studiengemeinschaft das Thema in ihrer Rede auf. Die Gemeinschaft ist ein Verein der Ehemaligen und „ab morgen gehört ihr auch zu den Ehemaligen“.

Auch Stufensprecher Jakob Schungel und Schülersprecherin Magdalena Brandl richteten Worte an ihre Mitabsolventen. In einer „launigen Rede“, wie Schulleiterin Grillhösl sie bezeichnete, fassten die Absolventen vor allem die Zeit im Homeschooling humoristisch zusammen.

„Wer hätte gedacht, dass schulfrei noch stressiger sein könnte?“, fragten sie sich und ernteten Lacher bei Überlegungen wie, dass auch Lehrer in der Zeit etwas gelernt hätten: „Sich mit sich selbst zu unterhalten.“

Neben den feierlichen Worten rundeten musikalische Einlagen, zudem sogar eine Bauchtanz- und ebenso eine Lichtshow mit Nebel und pulsierenden Effekten die Feier 2021 ab.

Und dann der ersehnte Augenblick:

Die 42 jungen Frauen und 26 jungen Männern nahmen ihre Abschlusszeugnisse entgegen.

Mit einem Durschnitt von 2,23 – mit neun Abiturienten mit einem Schnitt unter 1,5 und Zwei davon mit 1,0 – so standen sie alle wenige Schritte vor der „Freiheit“, die sich laut Schulleiterin Grillhösl auch in ihrem Abimotto versteckte.

Eine Umfrage zu den Zukunftsplänen zeigte diesen Drang nach Freiheit: 82 Prozent wollen nach dem Abschluss studieren, aber fast die Hälfte – 46 Prozent – will zuvor noch ein Jahr lang mal Auszeit nehmen – nach dieser „zuletzt so aufregenden Schulzeit“.

Besondere Ehrungen erhielten

Stefanie Stubenrauch für das Fach Katholische Religion, Fabian Schlee mit dem Abipreis in Mathe, Korbinian Röhrl und Alexander Bergbauer für Chemie sowie Philip Funke und Adrian Martens für den Abipreis in Physik.

Auch die neun Abiturienten mit einem Schnitt unter 1,5 erhielten eine besondere Auszeichnung:

Kerem Fechner schloss mit einem Schnitt von 1,5, Fabian Schlee erreichte einen Durchschnitt von 1,4. Johannes Weber, Stefanie Stubenrauch und Johanna Schaberl schlossen mit 1,3 ab und Marlen Schmitz und Sophia Schacher erreichten einen Schnitt von 1,2.

Jakob Schungel erreichte einen Notenschnitt von 1,0 und Jahrgangsbeste war mit ebenfalls 1,0 Veronika Schmid.

Und als zum Abschluss der Feier „We Are The Champions“ von Queen lief, stürmten alle Abiturienten die Bühne und dann haben sie – unter Standing Ovations ihrer Eltern – gesungen, geschunkelt und den allerletzten Moment in ihrer Wasserburger Schule ausklingen lassen …

Foto: Bei der Ehrung der Abiturienten des Luitpold-Gymnasiums Wasserburg (von links)

Bürgermeister Michael Kölbl, die Vorsitzende der Luitpoldiana Studiengemeinschaft Edith Stürmlinger, Landrat Otto Lederer und die besten Abiturienten 2021 in Wasserburg

Veronika Schmid, Maren Schmitz, Johannes Weber, Johanna Schaberl, Sophia Sacher,

Stefanie Stubenrausch, Fabian Schlee, Jakob Schungel, Kerem Fechner 

sowie Schulleiterin Verena Grillhösl.