Ein Inklusions-Spaziergang mit Victoria Broßart, Bundestags-Mitglied der Grünen

Etwa 40 TeilnehmerInnen waren jetzt in der Rosenheimer Innenstadt unterwegs, um sich mit der Frage zu beschäftigen, wie zugänglich die Rosenheimer Innenstadt für Menschen mit Mobilitäts-Einschränkungen oder Sehbehinderungen ist.

„In Puncto Barrierefreiheit hat sich im letzten Jahrzehnt in Rosenheim und Umgebung sehr viel getan. Jedoch gibt es noch viel Luft nach oben. Hinzu kommen immer wieder neue Herausforderungen, wie beispielsweise falsch geparkte E-Scooter oder kaum hörbare E-Autos. Alles steht und fällt unter Anderem damit wie sehr Architekt*innen sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Es ist auf jeden Fall wichtig im Gespräch zu bleiben und immer wieder auf die Notwendigkeit von Barrierefreiheit hinzuweisen“, sagt Franz Kamhuber, Vorsitzender des Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund in Oberbayern-Rosenheim.

Dazu Victoria Broßart, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen aus Rosenheim und Obfrau im Verkehrsausschuss:

„Mobilität ist ein Grundrecht und darf nicht an Barrieren wie hohen Bordsteinkanten oder fehlenden Leitsystemen scheitern. Der Bund hat sich in seiner nationalen Fußverkehrsstrategie klar dazu bekannt, barrierefreie Wege in ganz Deutschland zu schaffen und angemessene Flächen für Fußgängerinnen und Fußgänger zu bereitzustellen. Leider sehen wir, dass die Realität dem Anspruch weit hinterherhinkt. Die Regierung zeigt aktuell keinerlei Interesse daran, den Kommunen bei der Umsetzung zu helfen, man lehnt sich stattdessen zurück und erklärt, man sei gar nicht zuständig für die eigene Strategie.“ 

Echte Bewegungsfreiheit zeige sich in abgesenkten Bordsteinen für Rollstuhlnutzende, in Leitsystemen für sehbeeinträchtigte Menschen oder in ausreichend breiten Gehwegen für Familien mit Kinderwagen.

Die Teilnehmenden des Inklusions-Spaziergangs erfassten bestehende Barrieren und waren sich einig: Auch in Rosenheim selbst ist noch viel Luft nach oben.

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