Neue Wege gehen: Mit Baumhasel, Libanonzeder, Bornmüllertanne und Orientbuche

Wie sieht der Wald der Zukunft aus und vor allem, wann entsteht er? Forstministerin Michaela Kaniber zufolge haben Waldbesitzer in Bayern ein großes Interesse daran, neue Baumarten auszuprobieren: „Unsere Wälder stehen durch den Klimawandel vor einer Bewährungsprobe. Deshalb brauchen wir den Mut, neue Wege zu gehen. Genau dabei unterstützen wir unsere Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer.“ Seit das waldbauliche Förderprogramm vor gut einem Jahr neu aufgestellt worden sei, hätte sich die Zahl der Anbauversuche mehr als verdoppelt. Das sei ein starkes Signal. Über 1.000 Flächen würden nun wertvolle Erkenntnisse aus der Praxis liefern, welche Baumarten und Herkünfte den Wäldern auch im Klimawandel mehr Stabilität geben können.

Die Praxisanbau-Versuche folgen dem Prinzip der sogenannten „Bürgerwissenschaft“ (Citizen Science): Waldbesitzer legen die Pflanzflächen an, während die Forstverwaltung sie fachlich begleitet und finanziell unterstützt.

Für alternative Baumarten beträgt die Förderung derzeit neun Euro je Pflanze plus mögliche Zuschläge.

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft und das Amt für Waldgenetik begleiten die Versuche wissenschaftlich. Zu den hier am häufigsten gepflanzten Baumarten zählen Baumhasel, Atlas- und Libanonzeder, Bornmüllertanne (siehe Foto), Orientbuche und Rotbuche aus alternativen Herkünften.

Zusammen machen sie den Großteil der bisher etwa 400.000 geförderten Zukunftsbäume aus.

Darüber hinaus erproben die Waldbesitzer weitere Eichenarten und -herkünfte wie Zerreiche und Ungarische Eiche sowie Tannenarten und -herkünfte, die aus Ländern wie der Türkei, Italien oder aus der Balkanregion stammen. Ziel der Praxisanbau-Versuche sei es, die gewonnenen Erfahrungen systematisch zu sammeln, auszuwerten und allen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern zugänglich zu machen, damit sie ihre Wälder langfristig an veränderte Klimabedingungen anpassen können.

Weitere Informationen zu den Praxisanbau-Versuchen und dem Förderangebot unter:

https://www.waldbesitzerportal.bayern.de/unser_angebot/foerderung-von-praxisanbauversuchen/index.html

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