Sparkasse Wasserburg zieht rundum positive Jahresbilanz


„2020 war ein herausragendes, bedeutendes und für uns sehr anstrengendes Jahr“, sagte der Peter Schwertberger eingangs der Präsentation. Es sei vorrangig nicht darum gegangen, die Gewinne zu halten oder zu steigern, sondern Kunden, die besonders von der Pandemie betroffen waren, zu helfen. „Wir haben unzählige persönliche Gespräche geführt und für alle Probleme individuelle Lösungen gefunden“, so der Sparkassen-Vorstandsvorsitzende.


Zum Glück sei der Wirtschaftsraum Wasserburg vom Branchen-Mix her nicht besonders hart gebeutelt worden. „Allerdings haben wir mit der Reisebranche, Busunternehmen, Eventveranstaltern und Gastronomen natürlich auch Betriebe, die von Corona massiv betroffen waren“, wie Sparkassen-Vorstand Mischa Schubert ergänzte. „Wir haben versucht, alle Härten zu strecken. Das heißt beispielsweise, die Rückzahlung von Krediten auf viele Jahre verteilt. Wir haben da alle Möglichkeiten ausgeschöpft, die wir haben“, so Schubert.

 

Natürlich hat sich das Corona-Jahr auf das Darlehensgeschäft der Sparkasse ausgewirkt. So wurden im Vergleich zum Vorjahr (123 Millionen Euro) insgesamt um 67 Prozent mehr Kreditzusagen erteilt (2020: 205 Millionen).

Schubert: „2020 war das Jahr der Hilfe in der Krise. Wieder einmal hat sich gezeigt, wie wichtig unsere dezentrale Bankenstruktur ist. Denn es braucht jemanden vor Ort, der die Kunden persönlich kennt und den Förderinstitutionen die Prüfung abnimmt.“

Positive Gesamtentwicklung

Ob bei der Bilanzsumme, bei den Gesamteinlagen oder den Ausleihungen – die Sparkasse Wasserburg konnte trotz des Pandemie-Jahres 2020 in allen Bereichen zulegen.

So wuchs die Bilanzsumme von 1,265 Milliarden Euro in 2019 auf 1,346, was eine Steigerung von 6,4 Prozent ausmacht. Die Gesamtausleihungen stiegen ebenfalls um 6,4 Prozent von 748 Millionen Euro auf 796 Millionen. Und bei den Einlagen sah es nicht schlechter aus: 1,026 Milliarden Euro stehen 2020 zu Buche, im Jahr davor waren es 968 Millionen, was einer Steigerung von sechs Prozent entspricht. „Wir freuen uns über den Vertrauensbeweis unserer Kunden“, so Vorstandsvorsitzender Peter Schwertberger.

„Und gleichzeitig nimmt uns diese heftige, liebevolle Umarmung zunehmend betriebswirtschaftlich die Luft zum Atmen. Denn bereits seit vielen Jahren befinden wir uns in einem Umfeld von Negativzinsen. Zusätzliche Einlagen kosten heute real Geld. Da müssen wir natürlich reagieren, alles andere wäre unverantwortlich“, spielt Schwertberger darauf an, dass auch die Sparkasse Wasserburg ab gewissen Summen nicht um Verwahrgebühren herumkommt. „Allerdings verhandeln wir das mit unseren Kunden von Fall zu Fall ganz individuell.“

Beim Eigenkapital liegt die Sparkasse Wasserburg mit 164 Millionen Euro nach wie vor deutlich über dem Schnitt der deutschen Sparkassen. Die Ertragslage geht mit 1,5 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr wegen der erschwerten Rahmenbedingungen leicht zurück.

Schwertberger: „Der Zinsüberschuss nimmt weiter ab. Das war wegen des Niedrigzinsniveaus zu erwarten und nicht vermeidbar.“ Zwar habe man das durch das deutlich gesteigerte Provisionsgeschäft etwas abfedern können. Den Rückgang des Zinsergebnisses könne man aber nicht vollständig auffangen.

Erfolgreiche Geschäftsfelder

Bei den Wertpapieren ist die Wasserburger Sparkasse weiterhin eine der stärksten Banken in ganz Bayern. Insgesamt verwaltet sie zusammen mit der DEKA in den Depots 311 Millionen Euro.

„Das zeigt, dass unsere Kunden unseren Empfehlungen gefolgt sind und in ertragreiche Anlageformen investieren“, so Schwertberger.

Auch bei der Vermittlung von Immobilien („… die Nachfrage ist ungebrochen hoch“) oder beim Neugeschäft zum Bausparen und bei den Versicherungen legte die Sparkasse zu. Sie ist übrigens selbst im Besitz von 89 Immobilien – 71 Mietwohnungen und 18 Gewerbeeinheiten. Und in diesem Bereich sind weitere Projekte geplant, wie der Neubau eines Wohn- und Geschäftshaus in Babensham oder ein geplantes Mietshaus in Isen.

203 Mitarbeiter beschäftigte die Sparkasse im vergangenen Jahr, davon 14 Auszubildende. „Auf unsere Mitarbeiter sind wir besonders stolz. Ich bin jetzt 20 Jahre bei der Sparkasse Wasserburg und es freut mich immer wieder zu sehen, wie bei uns aus Azubis Führungskräfte werden. Wir haben im Haus eine ganz eigene DNA“, so der Vorstandsvorsitzende.

Online-Geschäft wächst weiter

Einen Blick auf das Online-Geschäft der Sparkasse Wasserburg warf Robert Minigshofer gestern bei der Jahresbilanz. Der Leiter Marketing und eBusiness bezeichnete 2020 als „das Jahr der Digitalisierung“.

„Corona hat das Online-Geschäft natürlich befeuert. Mittlerweile haben wir eine Online-Quote von 59 Prozent. Bei den Geschäfstkunden sogar von 79 Prozent.“ Ob Sparkassen-App, persönliches Finanzmanagement, die Online-Steuererklärung oder Multibanking – in allen Bereichen gebe es deutlichen Zuwachs. „Wichtig ist den Kunden dabei, dass alles einfach, bequem und sicher ist“, weiß Minigshofer. „Vor allem das kontaklose Bezahlen war 2020 natürlich besonders gefragt.“

Zufriedene Kunden

Die Sparkasse Wasserburg hat übrigens die zufriedensten Kunden. Im Rahmen einer Online-Befragung belegte die Sparkasse 2020 den ersten Platz in Bayern.

 

Überall gab es positive Spitzenwerte bei der Zufriedenheit.

Sparkasse insgesamt: 97 Prozent,

Beratung: 95 Prozent,

Service 95 Prozent,

Online-Banking, 95 Prozent.

 

Und auch die Menschen in Stadt und Altlandkreis Wasserburg, die nicht direkt Kunden der Sparkasse sind, profitieren von der Bank. Immerhin engagierte sich die Sparkasse mit 125.000 Euro an Sponsorengeldern für heimische Institutionen und Vereine. Hinzu kamen die Ausschüttungen aus der Sparkassen-Kultur- und der Sozialstiftung.

„Ohne die Unterstützung der Sparkasse Wasserburg wären zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen im sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich nicht möglich gewesen“, so Schwertberger, der sich auch besonders über die Wiedereröffnung der nagelneuen Geschäftsstelle in Edling freut: „Eine absolute Mustergeschäftsstelle. Die komplett renovierten Räumlichkeiten überzeugen mit einladendem Ambiente und modernster, technischer Ausstattung.“

Auch wenn man einige Filialen in SB-Center umgewandelt habe, werde man dennoch versuchen, in der Fläche die Qualität noch zu steigern. „Die Schließungen haben uns im Herzen weh getan, wir mussten aber einfach auf das veränderte Besuchsverhalten unserer Kunden reagieren.“ In diesem Zusammenhang wies Schwertberger auf das zentrale Kundenservice-Center (Telefon 08071/10 10) hin, das montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr besetzt ist.

 

Die Spatzen pfiffen es schon seit einiger Zeit von den Dächern: Peter Schwertberger, Vorstandvorsitzender, wird seinen Posten zum Ende des nächsten Jahres räumen und in den Ruhestand gehen.  Sein Nachfolger wird Mischa Schubert.  „Das ist jetzt noch zu früh, um das an die große Glocke zu hängen. Aber unsere Mitarbeiter sind schon informiert und es ist deshalb auch kein großes Geheimnis mehr“, wie Schwertberger gestern verriet.