Der Spielbericht zum gestrigen Topspiel Wasserburg gegen Unterhaching II

Florian Heller wollte vor der Partie seines TSV 1880 Wasserburg gegen die SpVgg Unterhaching II von Bezeichnungen wie „Spitzenspiel“, „Aufstiegskracher“ oder anderen Superlativen nichts wissen. Der Wasserburger Trainer hatte diese Begriffe auf den Index gesetzt. 90 Minuten später muss man jedoch konstatieren, dass genau diese Wortwahl für das Verfassen des Spielberichts vonnöten sind, denn ohne geht es angesichts des Spielverlaufs nicht. Vor über 800 Fans entwickelte sich am Freitagabend an der Landwehrstraße 10 ein ausgezeichnetes Fußballspiel zwischen dem Spitzenreiter und dem Tabellenzweiten, in dem die Gastgeber mit mitreißendem Fußball auch die neutralen Zuschauer für sich gewinnen konnten und verdient mit 3:0 gewannen.

Dass viel auf dem Spiel stand, war besonders in der Anfangsphase zu spüren. „Wir hatten einen relativ nervösen Start. Das hat mich aber nicht wirklich überrascht, weil die Brisanz des Spiels das als Grundlage hergegeben hat“, analysierte Heller. „Dazu kam, dass der Platz logischerweise nicht im besten Zustand ist. Demzufolge war es speziell von unserer Seite sehr zerfahren, finde ich. Wir haben uns aber hineingearbeitet.“ Genau der Arbeitseifer ist es, der die Löwen derzeit so stark macht. Bemüht haben sich die Spieler in der Heller-Ära immer, derzeit brennen sie jedoch förmlich. Die Innstädter rennen und rennen und rennen. Zudem lassen sie sich auf die Gegebenheiten ein: „Wir haben viel auf zweite Bälle reagiert, aber trotzdem auch die spielerische Eröffnung gewählt. Da waren wir sehr variabel.“

Dazu kombinierten die Löwen energisches Vorgehen im Zweikampf mit feiner Klinge. So geschehen vor dem 1:0. Ein zu kurz abgewehrter Freistoß blieb im Hachinger Strafraum, Johannes Lindner wühlte den Ball erfolgreich zu Dominik Brich, der diesen von der Grundlinie im Fünfmeterraum mit seinem schwächeren rechten Fuß in die Mitte chippte, wo Matthias Rauscher die Koproduktion der Abwehrspieler zum 1:0 vollendete (14.). In der Folge hatten die Gastgeber durch Vinzenz Egger (17.) und George Dumitru (34.) sehr gute Gelegenheiten zum Ausbau der Führung. Kurz vor der Pause streichelte ein Freistoß von Danilo Dittrich den Außenpfosten (45.). Die Gäste hingegen wurden kaum gefährlich.

Nach dem Seitenwechsel drehte Wasserburg richtig auf. „Die zweite Halbzeit hat mir von der Spielanlage und der Struktur her extrem gut gefallen. Der Einsatz, den die Jungs gerade zeigen, ist einfach einmalig und unser größtes Faustpfand“, lobte Heller. Von Minute zu Minute wurden die Löwen stärker, weshalb das 2:0 nur die logische Konsequenz war. Hachings Torhüter Maurice Dehler hatte nach einer Ecke den Abschluss von Robin Ungerath aus spitzem Winkel noch glänzend pariert, die zweite Welle der Löwen ließ nur wenige Sekunden auf sich warten und der eingewechselte Daniel Kononenko hämmerte den Ball mit links aus 16 Metern von der rechten Strafraumkante ins lange Kreuzeck (60.) – ein absolutes Traumtor. Das 3:0 durch Robin Ungerath war ebenfalls sehenswert: Dittrich, Kononenko und Jaume Rubio Gonzalez kombinierten sich mit Doppelpässen durch das Mittelfeld, Letzterer schickte Maxi Biegel auf der rechten Außenbahn steil und Ungerath vollendete die Maßflanke mit einer eingesprungenen Grätsche (69.). „Keiner ist sich zu schade, Meter zu machen, und für die Mannschaft zu arbeiten. Dann kommen auch solche Spiele beziehungsweise solche Ergebnisse raus“, bilanzierte Heller. Den über zahlreichen Zuschauern gefiel die leidenschaftliche Vorstellung der Löwen, entsprechend gut gefüllt war auch das Vereinsheim noch weit nach dem Spiel.

Mit dem 3:0 konnten die Löwen die SpVgg Unterhaching distanzieren, was Heller zwar freut, aber nicht in grenzenlose Euphorie versetzt: „Wir sind da meines Erachtens auf einem sehr, sehr guten Weg. Aber das Spiel hat was das Aufstiegsrennen betrifft, noch nichts entschieden. Wie wir es vor dem Spiel auch betitelt haben, war es der nächste Gegner in der Landesliga.“

Wasserburg: Volkmer, Biegel, Lindner, Brich, Rauscher, Stellner (91. Saur), Dumitru (83. Simeth), Dittrich, Voglmaier (66. Rubio Gonzalez), Ungerath (88. Haunolder), Egger (24. Kononenko)

Tore: 1:0 Matthias Rauscher (14.), 2:0 Daniel Kononenko (60.), 3:0 Robin Ungerath (69.)

Schiedsrichter: Luca Schultze (FC Stern München)

JAH

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