Forstarbeiter und Spaziergänger kommen sich in die Quere - „Für einander Verständnis zeigen“


Wegen des Lockdowns zieht es immer mehr Menschen mittlerweile auch unter der Woche in die Natur und in die Wälder. „Dort herrscht aber gerade unsere Arbeitsspitze“, berichtet Forstbetriebsleiter Dr. Heinz Utschig, zuständig für die Staatsforsten in der Region Wasserburg. Das führt immer wieder zu Konflikten mit den Ausflüglern, die mitunter partout keinen Platz machen wollen für Arbeitsfahrzeuge. Utschig appelliert deshalb an das Verständnis und gegenseitige Rücksichtnahme.

Den Trend, dass auch wochentags im Wald viel los ist, beobachtet der Forstbetriebsleiter, der rund 200 Quadratkilometer verwaltet, schon seit längerer Zeit. „Wegen der Corona-Einschränkungen sind viel mehr Leute unterwegs“, beobachtet Utschig, zeigt aber auch Verständnis, „man darf ja fast nirgendwo mehr hin.“ Das Problem dabei sei, dass gerade jetzt in den Forsten Hochbetrieb ist. Die Bäume stehen derzeit nicht im Saft, können deshalb leichter gefällt werden und die Befahrbarkeit ist besser.
Dort kommen sich Ausflügler und Arbeiter mitunter in die Quere. Utschig berichtet etwa von Radlern oder Fußgängern, die stur auf den Wegen oder in der Fahrspur bleiben und nicht zur Seite gehen, um ein Fahrzeug vorbeizulassen. „Wir üben uns dann halt in Geduld und fahren eben hinterher“, meint Utschig, „obwohl es das auch nicht sein kann.“ Dazu kommt, dass sich Spaziergänger Lebensgefahr aussetzen, wenn Warnschilder ignoriert werden. Der Forstbetriebsleiter: „Das ist grob fahrlässig.“
 
Das Wild sei dabei beinahe das geringere Problem. „Die Tiere haben sich daran gewöhnt“, stellt Utschig fest, „solange die Menschen auf den Wegen bleiben ist alles gut.“ Deshalb bittet er darum, die Forststraßen nicht zu verlassen und eben auf die Seite zu gehen, wenn ein Fahrzeug kommt. „Wir wollen sogar, dass die Leute sich im Wald aufhalten“, betont Utschig, „sie sollten ausnahmsweise mal Platz machen und Verständnis zeigen.“