Über einen „gesunden Umgang mit digitalen Medien an den Schulen" - Workshops
Der Schock sitzt tief nach dem katastrophalen Ergebnis der jüngsten PISA-Studie für Deutschland, das jetzt veröffentlicht wurde. Der Freistaat Bayern hat schon vor einiger Zeit für das neue Schuljahr eine „Agenda für mehr digitale Balance bei Kindern und Jugendlichen“ auf den Weg gebracht. Sie sieht unter anderem eine Stärkung der Medienkompetenz, der Präventionsangebote und der Elternarbeit vor. Als grobe Orientierung empfiehlt das Bayerische Gesundheitsministerium für Schulkinder eine Bildschirmzeit von etwa zehn Minuten pro Lebensjahr und Tag. Für Grundschulkinder sei ein eigenes Smartphone grundsätzlich noch gar nicht geeignet. Mit dem Start ins neue Schuljahr am kommenden Dienstag wird auch das Gesundheitsamt Rosenheim seine Präventionsarbeit für einen „gesunden Umgang mit digitalen Medien an den Schulen in Stadt und Landkreis Rosenheim“ fortsetzen. Das heißt es am heutigen Donnerstag aus dem Amt.
Nach der großen Nachfrage im vergangenen Schuljahr wolle man die Kinder auch künftig frühzeitig dabei unterstützen, digitale Medien bewusst und verantwortungsvoll zu nutzen. Gleichzeitig nehme das Gesundheitsamt verstärkt die Eltern in den Blick.
Die Erfahrungen aus den Schulen der Region hätten gezeigt, wie selbstverständlich digitale Geräte bereits zum Alltag vieler Grundschul-Kinder gehören. Immer mehr Buben und Mädchen besitzen schon eigene Smartphones, Tablets oder Smartwatches und nutzen Streaming-Dienste und Videospiele. Lehrkräfte beobachten dabei mögliche Folgen eines übermäßigen Konsums – etwa Schwierigkeiten bei Konzentration und Aufmerksamkeit sowie beim Lesen und Schreiben.
Martin Seidl, zuständig für Suchtprävention am Gesundheitsamt, wird im neuen Schuljahr gezielt Elternbeiräte begleiten und als Moderator unterstützen.
„Die Schule kann unterstützen, indem sie über regionale Hilfsangebote informiert. Besonders erfolgreich sind Initiativen dann, bei denen Eltern im Klassen- oder Schulverbund gemeinsam an Strategien für einen gesunden Medienumgang arbeiten“, erläutert der Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim Dr. Wolfgang Hierl den Ansatz.
Wie groß der Bedarf an Unterstützung sei, das zeige allein der Blick in das vergangene Schuljahr:
Martin Seidl besuchte insgesamt 57 Grundschul-Klassen in Stadt und Landkreis Rosenheim und erreichte so rund 1.100 Schülerinnen und Schüler. Die Workshops waren wie auch in den Vorjahren über das gesamte Schuljahr hinweg ausgebucht. Das Gesundheitsamt Rosenheim bietet die Prävention seit über zehn Jahren an.
Auch eine aktuelle Befragung von Grundschul-Lehrern im Landkreis habe den hohen Stellenwert des Themas bestätigt.
Auf Basis der Befragungs-Ergebnisse hat Martin Seidl sieben konkrete Handlungs-Empfehlungen entwickelt.
Sie sollen Schulen und Eltern dabei unterstützen, Medienerziehung gemeinsam zu gestalten und Kindern klare Orientierung zu geben.
Dabei gehe es nicht darum, digitale Medien grundsätzlich aus dem Alltag zu verbannen. Entscheidend seien vielmehr altersgerechte Regeln, die Begleitung durch Erwachsene und ein bewusster Umgang mit Bildschirmzeiten.
So gehören zu den Empfehlungen unter anderem „maßgeschneiderte Medien-Coachings für Familien“ und „schulspezifische Vereinbarung für die Mediennutzung“.
Weiterführende Informationen unter dem Stichpunkt Prävention unter:
https://www.landkreis-rosenheim.de/gesundheitswesen/
Schaufenster


Leider gibt es halt jede Menge Eltern, welche ihren Kindern ein ungesundes Verhalten, auch im Umgang mit Smartphones, vorleben.
Ich sehe es täglich in nächster Umgebung, dass Mütter keine Lust haben, sich mit ihren Kindern auseinanderzusetzen und was das für langfristige Schäden anrichtet …
Wir haben Kommunikations-Möglichkeiten wie nie zuvor, aber miteinander geredet, sich auseinandergesetzt und erklärt, wird nicht.
Die wenigen Eltern, welche das tun, werden von den „trendigen“ Volldigitalen dann auch noch belächelt.
Eine Stunde auf dem Spielplatz. Kinder sitzen alleine und ohne Ansprache im Sandkasten – Eltern starren pausenlos ins Smartphone.