Nach Abschluss der Arbeiten an verschiedenen Sakralbauten ist Sachrang an der Reihe


Die Bauarbeiten an den kirchlichen Bauwerken im Pfarrverband Oberes Priental gehen weiter: Nach dem Abschluss der Außenrenovierung der Aschauer und der Sachranger Pfarrkirche, nach dem neuen Dach für die Kreuzkapelle und den Arbeiten am Frasdorfer Kirchturm ist nun die Sachranger Ölbergkapelle ins Visier der Restauratoren gerückt. Bei der traditionellen Ölbergwallfahrt am Sonntag, 19. September sollten die Arbeiten zumindest bereits weit fortgeschritten sein.


Bei dem Bau aus dem 18. Jahrhundert ist eine gründliche Renovierung und Schadensbeseitigung vor allem am Schindeldach und an der Außenbemalung notwendig. Der Holzwurm hat die Kapelle am Waldrand stark befallen: alle Figuren und Bilder mussten bereits im Frühjahr 2020 zum Restaurator gebracht werden. Auch in der Holzdecke im Bereich des oberen Kapellentrakts hat sich der Schädling eingenistet, sie muss in diesem Jahr umfangreich restauriert und damit vor dem Verfall gerettet werden.

Geschichte geht bis ins Jahr 700 zurück

Das Kirchlein mitten in der Einsamkeit hat schon eine lange Geschichte: Nahe an der Grenze zu Tirol liegt in einer Waldlichtung, erbaut auf einem Felsen die Ölbergkapelle von Sachrang. Der Ursprung des Heiligtums liegt im Dunkeln, doch Legenden erzählen von einer Gründung um das Jahr 700 durch den Heiligen Bischof Rupert von Salzburg. Geschichtlich erstmals greifbar ist der Ersatz einer ursprünglich hölzernen Kapelle durch einen gewölbten Steinbau, der 1674 aufgerichtet und mit einer Ölbergdarstellung versehen wurde. Nach und nach fand die Hauptkapelle bauliche Erweiterungen, 1714 kam der achteckige Zwiebelturm mit Sakristei und einer – heute nicht mehr bestehenden – Außenkanzel dazu, 1732 der doppelgeschossige Ostbau, 1734 die westliche Kapelle (also zum Hang hin) anstelle eines Bretterverschlags.

Von etwa 1800 an wurde die kleine Kirche am Waldrand dann nicht mehr genutzt und nicht mehr gepflegt: sie verfiel immer mehr. Da nahm sich Peter Huber, der „Müllner-Peter von Sachrang“ der Ölbergkapelle an. Der altehrwürdige Sakralbau und Wallfahrtsort sollte in neuem Glanz erstrahlen. Am 24. September 1827 konnten die Restaurierungsarbeiten abgeschlossen und die Kapelle neu geweiht werden.

1992 zuletzt renoviert

In den folgenden Jahrzehnten waren sporadisch immer wieder Erneuerungsarbeiten notwendig geworden. 1992 erfolgte die letzte Außenrenovierung, verbunden mit einer Erneuerung des Holzschindeldachs, es schloss sich die Innenrenovierung sowie die Sicherung der Figuren und Gemälde an. Neben den Finanzmitteln durch das Erzbistum München und Freising sowie der Kirchenstiftung St. Michael in Sachrang, verdankt die Ölbergkapelle ihre Erhaltung den Hand– und Spanndiensten aus der Bevölkerung, der Spendenbereitschaft von Förderern und nicht zuletzt dem Engagement des „Freundeskreises Müllner-Peter von Sachrang“.

Arbeiten kosten bis zu 90.000 Euro – Spenden erbeten

Für die notwendigen Arbeiten wird sehr viel Geld notwendig sein, die finanziellen Möglichkeiten der kleinen Pfarrei mit knapp 300 Katholiken sind jedoch sehr begrenzt. Der gesamte Finanzrahmen wird wohl erst nach Abschluss der wesentlichen Restaurierungs- und Renovierungsmaßnahmen erkennbar werden. Das erzbischöfliche Ordinariat hat bereits eine vorläufige Zusage gemacht: „Die Erzdiözese München und Freising, wird sich an den Kosten für die Restaurierung der Ausstattung der Ölbergkapelle in Grenzhub/Sachrang in erheblichem Maße beteiligen. Wir können derzeit nicht abschätzen, wie viel das Projekt im Ganzen wirklich kosten wird. Wir dürften wohl in einem Korridor zwischen 60.000 Euro und 90.000 Euro landen“ Der Freundeskreis „Müllner Peter von Sachrang“ und sein rühriger Vorsitzender Dieter Höpfner haben bereits begonnen, Spenden für die Kirchenverwaltung zu sammeln. Bis jetzt konnten 30.000 Euro „erbettelt“ werden, dazu kommen 1.000 Euro von der Sachrang Stiftung. „Neben der außerordentlich kompetenten Fürsorge durch unser Ordinariat sind weitere Spenden und Hilfsleistungen aus dem Umfeld der Bürger und Institutionen zur Rettung dieses einmaligen Kulturgutes notwendig und erbeten“ so Dieter Höpfner.

Sturmschäden werden beseitigt

Einfacher lassen sich mit Traktor, Seilwinde und Motorsäge die Sturmschäden des Winters im Wald rund um die Kapelle beseitigen. Gravierend ist ein Baumsturz von zwei großen Fichtenstämmen, deren Wipfel die Westseite der Kapelle berühren ohne jedoch das Dach, die Dachrinne oder die Mauer beschädigt zu haben. Im Bereich ostwärts der Kapelle im Abstand von 30 Metern liegen weitere umgestürzte oder abgebrochene große Fichten, die die Kapelle nicht bedrohen, aber spätestens nach dem Winter aufgeräumt werden müssen. Mehrere große und kleinere Fichten oberhalb der Kapelle sind teilweise entwurzelt oder stehen schon schief und absturzbereit. Sie bedrohen die Kapelle, da die Gefahr besteht, dass sie bei einem weiteren Sturm oder auch bei Schneefall unmittelbar aufs Dach stürzen würden. Das alles muss spätestens nach dem Winter unter Einsatz von Großgerät in Ordnung gebracht werden.

Spenden für die Renovierung der Ölbergkapelle
Katholische Kirchenstiftung St. Michael, Sachrang 
IBAN DE53 7116 0000 0006 6746 40 (VR Bank Aschau)
BIC GENODEF1VRR
Kennwort: Spende Renovierung Ölbergkapelle

Text und Fotos: Heinrich Rehberg