Bis zum Zähltag am vergangenen Sonntag haben 4.255 Betriebe für 39.217 Mitarbeiter eine konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt im Landkreis! Das meldet die Agentur für Arbeit heute. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 2,8 Prozent (Vormonat: 3,0 – vor einem Jahr April 2020 ebenfalls drei Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 4001. Hier sind 2.604 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 343 weniger als im Vormonat. Erstmals ist ein Vorjahres-Vergleich zu Corona-Zeiten möglich …
Das Jobcenter Landkreis Rosenheim kümmert sich um 1.397 arbeitslose SGB II-Kunden*innen, 36 mehr als im März. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.419 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.747 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

„Wir freuen uns, dass sich die Frühjahrsbelebung auf dem regionalen Arbeitsmarkt im April weiter fortgesetzt hat. Die Arbeitslosenzahl ist im Betrachtungszeitraum vom
12. März bis 13. April (Stichtag) nun um 770 Personen auf 9.750 gesunken. Dieser Rückgang liegt leicht über dem vor zwei Jahren, also vor Coronazeiten“, sagt Michael Schankweiler, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim. „Erfreulich ist auch, dass die Arbeitslosigkeit in allen Regionen unseres Agenturbezirks, der Stadt und dem Landkreis Rosenheim sowie den Landkreisen Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen zurückgegangen ist.“ Auch wenn sie noch immer deutlich höher liege als vor der Krise 2019 …

Die Arbeitslosenquote im ganzen Agentur-Bezirk ist um 0,2 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent gesunken und liegt damit auf Vorjahres-Niveau 2020.
Schankweiler: „Wie schon im März haben die Betriebe ihre Mitarbeiter*innen, die sie über die Wintermonate ausgestellt hatten, zurückgeholt. Dies gilt zum Beispiel für die Berufe in Hoch-, Tief- und Innenausbau (-160 Arbeitslose), Führer*in von Fahrzeug- und Transportgeräten (-90), Hotellerie/Tourismus (-50) und Gartenbau/Floristik (-40). Und wir sind optimistisch, dass sich dieser Trend im Mai weiter fortsetzen wird.“
Als positives Signal nennt der Rosenheimer Agenturleiter die Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt. „Es haben sich im vergangenen Monat insgesamt 2.250 Menschen bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern gemeldet. Das waren weniger als letztes und auch vor zwei Jahren. Die Zahl der Abmeldungen liegt mit knapp 3.000 deutlich über dem Vorjahreswert und in etwa auf dem Niveau von April 2019.“
Als weiteres positives Signal führt er an, dass die Betriebe im Agenturbezirk dem Arbeitgeberservice im April 1.160 neu zu besetzende Stellen gemeldet haben, knapp 300 mehr als vor einem Monat. Zahlreiche Angebote gibt es aktuell in den Medizinischen Gesundheitsberufen (u.a. Arzt-/Praxishilfe) (430), im Verkauf (350) und in den Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen (u.a. Maschinen-/Anlagenführer*in) (300).
Schankweiler betont aber auch, dass die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen nach wie vor hoch ist. So liege der Wert noch um knapp 2.900 über dem von vor zwei Jahren, als es noch keine Krise gab.
Der Rosenheimer Agenturleiter fügt hinzu: „Das arbeitsmarktpolitische Instrument konjunkturelle Kurzarbeit spielt nach wie vor eine wichtige Rolle, um Arbeitslosigkeit in einem hohen Maße zu vermeiden. Bis zum Zähltag am 25. April hatten in unserem Agenturbezirk 9.855 Betriebe für 89.820 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte eine Anzeige gestellt.“

Rückblick auf den Arbeitsmarkt – zwölf Monate Corona-Pandemie

Schankweiler zieht ein Résumé über die zwölf Monate, die die Corona-Pandemie das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben und auch den Arbeitsmarkt nun schon beeinflusst:
„Mit Beginn der Coronapandemie stieg die Arbeitslosigkeit stark an und erreichte im Juni im Vorjahresvergleich ihr Maximum, als sie um 63,9 Prozent über dem Wert von 2019 lag. Die Zahl der neu gemeldeten Stellen ist gleich im April (-51 Prozent) im Vorjahresvergleich am stärksten eingebrochen. In den Folgemonaten hat sich die Lage in beiden Bereichen dann fast jeden Monat wieder stabilisiert.“
Mit Blick auf die möglichen Auswirkungen der Coronapandemie auf den Arbeitsmarkt sagt er: „In den Berufsgruppen Büro, Reinigung und Verkauf sind beispielsweise mehr arbeitslose Menschen gemeldet als vor einem Jahr. In den Bereichen Hotellerie/Tourismus und Lebensmittelherstellung/-verarbeitung (u.a. Metzger; Bäcker), wo die Arbeitslosigkeit vor einem Jahr sprunghaft angestiegen ist, sind hingegen weniger Arbeitslose registriert.“
Mit Blick auf die Stellenseite fügt der Agenturleiter hinzu: „In den Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen (u.a. Industriemechaniker*in; Maschinen-/Anlagenführer*in) und in der Kunststoff- und Holzherstellung, -verarbeitung (u.a. Kunststofftechniker*in; Lackierer*in) sind mehr Stellen gemeldet als vor einem Jahr. Ein Stellenrückgang ist hingegen unter anderem in den Reinigungsberufen zu verzeichnen.“

Aktueller Stand auf dem Ausbildungsmarkt – Start im September:

Michael Schankweiler sind junge Menschen und deren gute Ausbildung sehr wichtig. „Rein rechnerisch sind auf dem regionalen Ausbildungsmarkt aktuell 1,8 Stellen je Bewerber*in gemeldet“, sagt er und fügt hinzu:
„Die Betriebe halten trotz der aktuellen Situation an ihrer Ausbildungsbereitschaft fest. Seit Beginn des Berufsberatungsjahres am 1. Oktober haben sie 3.360 zu besetzende Lehrstellen gemeldet, von denen im April 1.825 noch unbesetzt waren.
Auf der Bewerberseite kommt erschwerend hinzu, dass der persönliche Kontakt zu Betrieben durch Praktika und Ausbildungsmessen kaum möglich ist. Und auch unsere Berufsberater*innen erreichen die jungen Menschen schwerer als vor Coronazeiten, da die Schulen nach wie vor weitestgehend geschlossen sind. Bis April haben sich 1.840 Bewerber*innen bei der Agentur für Arbeit Rosenheim gemeldet und knapp 800 von ihnen haben schon eine Lehrstelle gefunden.“
Der Agenturleiter sagt direkt an die Jugendlichen gewandt:
„Ich möchte Sie einladen, am besten gleich unter der Rufnummer 08031 202-222 Kontakt zu unseren Berufsberatern*innen aufzunehmen oder per Mail an Rosenheim.Berufsberatung@arbeitsagentur.de eine Videoberatung zu vereinbaren. Die Kollegen*innen helfen Ihnen bei der Stellensuche und den Bewerbungen, damit es mit einem Ausbildungsplatz mit Starttermin im Herbst klappt!“

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent (Vormonat: 5,2; April 2020 5,1 Prozent). Derzeit sind 1.858 Bürger*innen ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden*innen, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, verringerte sich die Arbeitslosenzahl um 70 auf 955. Für 903 arbeitslose SGB II-Kunden*innen, 33 mehr als im März, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.154 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.691 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum Zähltag am 25. April haben 1.384 Betriebe für 13.587 Mitarbeiter*innen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt.

  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im April eine Arbeitslosenquote von 3,0 Prozent auf (Vormonat: 3,3; April 2020: 2,8 Prozent). Das entspricht 117 beschäftigungslosen Bürgern*innen. Davon sind 1.466 Männer und Frauen, 204 weniger als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 651 Betroffene, vier weniger als im März, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.124 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.644 sogenannten Bedarfs-gemeinschaften leben.

Bis zum Zähltag am 25. April haben 2.043 Betriebe für 17.066 Mitarbeiter*innen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt.

  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 769 Bürger*innen arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 3,2 Prozent (Vormonat: 3,6; April 2020: 3,2 Prozent) entspricht. Davon sind 1.331 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 198 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als „zugelassener kommunaler Träger“ (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 438 Arbeitslose gemeldet, 21 weniger als im März. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.150 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 904 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum Zähltag am 25. April haben 2.173 Betriebe für 19.950 Mitarbeiter*innen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt.