Leere Weiden, teures Heu

Seit Monaten herrscht extreme Hitze und Trockenheit, es gibt viel zu wenig Regen. Im Gespräch mit der Wasserburger Stimme berichtet Stadtrat und Landwirt Sepp Baumann von der aktuellen Situation auf den Feldern und in den Ställen sowie von seinen Sorgen und Bedenken.
Wie sieht es aktuell aus und was macht am meisten Sorgen?
Der Regen in den letzten Tagen habe die Situation zwar etwas entspannt, was aber Tatsache ist: „Bereits der erste Schnitt im Frühjahr war schlecht und der zweite Schnitt mehr oder weniger ein Totalausfall. Der Heupreis geht durch die Decke“, erklärt Baumann. Das größte Problem betreffe die Weidebetriebe. Die Kühe müssen teilweise komplett weg von der Weide, weil es schlicht kein Gras mehr gibt. Dies führe dazu, dass die Tiere deshalb jetzt schon mit Winterfutter gefüttert werden – und auf dem Markt gibt es kaum etwas zum Nachkaufen. „Sehr schwierig“, beschreibt Baumann die Lage.
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Einige Kollegen haben sich aufgrund des Futtermangels bereits dazu entschieden, den Tierbestand abzustocken. Doch auch hier gibt es Probleme. Beim Schlachten erzielt man derzeit bis zu 1.000 Euro weniger Erlös. Trotzdem geben viele Landwirte Tiere ab, „die werden dann vermutlich im Frühjahr auf dem Markt abgehen“.
Sepp Baumann zieht Vergleiche zur Vergangenheit. Er kann sich noch gut an den Sommer 1976 erinnern, der ähnlich trocken war. Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied: „Damals waren die Temperaturen nicht so hoch wie jetzt.“
Welche Kulturen leiden am meisten?
Besonders hart trifft es Stroh und Mais. Beim Mais ist beispielsweise der Zuckergehalt viel zu hoch, zudem ist die Kultur stark standortabhängig. Das Stroh wiederum ist extrem knapp, weshalb viele Betriebe teuer zukaufen müssen.
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Der Regen der letzten Tage habe zwar gutgetan, allerdings nicht der Starkregen, weil der ausgetrocknete Boden das viele Wasser so schnell gar nicht richtig aufnehmen kann. „Ein Landregen wie vorgestern die ganze Nacht, der ist ideal“, so Baumann. Für den Landwirt hat jetzt oberste Priorität, die Tiere überhaupt über den Winter zu bekommen – eine Mammutaufgabe angesichts des drohenden Mais-Totalausfalls und des fehlenden Heus.
Auch die Arbeit direkt auf dem Feld gestaltete sich zuletzt kompliziert. Bei der anhaltenden Hitze war es schlicht unmöglich, Gülle zu fahren. Es bleibt die Frage, wo man diese dann überhaupt hinfährt. Um auf die Futterkrise zu reagieren, hat Baumann auf dem Feld eine Zwischenfrucht angebaut. Bis Ende September darf er noch auf die Felder fahren. Auf die Frage, was denn überhaupt gewachsen sei, antwortet er lachend: „Unkraut!“ Zudem halten sich Kleegras und Luzerne, während das klassische Wiesengras nicht gewachsen sei. Immerhin: „Jetzt wachsen gerade Wiesenchampignons.“
Baumann hat gezielt die Zwischenfrucht angebaut und versucht, diese als Futter für das Jungvieh zu gewinnen, um die Wintermonate zu überbrücken. Trotz aller Widrigkeiten bleibt er optimistisch und ist zuversichtlich, dass er es schaffen wird.
Was wünscht er sich für die Zukunft?
Sein Wunsch ist klar: Regen. Am besten jede Woche, damit das Wasser im Boden bleibt und auch den Grundwasserspiegel nachhaltig auffüllt. „Mein Regentanz letzte Woche hat schon mal geholfen“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu.
Das Fazit des Landwirts fällt ernst, aber kämpferisch aus: „Wir überstehen das, aber es ist heuer wirklich schlimm.“ Durch die enorme Hitze nimmt auch die Milchleistung der Kühe spürbar ab. Ein Tier trinkt normalerweise 70 bis 100 Liter Wasser am Tag, bei der Hitze sogar noch mehr. Erträglich wurde die Situation für das Vieh vor allem durch luftig gebaute Ställe, die mit Ventilatoren ausgestattet sind. Die Konsequenzen der Hitze zeigen sich auch im Kalender. Die Maisernte hat bereits begonnen, etwa einen Monat früher als üblich. „Man muss sich künftig auf eine neue Situation einstellen“, erklärt Sepp Baumann.
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TANJA GEIDOBLER

Wasserburger Stimme - Die Online-Zeitung nur für die Stadt und den Altlandkreis Wasserburg — https://www.wasserburger-stimme.de/2026/08/27/leere-weiden-teures-heu/
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Was ich nicht verstehe, die letzten Jahre ist sehr viel Mais in die Biogasanlagen gegangen. Ist es nicht möglich, dass der Mais dieses Jahr den Bauern zur Verfügung gestellt wird und für die Tiere verwendet wird? und ja, ich habe gelesen, dass der Zuckergehalt hoch ist…. ich kenne mich nicht aus, aber vielleicht gibt es eine Möglichkeit…..
tja, es fehlen viele Flächen, welche der Energiegewinnung geopfert wurden und dann wird auch noch Mais für die Gas/Energiegewinnung verschwendet, Photovoltaikparks stehen auf wertvollen Futterflächen und der Energiehunger der Menschen sorgt dafür dass für die Tiere nix mehr zu fressen da ist und die dann auch noch frühzeitig den Tod finden, durch Schlachtung oder verhungern. Grausig was der Egoismus der Menschheit alles zur Folge hat.
@Elisa:
Es ist nicht Egoismus, sondern schlicht Dummheit, die Felder mit PV-Anlagen zu bepflastern, die teilweise noch nicht mal am Netz angeschlossen sind, weil Kapazitäten fehlen.
Das nennt man dann „nachhaltige Ideologie“
haben sie ihre Steckdosen schon abmontiert –
Strom verbrauchen sie offensichtlich keinen (. . .) 😳🙄😂
@Fischer_50:
zwischen Strom nutzen und verschwenden besteht schon ein kleiner Unterschied!!!
Und das alles darauf ausgelegt wird noch mehr zu verbrauchen, darüber denken leider auch nur wenige Menschen nach. Ich sehe jede Menge Leute, die meinen in der Nacht das ganze Dorf beleuchten zu müssen und jeden kleinsten Meter mit ihrem E-Auto fahren, statt mal zu Fuß zu gehen oder mit dem Rad zu fahren. Die Waschmaschine läuft wegen zwei Wäschestücken und der Rasenmähroboter ist ja auch so bequem. Die Liste der Verschwendung läßt sich lange forsetzen.
@Elisa: 👍
27.08.2026 Stromproduktion 87.000 MW, Verbrauch 54.000 MW und da war schon einiges an PV und Wind abgeregelt. Fällt ihnen was auf?
Was ich nicht versteh, warum nennst du dich Bauernfreund? Es sind die Bauern, die ihre Felder für PV oder Biogas-Mais benutzen, weil man sie da mit noch mehr Geld überhäuft, als man das bei der Milchproduktion tut.
Vielleicht wieder ein paar Gummistiefel aufhängen?
Sonnia – neuerdings auch unter dem Pseudonym Elisa tätig – hat ja zu jedem Thema so seine Meinung. Aber allmählich sollten doch alle wissen, wie Diskussionen mit ihm enden. Warum lasst ihr es nicht einfach gut sein?
Sie/Er stimmt sich dann auch noch selbst zu und glaubt, das kapiert sonst keiner :D