Auch Bayern hat ab sofort das Sonn- und Feiertags-Fahrverbot für Lastwagen aufgehoben

Nicht wundern, wenn am kommenden, langen Feiertags-Wochenende viele Lkw unterwegs sind in der Region – oder in extremen Staus stehen in Richtung Österreich: Angesichts des Niedrigwassers auf den Bundeswasserstraßen hat nun auch Bayern vorübergehend das Sonn- und Feiertags-Fahrverbot für Lastwagen aufgehoben. Innenminister Joachim Herrmann hofft, damit Lieferketten zu stabilisieren. Die Allgemeinverfügung soll für die nächsten drei Wochenenden bis zum 31. August gelten. Am nachmittag heute eine Stellungnahme aus dem Ministerium dazu …

Herrmann: „Lastkraftwagen über 7,5 Tonnen dürfen an diesen Wochenenden fahren, wenn sie Güter transportieren, die wegen des Niedrigwassers nicht auf den deutschen Schifffahrtsstraßen befördert werden könnten.“ Der Innenminister betont, dass von der Allgemeinverfügung aber – wegen der gebotenen Rücksicht auf die Sonn- und Feiertagsruhe, die Wohnbevölkerung, die Umwelt und auf den Ferienreiseverkehr – nur im erforderlichen Umfang Gebrauch gemacht werden dürfe.

„Logistikketten, die für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Wirtschaft notwendig sind, sind durch das extreme Niedrigwasser gestört. Die Möglichkeit einer Verlagerung auf die Straße ist daher zwingend erforderlich“, begründet Herrmann die Ausnahmeregelung. 

Die besondere Verkehrs-Betroffenheit im Landkreis Rosenheim:

Herrmann wies darauf hin, dass Österreich bislang keine Ausnahme von Lkw-Fahrverboten an Wochenenden erlassen hat. „Es besteht daher die Gefahr, dass die Lkw in Fahrtrichtung Österreich sich vor den Grenzübergängen stauen werden, weil dort an Sonn- und Feiertagen, insbesondere auch an Mariä Himmelfahrt am kommenden Samstag von 0 bis 22 Uhr und an allen Samstagen ab 15 Uhr ein Lkw-Fahrverbot besteht.“ 

Hintergrund

Aufgrund der trockenen Wettersituation im bisherigen Sommer 2026 werden teils extreme Niedrigwasserstände auf den deutschen Binnenschifffahrtsstraßen verzeichnet. Am Rhein werden die Pegelstände aus der ebenfalls extremen Wettersituation im Jahr 2018 bereits unterschritten. Auch die Donau verzeichnet historische Tiefstände. An der Elbe wurden zudem außergewöhnlich niedrige Wasserstände erreicht.

Die Binnenschifffahrt ist hierdurch stark beeinträchtigt, insbesondere in den nicht stau-geregelten Abschnitten.

Das Bundesverkehrsministerium in Berlin hatte die Länder darum gebeten, die betroffenen Branchen zu unterstützen, um die Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft sicherzustellen. Mehrere andere Bundesländer sind dieser Bitte bereits nachgekommen und haben eine allgemeine Ausnahme erteilt.

 

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