Der Arbeitsmarkt-Bericht für den Mai im Landkreis - Niveau von Vor-Corona-Zeiten bei Weitem noch nicht erreicht


Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote für den Mai 2021 bei 2,6 Prozent (Vormonat: 2,8 und Mai 2020: 3,2 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 3.795. Hier sind 2.424 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 180 weniger als im Vormonat. ABER: Bis zum Zähltag am 26. Mai lagen 4.291 Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit für 39.409 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte vor.


Das Jobcenter Landkreis Rosenheim kümmert sich um 1.371 arbeitslose SGB II-Kunden*innen, 26 weniger als im April. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.431 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.754 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

„Es freut mich, dass sich der regionale Arbeitsmarkt im Mai weiterhin aufnahmefähig und dynamisch zeigt. Die Arbeitslosenzahl ist um 530 Personen auf 9.220 zurückgegangen und liegt damit deutlich (-1.450) unter dem Wert von vor einem Jahr“, sagt Michael Schankweiler, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim und zieht einen Vorjahresvergleich.

„Die Aufnahmefähigkeit und Dynamik zeigt sich zum einen darin, dass die Betriebe mit gut 1.200 mehr als doppelt so viele neu zu besetzende Stellen gemeldet haben. Zum anderen haben sich mit 1.150 deutlich mehr Menschen in Arbeit abgemeldet“, erklärt er. Schankweiler fügt jedoch einschränkend hinzu: „Das Niveau von Vor-Corona-Zeiten haben wir bei Weitem noch nicht erreicht. Im Mai 2019 war die Zahl der Arbeitslosen deutlich niedriger und die der offenen Stellen deutlich höher.“

Die Arbeitslosenquote im ganzen Agenturbereich ist im statistisch relevanten Zeitraum vom 14. April bis 12. Mai (Berichtszeitraum) um 0,2 Prozentpunkte auf drei Prozent zurückgegangen (Vergleichsmonat Vorjahr: 3,5 Prozent).

Der Rosenheimer Agenturleiter fährt mit Blick auf den Arbeitsmarkt fort:

„Die Arbeitslosenzahl ist unter anderem weiter zurückgegangen, weil sich die Frühjahrsbelebung im Mai fortgesetzt hat.

Fast alle Betriebe aus den witterungsabhängigen Bereichen Gartenbau/Floristik, Baugewerbe oder Führer*in von Fahrzeug- und Transportgeräten haben ihre Beschäftigten inzwischen zurückgeholt und auch in der Hotellerie und dem Tourismus hat sich die Öffnungsoption positiv ausgewirkt“, sagt er und erklärt weiter:

„Obwohl die Arbeitslosenzahl im vergangenen Monat erfreulicherweise in fast allen Berufsgruppen zurückgegangen ist, spielt das arbeitsmarktpolitische Instrument konjunkturelle Kurzarbeit im Agenturbezirk Rosenheim nach wie vor eine wichtige Rolle.

Denn in unserer Region sind die durch die Coronapandemie besonders betroffenen Wirtschaftsbereiche Hotellerie/Tourismus und Handel vergleichsweise häufig vertreten, wie es auch aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht. Bis zum Zähltag am 26. Mai lagen uns 9.940 Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit vor, die 90.260 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte umfassten.“

Der Agenturleiter führt weiter an, dass nicht nur die gesamte Region stark durch die Corona-Pandemie betroffen sei, sondern dass diese auch die einzelnen Personengruppen unterschiedlich stark treffe:

„Bei den 15- bis unter 25-Jährigen sind mit 770 deutlich weniger Menschen arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr und nur unwesentlich mehr als vor zwei Jahren. Sorgen bereitet mir hingegen die Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei den älteren Personen (über 50 Jahre). Und auch bei denjenigen, die schon länger als zwölf Monate bei der Arbeitsagentur oder den Jobcentern gemeldet sind und deshalb als langzeitarbeitslos gelten.

Die Zahl der Menschen über 50 Jahre, die bei uns gemeldet sind, liegt mit 3.930 auf dem Niveau des Vorjahres und deutlich über dem Wert von Mai 2019. Und bei den von Langzeitarbeitslosigkeit betroffenen Personen ist die Situation noch gravierender: Der Wert ist im vergangenen Jahr um mehr als die Hälfte auf 2.370 angestiegen und ist fast doppelt so hoch wie vor zwei Jahren.“

Der Geschäftsführung der Rosenheimer Arbeitsagentur ist es sehr wichtig, diese Menschen nicht alleine zu lassen und der Geschäftsführer des operativen Bereichs, Michael Vontra, wendet sich direkt an die Unternehmen:

„Der Arbeitsmarkt tendiert in Richtung der Zeiten vor Corona. Doch gibt es jetzt im Unterschied zu damals, als die Vollbeschäftigung lange andauerte, gute Optionen, sich für die Zukunft auch personell richtig aufzustellen. Hierbei bieten wir vielseitige Möglichkeiten an, um Sie zu unterstützen“, erklärt er.

„Neben der Probearbeit, durch die Bewerber*innen und Unternehmen unverbindlich testen können, wie gut sie zusammenpassen, gibt es die Möglichkeit des Eingliederungszuschusses. Hier leistet die Arbeitsagentur während der Einarbeitung eine finanzielle Hilfe“, sagt Michael Vontra und fügt hinzu: „Die genannten Angebote dienen der Unterstützung bei der Arbeitsaufnahme.

Doch ist es in vielen Bereichen auch erforderlich, Angestellte direkt an ihrem Arbeitsplatz zu qualifizieren, um mit dem digitalen Wandel Schritt zu halten und sich für die Zukunft richtig aufzustellen. Das Qualifizierungschancengesetz bietet für Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen gleichermaßen gute Möglichkeiten  und ermöglicht die berufliche Qualifizierung direkt am Arbeitsplatz bis zum Berufsabschluss (www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanzielle-hilfen-und-unterstuetzung).

Und dieser ist nach wie vor die beste Grundlage für eine lang anhaltende Beschäftigung und den Aufstieg im Beruf.“

Beiden Geschäftsführern ist die Ausbildung junger Menschen sehr wichtig.

Der Agenturleiter Michael Schankweiler sagt mit einem Blick auf den Ausbildungsmarkt: „Es sind aktuell noch deutlich mehr offene Lehrstellen (1.720) als Bewerber*innen (980) gemeldet. Rein rechnerische sind das knapp 1,8 Angebote je Stellensuchendem*r.

Viele Stellenangebote gibt es beispielsweise noch im Verkauf, im Büro, für (Zahn)Medizinische Fachangestellte und im Bereich Hotellerie/Tourismus. Aber auch in den Berufsgruppen Fahrzeugtechnik (u.a. Kfz-Mechatroniker*in), Bau und Versicherungs- und Finanzdienstleistungen sind noch zahlreiche Angebote gemeldet.“

Direkt an die jungen Frauen und Männer gewandt fährt er fort:

„Nutzen Sie diese Chance und sichern Sie sich einen attraktiven Ausbildungsplatz. Melden Sie sich am besten gleich per Telefon (08031 202-222) oder per Mail an Rosenheim.Berufsberatung@arbeitsagentur.de bei unseren Berufsberatern*innen.

Diese unterstützen Sie bei der Ausbildungsplatzsuche und den Bewerbungen, damit es mit dem Ausbildungsplatz mit Starttermin im Herbst klappt. Ich drücke Ihnen die Daumen!“

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,8 Prozent (Vormonat: 5,1; Mai 2020 5,6 Prozent). Derzeit sind 1.759 Bürger*innen ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden*innen, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, verringerte sich die Arbeitslosenzahl um 79 auf 876. Für 883 arbeitslose SGB II-Kunden*innen, 20 weniger als im April, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.205 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.717 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum Zähltag am 26. Mai lagen 1.397 Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit für 13.640 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte vor.

  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Mai eine Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent auf (Vormonat: 3,0; Mai 2020: 3,0 Prozent). Das entspricht 010 beschäftigungslosen Bürgern*innen. Davon sind 1.360 Männer und Frauen, 106 weniger als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 650 Betroffene, eine*r weniger als im April, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.116 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.650 sogenannten Bedarfs-gemeinschaften leben.

Bis zum Zähltag am 26. Mai lagen 2.061 Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit für 17.172 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte vor.

  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 654 Bürger*innen arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 3,0 Prozent (Vormonat: 3,2; Mai 2020: 3,4 Prozent) entspricht. Davon sind 1.172 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 159 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II-Empfänger*innen nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als „zugelassener kommunaler Träger“ (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 482 Arbeitslose gemeldet, 44 mehr als im April. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.178 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 928 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum Zähltag am 26. Mai lagen 2.193 Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit für 20.041 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte vor.