Mensch und Natur in der Heimat: Neue Landkreis-Gebietsbetreuung soll Besucherströme im Alpenraum lenken - Interessierte gesucht


Um den oberbayerischen Alpenraum,seine vielfältige Landschaft und die Lebensräume für seltene Tierund Pflanzenarten zu schützen, wird der Landkreis Rosenheim zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Stelle für die Gebietsbetreuung „Besucherlenkung im Alpenraumschaffen.


Das Projekt läuft bis 31. März 2024. Die Kosten liegen bei rund 242.000 Euro. Der Bayerische Naturschutzfonds übernimmt 75 Prozent der förderfähigen Kosten.

Vorbehaltlich der Förderzusage durch den Naturschutzfond stimmten die Mitglieder des Umweltausschusses und des Kreisausschusses in ihrer jüngsten Sitzung zu und beauftragten die Verwaltung damit, die Stelle zu schaffen und die entsprechenden Mittel im Haushalt bereitzustellen.

Der oberbayerische Alpenraum zeichnet sich durch seine vielfältigen Landschaften und Lebensräume aus.

Die Buckelwiesen, Kesselmoore, letzte Wildbäche, extensiv genutzte Weidelandschaften, Bergwälder oder auch Almen und alpine Landschaften bieten Lebensraum für zahlreiche charakteristische Pflanzenund Tierarten. Viele von ihnen sind stark bedroht. Genau diese Bereiche aber sind ein sehr attraktives Ziel für die heimische Bevölkerung, Tagesgäste und Touristen.

Der seit Jahren sehr hohe Besucheransturm wurde durch die CoronaPandemie noch erheblich verstärkt.

Durch die Sozialen Medien werde auch der letzte „Geheimtipp“ mittlerweile stark beworben und entsprechend frequentiert, wurde in den Sitzungen resümiert. Dazu habe sich die Art und Weise der Freizeitaktivitäten rasant geändert. Das EBike, Skiund Schneetouren, Biwakieren oder Campen erfreuen sich großer Beliebtheit.

In den besonders schützenswerten Bereichen des Alpenraumes kommt es deshalb zu erheblichen Störungen und dies zu jeder Tagesund Nachtzeit.

Aufgabe dieser neuen Gebietsbetreuung „Besucherlenkung im Alpenraum“ wird es nun sein, wieder ein harmonisches Miteinander zu etablieren.

Dazu gehöre es, geeignete Maßnahmen der Besucherlenkung zu erarbeiten, Kommunen bei der Erstellung naturverträglicher Wegekonzepte zu unterstützen und die örtlichen Akteure im Bereich naturverträgliche Erholung an einen Tisch zu holen.

Einen großen Stellenwert der Aufgabe nehme hier auch die Öffentlichkeitsund Aufklärungsarbeit ein und die Vernetzung mit anderen Gebietsbetreuern in den Alpenlandkreisen.

Auch die Grundlagenermittlung zu Artvorkommen und störungssensiblen Gebieten sowie das Monitoring und die Evaluierung der Maßnahmen zur Besucherlenkung würden zu den Aufgaben der Gebietsbetreuung gehören.

Entscheidend sei dabei der Aufbau eines Betreuersystems. Dazu gehöre es, Interessierte zu finden, sie zu schulen, weiterzubilden und zu koordinieren. Führungen, Bildungsangebote und Aktionstage sollen das Verständnis für den sensiblen Lebensraum zudem erhöhen. Attraktionspunkte wie Beobachtungsstationen können geschaffen und Beschilderungen, Flyer und Tafeln zur Besucherlenkung eingesetzt werden