Der so besondere Neustart im Fußball: Interessanter, ehrlicher Blick des Ameranger Fußball-Trainers auf die Arbeit als Coach und auf die neue Saison


Der Kreisliga-Rückkehrer SV Amerang kann es kaum erwarten, dass die neue Fußball-Saison startet. Genau morgen in drei Wochen ist es soweit:


Am Samstag, 24. Juli, tritt das Team um Coach Slaven Jokic am Spieltag eins beim SV Vogtareuth an. Unten stehend alle Teams, die gemeinsam mit Amerang und dem FC Grünthal – als die somit dritthöchst-platzierten Teams des Altlandkreises – nun in der Kreisliga auf Tore- und Punktejagd gehen werden.

In der großen Hoffnung, es möge – trotz der Corona-Zeit – nun eine im Ablauf einigermaßen ’normale‘ Saison werden.

In der Vorfreude auf den Neubeginn haben wir uns mit Amerangs Coach Slaven Jokic unterhalten, der interessante, ehrliche Einblicke gewährt – ein herzliches Dankeschön dafür!

Hier unser Trainer-Interview …

Wie siehst du deine Mannschaft hinsichtlich Teamgeist, Umfeld und einzelne Spieler? 

Vom ersten Tag an war es ein sehr gutes Miteinander – ja, wir sind gemeinsam auch durch schwierigere Phasen gegangen.

Wir haben uns aber stets als Einheit auf dem Platz und neben dem Platz präsentiert. Ich bin sehr stolz darauf, wie alles ist. Das Umfeld hier in Amerang ist für mich besonders – auch und gerade, nachdem ich in all meiner Laufbahn das ein oder andere Umfeld erlebt habe.

Für mich als Trainer ist es ein hervorragendes Arbeiten, das es mir ermöglicht, das Beste für die Mannschaft und den Verein herauszuholen. Ich habe das Gefühl, dass alle etwas erreichen wollen und das es nicht eine reine Spaßveranstaltung ist. Obwohl das natürlich auch dazugehört, aber die Mischung macht’s, das ist für mich das Wichtigste.

Meine Spieler sind für mich besonders, ich schätze jeden Einzelnen sehr – als Mensch, aber auch als Sportler. Oft haben sie es nicht einfach mit mir – glaube ich – da ich von ihnen viel erwarte. Aber wir haben ein gutes Miteinander, das wir uns gegenseitig aufgebaut haben.

Der Corona-Wahnsinn: Wie läuft die Saison-Vorbereitung?

Wir waren – seit man wieder trainieren kann und darf – schon quasi in der Vorbereitung für die Vorbereitung.

Ich bin nicht der große Fan, meinen Spielern Hausaufgaben zu geben und sie alleine trainieren zu lassen – aber alle haben stets von mir Pläne erhalten. Ich biete da gern was an – man könnte auch sagen, ich möchte da auf Nummer sicher gehen, dass auch alle engagiert dabei bleiben und weiterhin dabei sind.

Mit welchem Saisonziel geht ihr zurück in die Kreisliga? 

Definitiv mit dem Ziel, von Beginn an volle Konzentration, so viele Punkte von Anfang an sammeln, wie nur möglich – denn es kann in der Liga ganz schnell in die eine, aber auch in die andere Richtung gehen.

Wir alle möchten so wenig, wie nur möglich, mit dem Abstieg zu tun haben.
Es sind einige Mannschaften dabei, die sicherlich sehr ambitionierte Ziele haben oder haben sollten.
Wir wollen uns in der Liga erst einmal wieder zurecht finden und in jedem Spiel punkten. Darum geht’s.

Wie würdest du dich selbst als Trainer beschreiben? Worauf legst du besonders wert?

Puh – das ist schwer, wie ich mich selber als Trainer beschreiben könnte, das sollen lieber andere machen.
Ich denke nur, dass das Einfache oft das Schwierigste ist – das ist mein Leitfaden. Und dass die Wahrheit am Platz liegt …
Worauf lege ich besonders wert? Auf Disziplin, Ordnung, Klarheit, Sieger-Mentalität und auf eine ehrliche Arbeit.

Was macht dir besonders am Trainerjob Spaß? 

Der Nervenkitzel und die Anspannung am Spieltag – und die Arbeit unter der Woche.

Ich brauche das, das alles hat mir am meisten gefehlt in der Corona Pause!

Welcher Trainer hat dich in deiner Laufbahn geprägt / beeindruckt?

Das, was ich am meisten lernen musste, das war der Spagat zwischen Profitum und dem Leistungssport gegenüber dem Amateur-Fußball.

Das habe ich mir am allermeisten von meinem Vater und seiner Trainertätigkeit angeeignet. Denn gewisse Erfahrungswerte kommen ja erst mit der Zeit und diese konnte ich mir zum Glück verhältnismäßig schnell aneignen.

Und dann ist da Frank Schmölller (Anm. d. Red. ehemaliger Bundesliga-Spieler und Trainer), mit dem ich zwar nie richtig zusammengearbeitet habe  – aber in meiner Hospitation beim TSV 1860 II habe ich gesehen, warum er bei all seinen Stationen sehr großen Erfolg hatte … seine Art, zu arbeiten mit den Spielern, das habe ich mir gut gemerkt.

Zum Abschluss, Slaven: Welche Worte möchtest du der Mannschaft an dieser Stelle mit auf den Weg geben?

Dass ich sehr stolz auf das Geleistete bin – und dass sie sich den Aufstieg verdient haben!

Ich hoffe, dass wir diesen noch anständig feiern können …

Interview Renate Drax

 

Das sind die Teams der neuen Saison in der Kreisliga I:

SV Amerang

FC Grünthal

ASV Au

ASV Großholzhausen

FC Bosna i Hercegovina Rosenheim

SC Danubius Waldkraiburg

SV Ostermünchen

SV Pang

SV Söllhuben

SV Vogtareuth

TSV Emmering

TUS Bad Aibling

TuS Prien

TuS Raubling

VfL Waldkraiburg