Zudem drei der bislang vier bekannten Fälle der neuen Delta-Variante im Landkreis aus beruflichem Umfeld - Der Corona-Wochenbericht


Seit dem letzten Corona-Wochenbericht des Landratsamtes wurden sieben neue Fälle der Gamma-Variante (brasilianische Mutation P1) gemeldet – bislang waren es seit Wochen insgesamt nur vier gewesen. Bei sechs Fällen davon fand eine Übertragung im privaten Bereich und im Arbeitsumfeld statt, so die Behörde heute.


Drei der bislang vier bekannten Fälle der neuen Delta-Variante (indische) seien zudem einem Ausbruchsgeschehen im beruflichen Umfeld zuzuordnen.

Dies unterstreiche die hohe Übertragbarkeit und schnelle Ausbreitung der besorgniserregenden Varianten. Vorläufige Ergebnisse aus Großbritannien weisen laut Robert Koch-Institut auf eine höhere Übertragbarkeit der Delta- im Vergleich zur Alpha-Variante (britische) hin.

Die besorgniserregenden Varianten des Coronavirus bilden auch in der Region die Mehrzahl der Fälle (im Mai 68 Prozent):

Bislang wurden dem Gesundheitsamt 3.018 Fälle einer bestätigten besorgniserregenden Variante gemeldet, wovon 3.002 Fälle auf die Alpha-Variante (britische Variante B.1.1.7) – elf Fälle auf die Gamma-Variante (brasilianische Variante P.1) – vier auf die Delta-Variante (indische Variante B.1.617.2) und ein Fall auf die Beta-Variante (südafrikanische Variante B.1.351) entfallen.

Auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts sind die Gebiete mit einem erhöhten Auftreten der Virusvarianten ausgewiesen:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete_neu.html

 

Aktuelle Lage in den Kliniken:

Die Belegung der Kliniken in Stadt und Landkreis Rosenheim mit COVID-19-Patienten sei zum Glück weiterhin leicht rückläufig. Heute werden zwölf Patienten auf Intensiv behandelt, wobei es sich hierbei größtenteils um Patienten mit sehr langen Krankheitsverläufen handele, so das Amt.

 Auf den Normalstationen der Kliniken im Kreisgebiet und in Rosenheim befinden sich noch 36 Patienten mit teilweise ebenfalls sehr langwierigen Verläufen einer COVID-19-Erkrankung, so das Landratsamt weiter.

 

Infektionsschutzmaßnahmen:

Das Gesundheitsamt kann weiterhin die positiv Gemeldeten tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anordnen. Auch die engen Kontaktpersonen können zeitnah kontaktiert und ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet werden.

„Bei aller Freude über die zu Recht wiedererlangten Freiheiten beschleicht mich ein leichtes Unbehagen, wenn ich das wieder-erwachte soziale Leben in der Öffentlichkeit und das Treiben in den Fußgängerzonen und Biergärten sehe.

In dieser Woche musste durch das Gesundheitsamt Rosenheim ein Ausbruchsgeschehen in einem Biergarten ermittelt werden, bei dem konkrete Anhaltspunkte für eine Infektionsübertragung bei vier von sechs Personen an einem Biertisch vorlagen.

Bei allen Personen hatten negative Antigen-Schnelltests vorgelegen. Nur durch die gewissenhafte Ermittlung des Gesundheitsamts konnten die Neuinfektionen diesem Infektionsumfeld zugeordnet und als Ausbruch identifiziert werden, denn vorschriftsmäßige Gästelisten wurden nicht geführt. Den Betroffenen und deren engen Kontakten wurden entsprechende Auflagen und Quarantänen angeordnet.

Die Infektion machte sich bei allen mit ernstzunehmenden Krankheitszeichen bemerkbar.

Ich appelliere daher weiterhin an die Vernunft aller Bürgerinnen und Bürger: Wir dürfen nicht riskieren, dass durch Unachtsamkeit, Leichtsinn oder das bewusste Ignorieren der Regeln und Vorschriften die Infektionszahlen wieder ansteigen und so schweren Erkrankungen den Weg bereiten. Auch den Betreibern der geöffneten Betriebe kommt hier eine äußerst wichtige Aufsichtsfunktion zu. Jetzt wird die Saat für einen späteren Wiederanstieg des Infektionsgeschehens gelegt. Die entscheidende Frage ist, ob es uns gelingt, durch den Impffortschritt breiter Bevölkerungsmassen und die Schaffung einer Herdenimmunität einen exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen und damit eine 4. Welle zu verhindern.

Bis dahin sind unsere einzigen Waffen zur Infektionsprävention die bekannten Hygiene- und Abstandsregeln“, mahnt Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes.

Infektionsquellen:

Infektionsübertragungen ereignen sich weiterhin überwiegend im privaten Umfeld, das 67 Prozent der bekannten Infektionsursachen ausmacht. Etwa 5 Prozent fallen auf den Arbeitsplatz. Medizinische Einrichtungen, wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen, waren in der letzten Woche nicht betroffen. Als Lichtblick sieht das Gesundheitsamt, dass kaum mehr Infektionen bei Bewohnern von Heimen auftreten. So wurden dem Gesundheitsamt lediglich zwei Fälle positiv getesteter Mitarbeiter in zwei Heimen gemeldet. „Dies ist ein großer Erfolg der Impfungen in den Einrichtungen. Es besteht aber weiterhin Bedarf, Mitarbeiter zu motivieren, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen“, so Hierl.

Seit dem letzten Wochenbericht wurde ein Fall aus einer Kita gemeldet.

Die Fälle wurden entdeckt bei Testungen aufgrund von Symptomen (ca. 47 Prozent), im Rahmen von Reihentestungen (28 Prozent) und in Folge von Untersuchungen bei der Kontaktpersonennachverfolgung (ca. 21 Prozent). Dies unterstreicht die Bedeutung von regelmäßigen Reihentestungen in Betrieben und Gemeinschaftseinrichtungen.

Impfungen:

Insgesamt sind bisher in Stadt und Landkreis Rosenheim ca. 136.920 Schutzimpfungen gegen Covid-19 erfolgt, vor allem in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern sowie dem gemeinsamen Impfzentrum auf der Loretowiese. 82.773 davon waren Erstimpfungen, 54.147 Zweitimpfungen. Insgesamt 10.204 dieser Impfungen wurden in stationären Einrichtungen sowie betreuten Wohnformen in Stadt und Landkreis verabreicht.

Seit dem 31.03. bis einschließlich 10.06.2021 haben niedergelassene Ärzte bereits 67.549 Erst- und Zweitimpfungen durchgeführt. Die Arztpraxen handeln unabhängig vom Impfzentrum Rosenheim.

Eine Sonderimpfaktion findet am Samstag, 12.06.2021, im Impfzentrum auf der Loretowiese statt. Der Freistaat Bayern stellt Stadt und Landkreis außer der Reihe 500 Impfdosen des Wirkstoffs „Vaxzevria“ (AstraZeneca) für Erstimpfungen sowie die gleiche Menge für die entsprechenden Zweitimpfungen zur Verfügung. Die Termine sind alle vergeben. Falls es kurzfristige Absagen gibt, kann man sich jedoch unabhängig von der Priorisierung unter https://rosenheim.impfzentrum.bayern anmelden. Auch die Zweitimpfungen werden mit dem AstraZeneca-Impfstoff erfolgen; Termin ist hier der Samstag, 4. September.

Seit Montag, 07.06.2021, ist zwar bundesweit die Priorisierung der Impfwilligen aufgehoben, es kann jedoch nicht sofort allen Interessierten ein Impfangebot gemacht werden. Daher behält das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege die Priorisierung für die bayerischen Impfzentren bei, bis alle Angemeldeten aus den stärker gefährdeten Prioritätsgruppen 1 bis 3 ein Terminangebot erhalten haben. Ausschlaggebend für die Reihenfolge sind die Angaben z. B. zur persönlichen Gesundheit oder besonderen Kontaktsituationen in der Registrierungssoftware „BayIMCO“ (https://impfzentren.bayern). Impfzentrum oder Gesundheitsamt haben hierauf keinen Einfluss, ebenso wenig der Zeitpunkt der Registrierung bzw. die Wartezeit. Nach Aufhebung der Priorisierung wird die Prioritätsgruppe 4 in der Reihenfolge der Anmeldung eingeladen werden.

Weiterhin dürfen sich alle Bürger für die Impfung gegen COVID-19 unter https://impfzentren.bayern registrieren, ausnahmsweise auch telefonisch unter der Rufnummer 08031 / 365 8899. Bei Impfungen durch Ärzte wird um zeitnahe Löschung des Accounts im Registrierungsportal gebeten.

Grundsätzlich muss jede Angabe in „BayIMCO“ im Impfzentrum belegt werden. Formblätter für Arbeitgeber oder besondere Kontaktsituationen können auf der Homepage des Landkreises Rosenheim heruntergeladen werden. Bei Kontaktpersonen von Schwangeren oder Pflegebedürftigen, die nicht in einer Einrichtung leben, müssen Schwangerschaft und Pflegebedürftigkeit gesondert nachgewiesen werden.

Weitere Informationen zur Impfung im Impfzentrum enthält das Merkblatt auf der Homepage des Landkreises unter dem Punkt „Fragen und Antworten“. Einen Überblick über den Impffortschritt in ganz Deutschland bietet das Bundesministerium für Gesundheit unter https://impfdashboard.de. Ggf. auftretende Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen von Impfstoffen) nimmt das Paul-Ehrlich-Institut über die App „SafeVac 2.0“ und unter https://nebenwirkungen.bund.de/nw/DE/home/home_node.html entgegen.

„Ich rate dringend allen Personen, die ein Impfangebot erhalten und bei denen nicht eine medizinische Kontraindikation nach wissenschaftlichen Kriterien besteht, den Impftermin auch wahrzunehmen“, so Hierl. „Wir dürfen uns nicht täuschen lassen, es werden sich alle Personen, die nicht geimpft sind, an dem Virus anstecken. Eine Herdenimmunität durch eine hohe Zahl an Geimpften wird nicht dazu führen, dass der Rest der Bevölkerung, der nicht gegen das Coronavirus immun ist, verschont wird. Kein Mensch kann sicher sein, dass bei ihm nicht eine schwere Verlaufsform der Infektion auftritt oder langwierige und belastende Folgesymptome durch Long-COVID verbleiben.“

 

Fallzahlenentwicklung (Datenstand des Gesundheitsamtes Rosenheim):

Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 03.06.2021 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 68 neue Fälle (am 03.06.2021: 98) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 17.781 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 13.853, Stadt: 3.928). Mittlerweile wurde bei mindestens 16.744 Personen eine ‚Genesung‘ dokumentiert.

520 Personen (am 03.06.2021: 514) sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben (Landkreis: 458, Stadt: 62).

Von den Verstorbenen waren 19 (am 03.06.2021 19) Personen unter 60 Jahren. 347 (am 03.06.2021: 345) Verstorbene waren über oder gleich 80 Jahre alt.

Dem Gesundheitsamt wurden sechs Personen (am 03.06.2021 1) gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben sind. Hiervon waren zwei Personen über oder gleich 80 Jahren und vier Personen über 70 Jahren. Zwei der Verstorbenen waren in einem Heim betreut worden.

Bislang wurden dem Gesundheitsamt 3.018 Fälle (Landkreis 2.296, Stadt 722) (am 03.06.2021: 2.970) einer bestätigten besorgniserregenden Variante gemeldet. In einem Fall handelt es sich um die südafrikanische Variante (B1.351), in 11 Fällen um die brasilianische Variante (P1), in 4 Fällen um die indische Variante (B.1.617.2) und in allen anderen Fällen um die britische (B.1.1.7). Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 03.06.2021 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 41 Fälle der Alpha- (britische B.1.1.7) und 7 Fälle der Gamma-Variante (brasilianische P.1) gemeldet. Alle Fälle sind bei der Gesamtfallzahl von COVID-19-Fällen enthalten.

48 (am 03.06.2021: 54) COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich zwölf Patienten (am 03.06.2021: 13) auf einer Intensivstation.

Der Blick auf die Gemeinden: