Vier Einsätze allein in der vergangenen Woche im Landkreis - Silberjodid verkleinert die Hagelkörner - „Ro-Berta“-App


Seit über einem Monat sind die Hagelflieger des Landkreises wieder im Einsatz. In der vergangenen Woche waren sie bereits an vier Tagen unterwegs, um hagelträchtige Wolken mit Silberjodid zu impfen. Einer der längsten Einsätze erfolgte am vergangenen Mittwoch über dem Oberland und dem Chiemgau (Foto). „Der Einsatz dauerte rund 2,5 Stunden, da sich viele Gewitter-Zellen Richtung Inntal gebildet hatten“, so Georg Vogl, der Chef der Rosenheimer Hagelflieger.


Die Rosenheimer Hagelabwehr hat derzeit zwei Flugzeuge vom Typ „Partenavia P.68“ im Einsatz.

Die Flugzeuge sind mit Generatoren ausgestattet, die rund 20 Liter Silberjodid-Lösung fassen – eine Menge, die für etwa 2,5 Flugstunden ausreicht. Durch das Silberjodid werden die Hagelkörner verkleinert und so Schäden vermindert.

„Dabei ist das richtige Timing ausschlaggebend für den Erfolg“, so Vogl.

Insgesamt sechs Piloten gibt es zur Zeit, zwei weitere befinden sich momentan in der Ausbildung.

Die angehenden Piloten fliegen in der ersten Saison noch in Begleitung, bevor sie in der zweiten Saison alleine starten.

„Und der Nachwuchs ist mehr als willkommen“, so Georg Vogl. Voraussetzung, um Hagelflieger zu werden, ist eine Fluglizenz sowie eine Instrumentenflug-Berechtigung.
Offiziell dauert die Hagelsaison von Mai bis September. Die alljährliche Wartung der Maschinen erfolgt in den Winter-Monaten von November und Dezember in Stuttgart. Im Durchschnitt sind die Hagelflieger 20 Tage im Jahr unterwegs.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können mit Hilfe der „Ro-Berta“-App die Hagelflieger bei ihrem Einsatz beobachten. Die App zeigt nicht nur die Flugroute an, sondern liefert auch Kameraaufnahmen. Eine Kamera filmt im Cockpit, die andere ist unterhalb des Flugzeugs angebracht. Über die App können Bürgerinnen und Bürger zudem Wetterdaten melden.

Die App steht für alle Smartphones mit Android und iOS zur Verfügung.
Foto: Landratsamt Rosenheim / Georg Vogl