Der Bayernligaaufsteiger schlägt die Reserve des TSV 1860 München vor 666 Zuschauern mit 4:0

Es wäre interessant zu sehen, wie eine von Sir David Attenborough vertonte Spielzusammenfassung der 90 Minuten vom Freitagabend ausfallen würde. Der mittlerweile 100-jährige britische Dokumentarfilmer gilt weltweit als die „Stimme der Natur“ und hätte in der ihm eigenen Art in hoher Tonlage begonnen, das Geschehen zu beschreiben, um Spannung aufzubauen, ehe er am Ende die Sätze tief hätte abfallen lassen. Betont langsam, fast flüsternd hätte er wohl beschrieben, wie die sehr jungen Löwen aus München versuchten, mit viel Ballbesitz den erfahreneren Löwen aus Wasserburg beizukommen, die die Eindringlinge mit mehreren harten Prankenhieben jedoch erst an- und dann ausknockten.
„Wir haben richtigen Männerfußball gespielt“, fasste Leon Simeth das Geschehen nüchtern zusammen. Schon nach fünf Minuten setzte Wasserburg einen ersten Wirkungstreffer. Simon Fischer verlängerte einen weiten Abschlag von Torhüter Lino Volkmer in den Lauf von Thomas Voglmaier, der aus 16 Metern flach zum 1:0 einschoss. Sechzig hatte viel den Ball, abgesehen von einem zu zentralen Abschluss von Mustafa Tekin wurden sie aber nie wirklich gefährlich (15.). „Wir haben den Kampf angenommen und das hat man meiner Meinung nach in der Zweikampfhärte bei jedem Wasserburger Spieler gesehen“, beschrieb Innenverteidiger Dominik Brich die ausgezeichnete Mannschaftsleistung. Die beste Chance auf den zweiten Treffer hatten die Hausherren, doch Robin Ungerath verzog knapp aus spitzem Winkel (24.).
Nach dem Seitenwechsel ereignete sich in der 53. Minute eine Szene, in der Attenborough mit seiner Stimmführung die unscheinbarsten Details extrem packend beschrieben hätte. Dominik Köck eroberte im Mittelfeld den Ball, steckte auf Ungerath durch und dieser gab dem bis dahin so zweikampfstarken Deniz Haimerl mit seinem wuchtigen Körper einen entscheidenden Stoß, der ihm den Vorsprung einbrachte, den er nutzte, um trocken zum 2:0 einzuschießen. In der 58. Minute hätte Ungerath mit einem Heber neben das leere Tor beinahe den dritten Treffer nachgelegt. Dieses Versäumnis korrigierte der Wasserburger Topscorer wenig später, indem er zunächst dem eingewechselten Finn Fodor den Ball abluchste, ihn dann vernaschte und anschließend zum 3:0 ins kurze Eck einschoss (62.).
Die Wasserburger Prankenhiebe zeigten Wirkung, denn von Sechzig kam in der zweiten Halbzeit kaum noch etwas. In der Folge hätten die Innstädter durch Dominik Köck (allein vor dem Tor), Jaume Rubio Gonzalez (Kopfball) und Maxi Biegel sowie Vinzenz Egger (beide trafen Latte) das Ergebnis in die Höhe schrauben können, Sechzig traf einmal den Außenpfosten. „Entscheidend war wieder, dass hinten die Null stand“, analysierte Brich nach dem dritten Spiel in Folge ohne Gegentreffer. „Dieses Mal haben wir es auch endlich geschafft, dass wir uns mit dem zweiten und dritten Tor belohnen, um damit einer hitzigen Schlussphase zu entgehen.“ Mit dem 4:0 in der 89. Minute unterstrich Vinzenz Egger nach Hereingabe von Fischer, dass es im Dschungel nur einen König geben kann.
Wasserburg: Volkmer, Biegel, Grundner, Rubio Gonzalez, Brich, Fischer, Simeth (83.), Köck (90. Pollak), Voglmaier (71. Kononenko), Ungerath (76. Haunolder), Vieregg (65. Egger)
Tore: 1:0 Thomas Voglmaier (5.), 2:0 Robin Ungerath (53.), 3:0 Robin Ungerath (62.) und 4:0 Vinzenz Egger (89.)
Zuschauer: 666
Schiedsrichter: Matthias Putz (SV Perlesreut)
JAH
Schaufenster

Sehr guter Bericht JAH lässt sich immer was einfallen weiter so