Gelungener Start in die Biergarten-Konzertsaison beim John in Obing


Das war ein gelungener Start in die Biergarten-Konzertsaison beim John in Obing: Das Wetter spielte mit, die Musiker waren nach der langen Zwangspause offensichtlich auch froh, wieder auf einer Bühne stehen zu dürfen. Seit dem 3. Oktober vergangenen Jahres wurden Konzerte – drinnen und draußen – nicht mehr genehmigt. Nun saßen fröhliche Menschen, teils mit ihren Kindern und Hunden, im schönen, großzügigen Biergarten des „Gasthofs zur Post“ und ließen es sich bei Gegrilltem und musikalischer Unterhaltung gut gehen.


Die Musiker um Titus Waldenfels – die Österreicherin Margreth Außerlechner sowie der Kalifornier Gabriel McCaslin – hatten eine enorme musikalische Bandbreite im Gepäck.

Waldenfels bediente Gitarre, Geige, Pedal Steel Guitar und den Foot Bass – Margreth Außerlechner glänzte mit Gesang, Percussion und Ukulele – Gabriel McCaslin mit Gesang, Gitarre sowie seiner Geige.

Zu hören gab’s Swing, Country, Blues, Rock, aber auch deutschsprachige „Gassenhauer“, die man lange nicht mehr gehört hatte, sofort wieder erkannte – und die man seit dem Konzert nicht mehr aus den Ohren bekommt.

Los ging’s mit der Eigenkomposition von Waldenfels „Billie’s Blues“, dann folgte der „Deep Ellum Blues“, den McCaslin mit klarer Stimme begleitete. Apropos Stimme: Margreth Außerlechner glänzte bei jazzigen, schmalzigen oder bluesigen Einlagen mit toller Stimme. So lauschte man ihr gerne bei Stücken wie „Valerie“ (Amy Whinehouse), „Seemann, lass das träumen“ (Freddy Quinn), „Quando, quando, quando“ (Catarina Valente), oder „C’est si bon“ das vor ihr bereits zahlreiche berühmte Interpreten zum Besten gaben.

Jedenfalls wurde es nicht langweilig, weil eigentlich für jeden Musikgeschmack etwas dabei war.

Neben einem „Brettlwalzer“ (Waldenfels) im Dreiviertel-Takt erfüllte Bluegrass, Swing, Blues, rockige Nummern oder schmalzige Chansons den lauen Sommerabend. Wem die Darbietungen machmal zu sanft waren, der wurde zwischendurch wieder aufgeweckt mit einem fetzigen Song der Rolling Stones aus den 60er-Jahren „The Spider and the Fly“ oder „The Joker“ der Steve Miller Band. Aber auch die uralte deutsche Schnulze wie „Seemann, lass das Träumen“ bekam zum Ende des Lieds eine ordentliche rockige Note.

Mit der Zugabe waren es 27 Songs, denen man lauschen durfte.

Kurz nach 22 Uhr war dann wie immer Schluss wegen der Nachtruhe. Schade, denn am Ende wurde es bluesig-fetzig auf der kleinen Bühne. Die bekam übrigens eine Markise verpasst, damit die Musiker unter der (hoffentlich) sommerlichen Abendsonne in Zukunft nicht mehr so schwitzen müssen.

Die drei Musiker sorgten dank der enormen musikalischen Vielfalt für Kurzweile, hatten auch selbst Spaß dabei und werden sicherlich nicht zum letzten Mal in Obing auf der Bühne stehen. Aber wahrscheinlich in anderer Besetzung um Titus Waldenfels, der offenbar unendlich viele Musikanten kennt, die mit ihm musizieren wollen.

Die nächsten Konzerte im Biergarten sind laut Wirt John Gonzalves derzeit in Planung.

 

Herbert Zeilinger