Neue Kunstausstellung im Eiselfinger Rathaus


„Champaigne Campaigne“ – so heißt die neue Kunstausstellung im Rathaus Eiselfing. Die Werke von Sophia Kirst können während eines Besuchs im Rathaus besichtigt werden. Aufgrund der aktuellen Coronavirus-Schutzmaßnahmen ist hierzu vor Ort eine kurze Anmeldung im Bürgerbüro erforderlich.

Sommer 2020. Es ist heiß. Es ist still. Zögerliches aufatmen. Verwunderte Blicke. Ausgelassenheit hinter vorgehaltener Hand. Und das Zelebrieren? Der Champagnermarkt ist eingebrochen. Es gibt nichts zu feiern. Jedenfalls nicht so viel wie sonst. Eine Region, die auf der ganzen Welt ihre Perlen verteilt. Deren Perlen lange nicht reichen für die Hektoliter an Feierlichkeit. Aber sie funktioniert. Fasziniert. Ist das ein Gläschen wert?


Champagner trinken hat Tradition. Eine Tradition, die Geschichte geschrieben hat. Champagner beschwingt. Erleichtert. Lässt kurzweilig fliegen. Eine offene Flasche hat diese Bilderserie zum Knallen gebracht. Wir hatten einen Korken knallen lassen. Haben angestoßen. Auf ein verkauftes Bild. Und als ich die Flasche Tage später halbleer im Kühlschrank des Ateliers fand, wirkte sie fast deplatziert, trostlos. Überflüssig. Aber wegschütten? Niemals. Lieber damit malen. Und beobachten, was passiert. Passiert ist eine Serie von Bildern, die Leichtigkeit und das schöne Leben an sich implizieren. Nichts bestimmtes, einfach so. Weil es eben geht. Es ist das Gläschen wert!

Das ist Sophia Kirst:

Geboren am 1987 in München wurden die ersten Lebensjahre von einer vielseitigen und  kreativen Umgebung geprägt. Sie wuchs mit fünf weiteren Kindern außerhalb von München auf. Kommunen-ähnlich würde sie es heute beschreiben. Ihr Interesse am realistischen Abbilden von Figuren und Körpern zeigte sich früh in Aktstudien und -zeichnungen. Dem folgte ab 2010 ein Studium der autonomen Kunst an der ABK Maastricht. In ihrer Zeit an der Akademie nahm sie 2012 als Stipendiatin an der Sommerakademie in Homburg teil. Angeregt durch die meditative Arbeit des Papierschöpfens kam sie in die tiefe Auseinandersetzung mit Wasser, Rhythmus und Zeit. An der Akademie arbeitete sie überwiegend an Videoperformances und Installationen, entdeckte aber im ersten Jahr schon die Tuschetechnik, mit der sie ihre Bilder gestaltet. 2013 verließ sie die Akademie, verbrachte zwei Jahre in Gent und kehrte dann nach München zurück.

Ihr Interesse an Wasser als Grundmaterial – weil Lebensgrundstoff – und den Formen von Wasser intensivierte sich und findet seit 2020 neue Formen. Immer wieder setzt sie sich außerdem mit dem Gegenüber auseinander, dem Wirken von Menschen aufeinander und der Essenz des Dazwischen. Zwingend dadurch auch mit der Frage, wie das Dazwischen aussehen kann – wenn es doch gerade das ist, was nicht zu sehen ist, und nur bedingt messbar. Heute lebt sie im Chiemgau in ihrem Tiny House und arbeitet als freie Künstlerin, Zeichnerin und Illustratorin.